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Interview mit Natascha Sagorski zu »In 80 Tagen zu dir«

Wussten Sie, dass Natascha Sagorski Nacktschnecken niedlich findet?

Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?
Meine größte Leidenschaft ist das Reisen. Schon als Kind habe ich viel Zeit im Reisebüro meiner Mutter verbracht, in Katalogen gestöbert und mich in fremde Welten geträumt. Heute darf ich durch meinen Beruf die Welt erkunden und traumhafte Orte entdecken. In meiner Freizeit geht die Reise dann weiter, mittlerweile oft nicht nur mit meinem Partner, sondern auch meinem Hund, einer fabelhaften Australian Sheperd Dame namens Minou. Mit ihr macht es nochmal mehr Spaß die Gipfel und Almen der Bergwelten zu erkunden oder die Füße und Pfoten im Gardasee baumeln zu lassen.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Das Schreiben habe ich eigentlich schon immer geliebt. Daran geglaubt, dass man daraus einen Beruf machen kann, habe ich nicht. Bis ich eines Abends (nach zwei Gläsern Rotwein zu viel) eine E-Mail mit ein paar Texten von mir an einen Berliner Verlag gesendet habe. Zwei Wochen später hatte ich meinen ersten Buchvertrag in der Tasche, und nun erscheint mein zweiter Roman bei Blanvalet. Was ich daraus gelernt habe? Manchmal muss man einfach Mut haben und machen, denn durch Grübeln alleine hat sich noch kein Traum dieser Welt erfüllt!

Wie finden Sie Ihre Themen?
So simpel es auch klingt, aber meine Inspiration finde ich im Alltag. Im Job, unterwegs, am Flughafen, in der Stadt, in Gesprächen und Begegnungen, kurz gesagt im Leben selbst. Ich lerne gerne die Welt kennen, habe das Glück, einen spannenden Beruf zu haben, und treffe viele interessante Menschen. Der alte Satz, dass das Leben die besten Geschichten schreibt, ist nun mal wahr. Und ich bediene mich bei diesen Geschichten nur zu gerne…

Um was geht es in Ihrem Buch?
In 80 Tagen zu dir ist mein erster Reiseroman. Entstanden ist er auf mehreren Reisen und Kreuzfahrten durch die Karibik – für mich ein absolutes Traumziel und ein wahrer Kraftort voller Mythen, bunter Geschichten und kleiner Paradiese. Und auch meine Protagonisten bereisen dieses traumhafte Stückchen Erde. Irmgard und Hans haben dies vor sehr langer Zeit getan. Durch Briefe blieben die beiden in Kontakt. Jahrzehnte später reisen wieder ein Mann und eine Frau, Finn und Stine, getrennt voneinander durch die Karibik. Scheinbar zufällig begegnen sie sich immer wieder. Beide folgen auf ihren Reisen den Erzählungen von Briefen, die Finn von seinem Großvater kurz vor dessen Tod erhalten hat und Stine als kleines Mädchen auf dem Dachboden gefunden hat. Und für beide beinhalten diese Briefe und auch die Reise, die sie unternehmen, viele Geheimnisse, die sie aber nur zusammen lüften können. Leider wissen sie das aber nicht. Ob sie es herausfinden? Das müssen sie selbst nachlesen.

