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Interview mit Manuela Inusa zu »Jane Austen bleibt zum Frühstück«

Wussten Sie, dass Manuela Inusa schon als kleines Mädchen selbstgeschriebene Geschichten zum Geburtstag verschenkte?

Eine kurze Biografie:
Ich bin 1981 in Hamburg geboren. Nach der Schule bin ich für einige Monate als Au-Pair-Mädchen nach Oxford in England gegangen. Als ich wiederkam, lernte ich meinen Mann kennen. Wir wussten sofort, wir gehören zusammen, haben geheiratet und eine kleine Tochter bekommen. Ich habe dann eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolviert und im Alter von vierundzwanzig meinen Sohn bekommen. Jobmäßig habe ich sehr viel ausprobiert, vom Telefonverkauf (was ich wirklich gehasst habe) bis hin zur Videotext-Kontrolle war alles dabei. Doch nichts hat mich halten können, weil ich immer nur eins wollte: Schreiben. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unglaublich es sich anfühlt, jetzt nur noch das tun zu dürfen und davon auch noch leben zu können. Ich möchte nie wieder etwas anderes machen.

Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen?
Meine Hobbys sind ganz klar lesen, Filme und Serien gucken und reisen. Ich verbringe sehr gerne Zeit mit meiner Familie, insbesondere mit meinen Kindern. Ich habe das große Glück, dass meine gesamte Familie im näheren Umkreis wohnt, so dass man sich sehr häufig sehen kann.
Mein Traum vom Glück? Natürlich wünsche ich mir, für den Rest meines Lebens Bücher schreiben zu dürfen, die von den Lesern angenommen werden, die sie berühren und begeistern, sie zum Lachen bringen und dahinschmelzen lassen. Eines Tages wäre es schön, in einem eigenen Haus zu leben, aber das hat Zeit. In der Großstadt wohnt man halt in einer Wohnung, und das ist okay. Ich möchte außerdem so viel von der Welt sehen wie nur irgend möglich. Ich glaube, in einem vorherigen Leben war ich ein Vagabund. Es gibt kein Jahr, in dem ich nicht verreise, bevorzugt in die USA. Immer nur an einem Ort sein kann ich nicht, dazu bin ich nicht geschaffen. Woher sollte ich mir sonst die Inspiration für meine Bücher holen?
Welche Gabe ich gerne besäße? Geduld. Ich bin leider ein sehr ungeduldiger Mensch. In manchen Situationen wäre es schon von Vorteil, geduldiger zu sein, zum Beispiel, wenn man anderthalb Jahre warten muss, bis sein geliebtes Manuskript endlich auf den Markt und an die Leser kommt. ;) Oder wenn die fünfte Staffel von The Mentalist endet und man immer noch nicht weiß, wer denn nun Red John ist. Das Warten auf die nächste Staffel macht mich fast wahnsinnig!

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe schon geschrieben, als ich ein kleines Kind war. Jeder hat damals als Geburtstagsgeschenk von mir kleine Geschichten bekommen, die ich mir extra für die jeweilige Person ausdachte. Später dann habe ich, während Klassenkameraden stöhnten, mit Begeisterung Aufsätze geschrieben. Ich mag es einfach, mich mit geschriebenen Worten auszudrücken, und schreibe daher z.B. auch viel lieber SMS als zu telefonieren. Ich habe dann mit achtzehn meinen ersten Roman geschrieben, Simone – Endstation Harlem (den ich erst dreizehn Jahre später im Selfpublishing veröffentlichte). Da ich ziemlich jung Mutter geworden bin und nebenbei noch eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht habe, musste meine Leidenschaft leider etwas zurückstecken, und ich schrieb nur noch sporadisch und nur noch für mich. Dann mit achtundzwanzig Jahren habe ich mir gesagt: Jetzt oder nie! Wenn ich mit dreißig keine Autorin bin, dann wird das nie mehr was. Also habe ich geschrieben. Und geschrieben. Und geschrieben. Ich machte bei Schreibwettbewerben mit und veröffentlichte erste Kurzgeschichten in Anthologien verschiedener Verlage, die zu meiner großen Freude sehr gut ankamen. Das motivierte mich weiterzumachen. Dank der Möglichkeit, im Selfpublishing eigene Romane in eBook-Form zu veröffentlichen, versuchte ich mein Glück und war überrascht über die durchweg positive Resonanz. So baute ich mir eine kleine Fangemeinde auf und schrieb die letzten Jahre in jeder freien Minute. Inzwischen habe ich über zwanzig Romane (meist Kurzromane, aber auch einige umfangreichere) im Selfpublishing veröffentlicht, bin auf Buchmessen anwesend, halte Kontakt zu meinen Lesern und bin dankbar für jeden einzelnen von ihnen. Anfang letzten Jahres dann lernte ich meine jetzige Agentin kennen, unterzeichnete bei ihr einen Vertrag und mit ihrer Hilfe bin ich heute Autorin bei Blanvalet. Was kann man sich als Autorin mehr wünschen?

