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Ist die Welt halb verrückt oder komplett verrückt? - Autor Caleb Krisp im Interview

Caleb Krisp ist ein Pseudonym. Viel ist über den Autor nicht bekannt. Angeblich wurde er von Bibliothekaren großgezogen, die ihn mit Geschichten aus dem 19. Jahrhundert und zimmerwarmem Porridge fütterten. Nach dem Studium nahm er sich vor, ein gefeierter Dichter zu werden. Jahre der Entbehrungen folgten, bis er in eine verlassene Hütte tief im Wald zog, um die Abenteuer eines zwölfjährigen Dienstmädchens von äußerst geringer Wichtigkeit niederzuschreiben.



Lieber Caleb Krisp, in diesem Herbst erscheint bei cbj die deutsche Übersetzung des erstes Bands Ihrer Trilogie „Ausgerechnet Ivy Pocket“. Bitte stellen Sie sich Ihren deutschen Lesern kurz vor!
Sehr gerne. Ich heiße Caleb Krisp und bin, wenn ich das bei aller Bescheidenheit sagen darf, vermutlich der größte aller noch lebenden Schriftsteller – einschließlich der toten. Ich lebe in einer abgelegenen Hütte tief in den Wäldern und verbringe den Großteil meiner Zeit mit dem Schreiben und der Jagd auf Einhörner. Nebenbei bemerkt schmeckt Einhorn leicht angebraten und mit ein bisschen Sauerkraut einfach köstlich.

Ivy ist ein zwölfjähriges Waisenkind, temperamentvoll und gewitzt und überzeugt davon, dass die halbe Welt verrückt ist, nur sie nicht. Denken Sie ähnlich über das Leben wie Ivy?
Was heißt hier die halbe Welt? Die ganze Welt ist komplett verrückt. Total übergeschnappt. Außer mir natürlich. Ich bin der Einzige auf diesem Planeten, der noch bei Verstand ist. Und weil das so ist, habe ich beschlossen, nur das zu tun, was mir gefällt. und das zu sagen, was ich will, und dabei so viele Leute wie möglich vor den Kopf zu stoßen.

Ihr Roman spielt in London und Paris, zu einer Zeit, als Kutschen und Zylinderhüte modern waren. Warum haben Sie die Handlung in die Vergangenheit verlegt?
Es war genau anders herum, die Vergangenheit hat mich gewählt und nicht ich sie. Ivy ist zwar ein Dienstmädchen aus dem 19. Jahrhundert, aber in vielerlei Weise ist sie auch ein sehr modernes Mädchen. Ich fand es sehr lustig, über eine starke, selbstbewusste, leicht verrückte Zwölfjährige zu schreiben und sie in eine Zeit zu versetzen, in der Manieren und der gesellschaftliche Stand eine große Rolle spielten. Ivy schert sich nicht darum, wie bedeutend die Menschen sind oder wieviel Geld sie haben, sie behandelt alle so, als könnten sie sich gleichermaßen glücklich schätzen, in ihrer Gesellschaft sein zu dürfen – und das bringt diese grässlichen Aristokraten auf die Palme!

Ivy schildert die Geschichte aus ihrer Sicht - in einem umwerfenden, spannenden, fantastischen Erzählstil - und ist dabei nie um Worte verlegen. Welche Bedeutung hat Sprache, insbesondere Sprachwitz, für Sie?
Sprache bedeutet mir sehr viel, weil sie das Werkzeug ist, mit dem ich meine Geschichte erschaffe. Ich wollte, dass Ivys Erzählung persönlich, lebendig und humorvoll ist. Sie ist eine Erzählerin, die dem Leser nicht immer die Wahrheit sagt und die die Guten und die Bösen nicht immer auseinanderhalten kann. Für sie eine Sprache zu finden, hat sehr viel Spaß gemacht.

„Ivy Pocket“ ist unter anderem auch ein Roman mit fantastischen Elementen. Gestatten Sie uns einen Blick hinter die Kulissen: Was erwartet den Leser im Verlauf der Geschichte?
Auf den Leser warten Geheimnisse, Gefahren und Intrigen. Das Schicksal verschlägt die arme Ivy nach Paris, wo sie verlassen und ohne einen Penny in der Tasche keine andere Wahl hat, als einen Botenauftrag anzunehmen. Sie soll einer grässlichen Göre namens Matilda Butterfield zu ihrem zwölften Geburtstag eine Halskette von unschätzbarem Wert überbringen. Ivy weiß es in diesem Moment noch nicht, aber diese Halskette wird ihr Leben für immer verändern. Dazu noch ein paar Geister, eine verrückte Adelsfamilie und ein schreckliches Geheimnis, schon hat man ein atemberaubendes Abenteuer.

Was hat Sie dazu gebracht, Schriftsteller zu werden?
Am Anfang stand meine Leidenschaft für Bücher. Als ich zum ersten Mal „Der König von Narnia“ gelesen habe, wusste ich sofort, dass die Schriftstellerei genau das Richtige für mich ist. Ich wollte Geschichten und Figuren erschaffen, die meine Leser in andere Zeiten und an andere Orte versetzen. Es hat allerdings viele Jahre und viele Fehlschläge gebraucht, bis ich schließlich ein Buch geschrieben habe, das auch jemand veröffentlichen wollte.

Und warum haben Sie sich dafür entschieden, Literatur für Kinder zu schreiben?
Die Bücher, die mir besonders viel bedeuten, mich am meisten beeinflusst und mich ein Leben lang begleitet haben, waren diejenigen, die ich in meiner Kindheit und Jugend gelesen habe. Daher war es von Anfang an klar, dass ich am liebsten Bücher für Jüngere schreiben wollte. Denn diese Leser lassen sich ganz und ohne jedes Vorurteil auf eine Geschichte ein und bestechen durch ihre Ehrlichkeit.

Herzlichen Dank für das Gespräch.
Wir freuen uns schon auf „Ivy Pocket“ Teil zwei und drei!

Little Miss Ivy Blick ins Buch

Caleb Krisp

Little Miss Ivy

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