Welche Szene daraus war bisher am schwierigsten zu schreiben?
Die einzelnen Szenen waren nicht schwer zu schreiben, denn ich tauche in jede Situation ein und sehe sie wie einen Film vor meinem Inneren Auge. Die wahre Herausforderung bei diesem Buch, und sie hat mich mehrmals fast in den Wahnsinn getrieben, war es, alle vier Erzählperspektiven, die unterschiedlichen Zeitepochen und beide Liebesgeschichten so miteinander zu verbinden, dass am Schluss alles Sinn macht und eine stimmige, schöne Geschichte ergibt.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Eine sehr schöne Szene für mich ist der Moment, als Stine das erste Mal auf dem Schiff ist, an der Reling steht und aus dem Hafen ausläuft. Ich liebe diese ganz besondere Stimmung, wenn das Schiffshorn ertönt, alle Gebäude und die Küste immer kleiner werden und der Meereswind die Haare aus dem Gesicht bläst. Plötzlich fühlt man sich ganz leicht und frei. Vorfreude steigt auf, und Alltag, Stress und alles, was uns im normalen Leben an Land so belastet, ist erst einmal ganz weit weg. Für Stine ist es der Moment, in dem sie sich im Buch das erste Mal geborgen und frei fühlt. Sie reist ja nicht einfach zum Spaß, sie rennt vor ihrem echten Leben weg, und während des Auslaufens wird ihr klar, dass sich mit jeder Seemeile immer mehr Wasser zwischen sie und ihre Probleme schiebt und ihr eine Art schützenden Kokon gewährt. Für mich ist es ein richtiger Wohlfühlmoment, den ich am Morgen nach dem Auslaufen mit Blick auf den Ozean geschrieben habe – ein Moment, in dem ich selbst einfach nur glücklich war.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Ich finde Hans toll. Wenn wir heute mehr Männer wie Hans hätten, würden die Scheidungsraten rapide sinken. Er ist ein ganzer Mann, weiß, was er will, und kennt keinen falschen Stolz. Hans würde eine Frau nach dem ersten Date nicht drei Tage warten lassen, bevor er anruft, wenn Sie verstehen was ich meine. Er liebt Irmi, für ihn ist sie die Frau seines Lebens, und er gibt sie niemals auf, egal was passiert. Er reist ihr Tausende von Kilometern über das Meer hinterher, tröstet sie mit seinen Briefen, obwohl er weiß, dass sie nicht zusammen sein können, und bleibt dabei immer ein Gentleman. Hans taktiert nicht, er folgt seinem Herzen. Und das finde ich unheimlich beeindruckend und bewundernswert. Hans ist der wahre Held meines Buches.

Gibt es bestimmte geographische Orte, zu denen Sie oder Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Ohhh jaaa… Alle Orte, die ich beschreibe, sogar die Bars gibt es tatsächlich. Do Brazil auf St Barth oder das Couples Tower Isle Hotel auf Jamaica (sogar mit vorgelagerter Insel)

Was lesen Sie selber gerne?
Zum Abtauchen und Gruseln gerne Alpenkrimis (ich liebe die Berge einfach), aber natürlich auch die klassischen Frauenromane. Allerdings müssen die mich zum Lachen bringen, so wie Stephanie Plum, die verrückte Kopfgeldjägerin aus New Jersey. Sie trägt Lipgloss, erschießt hin und wieder Bösewichte, schläft mit zwei Männern und futtert die ganze Zeit so leckeres Fastfood, dass ich beim Lesen regelmäßig zwei Kilos zunehme. Und danach lese ich dann so Bücher wie Basenfasten für Eilige oder Warum französische Frauen nicht dick werden.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Janet Evanovich (aber nur die Plum-Bücher), Jörg Maurer, Helen Fielding

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden?
Carrie Bradshaw, Stephanie Plum, Brigdet Jones, Kommissar Jennerwein ;-)

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
1. Helen Fielding, Schokolade zum Frühstück, Das Tagebuch der Brigdet Jones (zum Lachen und um zu vergessen, dass man auf einer gottverlassenen einsamen Insel ist)
2. Thomas Mann, Buddenbrooks (wann liest man sowas sonst schon am Stück durch?)
3. Gerhard Schröder, Entscheidungen (muss man auf so einer einsamen Insel bestimmt auch viele treffen, um zu überleben)

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Choco Crossies in Vollmilch, die Schlummertaste beim Wecker und italienische Kartoffelchips