Was inspiriert Sie? Wie finden Sie Ihre Themen?
Mich inspirieren Filme, Serien, Romane, Reisen. Gern gehe ich, bevor ich anfange, ein neues Buch zu schreiben, oder auch mittendrin, auf Recherchereise. Für Jane Austen bleibt zum Frühstück z.B. war ich einige Tage in Bath in England, um mir die Schauplätze des Romans mit eigenen Augen anzusehen. Dabei mache ich mir unglaublich viele Notizen, die ich dann, wenn ich wieder zu Hause bin, umsetze.
Musik ist auch ganz wichtig. Beim Schreiben brauche ich passende Musik. Während ich am Manuskript zu Jane Austen bleibt zum Frühstück saß, habe ich bestimmt eintausend Mal den Stolz und Vorurteil-Soundtrack gehört, und die Beatles, da sie im Buch auch eine wichtige Rolle spielen.

Worum geht es in Ihrem Roman Jane Austen bleibt zum Frühstück?
Das Buch handelt von einer Zeitreise. Jane Austen erwacht in der Gegenwart, was natürlich sehr erschreckend für sie ist. Denn sie kennt weder Autos noch Fernsehapparate noch Shampoo noch die Beatles. Penny, die Hauptfigur des Romans, in deren Zimmer Jane erwacht, versucht zwar, sie mit all den modernen Dingen vertraut zu machen, doch wenn Jane Austen plötzlich Falafel essen oder eine Jeans tragen soll, ist das ihr nicht so ganz geheuer. Die Leute staunen nicht schlecht über Janes Verhalten, ihre altbackene Sprache und über jeden Knicks, den sie macht. Doch sie ist, wie sie ist: Sie ist Jane Austen aus dem 19. Jahrhundert. Wenn eine solche sich dann aber auch noch in der Zukunft verliebt, kann das doch gar nicht gut ausgehen, oder?

Welche Szene daraus war bisher am schwierigsten zu schreiben?
Ehrlich? Jede von Janes Szenen. Denn diese sind komplett in Jane-Austen-Sprache geschrieben. Immer zwischen alter und moderner Ausdrucksweise hin- und herzuspringen, war eine große Herausforderung.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Ja, das ist die, in der Trevor sich überwindet und das tut, was er eigentlich nie wieder tun wollte, um seine Penny zurückzugewinnen: Er singt. Und das auf ihrer Geburtstagsfeier vor allen Gästen – mit Pennys Hippie-Eltern als Backgroundsänger und Grandma Myra als Groupie. Man kann sich bildlich vorstellen, wie Trevor sich windet, wie er krächzt und sich vor Aufregung fast in die Hose macht. Ob sein Plan aufgeht, verrate ich aber nicht, das müssen Sie selbst herausfinden … ;)

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Ganz klar Jane Austen!

Gibt es geografische Orte, zu denen Sie oder Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Eigentlich siedle ich die meisten meiner Geschichten in den USA an, da ich selbst ein großer Fan dieses Landes bin und sowohl von den Städten und Landschaften wie auch von den Menschen und der Atmosphäre begeistert bin. Alle meine Bücher, die ich unter dem Pseudonym Ashley Bloom schreibe, spielen – zumindest teilweise – in Amerika. Unter meinem richtigen Namen schreibe ich, wie es zur jeweiligen Geschichte passt. Ob nun Amerika, Deutschland, England oder Schottland, da ist vieles dabei. Zu England habe ich auch einen besonderen Bezug, da ich ein großer Jane-Austen-Fan bin, die Musik von Coldplay liebe und auch schon sehr oft dort war.

Was lesen Sie selber gerne?
Ich selbst lese zurzeit am liebsten Thriller von Lisa Scott und Joy Fielding. Ich habe aber auch beinahe alle Romane von Nicholas Sparks gelesen. Des Weiteren mag ich T.C. Boyle, Willy Vlautin und Jack Kerouac. Und natürlich muss auch immer mal wieder ein Klassiker von Charles Dickens und vor allem Jane Austen herhalten. Was ich gar nicht lese, sind Romane im Fantasy- oder Erotikbereich.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Nicholas Sparks, T.C. Boyle, Willy Vlautin, Lisa Scott, Joy Fielding. Und natürlich Jane Austen.

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden/-heldinnen?
Ich finde América aus dem gleichnamigen Buch von T.C. Boyle unglaublich beeindruckend. Ich habe wohl noch nie über einen tapfereren Menschen gelesen.

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
Sehr gern: América von T.C. Boyle, Wie ein einziger Tag von Nicholas Sparks und Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green.

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Schokolade

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept?
Mein Lieblingsrezept ist ganz einfach (Ja, ich muss gestehen, beim Kochen mache ich es mir einfach, denn wenn ich stundenlang in der Küche stünde, woher sollte ich die Zeit zum Schreiben nehmen?): Fertigen Pizzateig auf einem Blech ausrollen, Tomatensauce, frische Tomatenscheiben, Mozzarella und Gewürze/Kräuter nach Geschmack darauf verteilen und in den Backofen schieben, bis alles schön knusprig ist. Zum Schluss noch frische Basilikumblätter oben drauf und voila – fertig ist die Blitzpizza.

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Ich muss zugeben, ich bin ein totaler Serienjunkie. Entspannen kann ich mich deshalb am besten auf der Couch mit ein paar Folgen von The Mentalist, Breaking Bad oder Revenge, einer Duftkerze, einem Becher Tee und Schokolade.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Ja, das ist ein Zitat von Charlie Chaplin: „Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag“.

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Ich war schon immer von Jane Austen sehr fasziniert. Es ist einfach unglaublich, was sie als Frau zu ihrer Zeit geschaffen hat: einzigartige Romane in einer Epoche, in der Romane noch verpönt waren und höchstens von Männerhand stammten. Außerdem hat sie nie geheiratet, sondern hat ihr ganzes Leben dem Schreiben gewidmet. Warum genau das so war, das lesen Sie am besten in meinem Buch. ;)

Welche menschliche Leistung des letzten Jahrhunderts bewundern Sie am meisten?
Die Erfindung des Internets. Ich finde das ganze Konzept einfach unglaublich. Allein schon, dass ich mich so einfach mit meinen Lesern in ganz Deutschland austauschen kann, meiner Agentin oder Lektorin binnen Sekunden eine Nachricht oder ein ganzes Manuskript per Mail zukommen lassen kann, das ist schon eine tolle Errungenschaft. Computer an sich sind schon was Tolles. Man bedenke, dass Jane Austen ihre 500-Seiten-Romane mit der Feder schrieb!

Welche Organisation oder welches Projekt würden Sie gerne unterstützen – oder tun dies bereits?
Ich bin Patin eines SOS-Kinderdorfes in Kolumbien, das Straßenkinder aufnimmt. Ich bin sehr froh helfen zu können.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen
1. Ich LIEBE Cola light, trinke viel zu viel davon.
2. Ich habe ANGST vor Spinnen.
3. Ich lebe seit meinem dreizehnten Lebensjahr FLEISCHLOS.
4. Ich HASSE Kaffee.
5. Ich friere IMMER.

Möchten Sie Ihre Leserinnen und Leser einen kurzen Gruß zukommen lassen?
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
ein größeres Geschenk können Sie einem Autor nicht machen, als ihm Ihre Zeit zu widmen, in seine Gedankenwelt einzutauchen und sich voll und ganz auf seine Geschichte einzulassen. Indem Sie mein Buch lesen, in das ich viele, viele Monate meines Lebens und mein ganzes Herz gesteckt habe, machen Sie mir die größte Freude überhaupt. Ich hoffe, ich und vor allem Jane können Sie überzeugen, Sie zum Schmunzeln und zum Lachen bringen, und vielleicht sogar zum Weinen. Wenn Sie sich nun auch gleich auf zum Kühlschrank machen, um sich fürs Haare waschen ein paar Eier zu holen, wissen wir, wir haben es geschafft.
Ich möchte mich bei jedem Einzelnen von Ihnen bedanken – für Ihre Zeit und vor allem für Ihr Vertrauen in mich und mein Buch.
(Ach, und bitte niemals, NIEMALS! die Oma an die Handtasche lassen, in der noch der Dildo steckt!)

Herzlichste Grüße
Ihre Manuela Inusa

Jane Austen bleibt zum Frühstück Blick ins Buch

Manuela Inusa

Jane Austen bleibt zum Frühstück

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