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept?
Guacamole!
Vier reife (weiche) Avocados mit einem Caipi-Stößel ordentlich zermanschen (so kann man gleich die später verzehrten Kalorien abtrainieren), den Saft von einer Limette darüber pressen und mexikanische Gewürzmischung aus dem gut sortierten Supermarkt untermischen. Dann klein geschnittene Frühlingszwiebeln (zwei bis drei Stangen) und ca. zehn bis zwölf Cocktailtomaten in kleinen Würfeln dazugeben. Vorsichtig umrühren. Perfekt zu Grillgut, Nachos oder wie in Anna’s WG gerne gemacht – als Beilage zu Fleisch vom Heißen Stein reichen. Superlecker! Nur Dates danach vermeiden oder fleißig Kaugummi kauen …

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Hund und Mann ins Auto packen, in die Berge fahren, einen Gipfel erklimmen und anschließend Weißen Spritzer mit Eis und Zitrone am Schliersee trinken und richtig lecker essen! Der perfekte Kurzurlaub auf Bayerisch...

Haben Sie ein Lebensmotto?
Männer sind nicht das Wichtigste in unserem Leben. Schuhe auch nicht. Aber wenn es beide nicht geben würde, wäre unser Alltag doch um einiges ärmer.

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Meine Mutter. Von ihr habe ich die Leidenschaft zum Reisen geerbt. Und obwohl ich sehr besserwisserisch veranlagt bin (oder einfach oft recht habe), weiß sie auf magische Art und Weise doch tatsächlich fast immer am besten, was gut und was schlecht für mich ist. Auch wenn ich das natürlich nicht immer zugebe.

Welche menschliche Leistung des letzten Jahrhunderts bewundern Sie am meisten?
Neben der Verfassung und der Stabilität unseres Grundgesetzes vor allem die Entwicklung von Solarenergie und ganz besonders, dass Menschen fast aller Einkommensschichten heute die Möglichkeit zum Reisen haben und die Welt entdecken können – wenn sie möchten.

Welche Organisation oder welches Projekt würden Sie gerne unterstützen – oder tun dies bereits?
Das Münchner Tierheim. Ich habe mittlerweile meinen fünften Patenhund dort, besuche die Tiere regelmäßig und weiß, dass meine Spenden hier so eingesetzt werden, dass sie wirklich helfen.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich bin der wohl einzige Mensch auf der Welt, der Nacktschnecken niedlich findet. Ich sammele sie bei jedem Spaziergang vom Weg auf und setze sie ins sichere Gras.
2. Ich habe wahnsinnige Höhenangst, werde dafür aber nie seekrank (hat vielleicht nicht unbedingt etwas miteinander zu tun, kommt mir aber vor wie ausgleichende Gerechtigkeit)
3. Ich bin reisesüchtig.
4. Mein zweiter, nie verwendeter Vorname ist Isabelle (wozu hat man sowas wie einen zweiten Vornamen überhaupt?).
5. Ich bügele meine Klamotten nicht. Wirklich niemals.

Wollen Sie Ihren Leserinnen und Lesern einen kurzen Gruß schreiben – wir würden uns freuen!
Liebe Leserinnen und vielleicht ja auch Leser,

ich freue mich sehr, dass Sie dieses Interview lesen und würde mich natürlich noch mehr freuen, wenn Ihnen mein Buch In 80 Tagen zu dir gefällt. Wenn Sie danach noch das dringende Bedürfnis verspüren, sofort ihre Koffer zu packen und in die Karibik zu reisen, bin ich überglücklich. Denn neben dem Lesen ist das Reisen eine der schönsten Erfahrungen, die es überhaupt gibt. Und wenn Sie dann tatsächlich eines Tages auf St. Barth sein sollten, am Shell Beach einen Mojito in der Do Brazil Bar schlürfen und auf den atemberaubend schönen Sonnenuntergang blicken, dann denken Sie kurz an Stine und an mich. Mit meinem Herzen bin ich dann sowieso bei Ihnen.

Alles Liebe,
Ihre Natascha Sagorski

In 80 Tagen zu dir Blick ins Buch

Natascha Sagorski

In 80 Tagen zu dir

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