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James Buckler im Interview

Erzählen Sie uns etwas über sich und Ihren Background.

Ich bin in Südwestengland aufgewachsen und zum Studium nach London gezogen. Ich habe an der Filmhochschule studiert und während der nächsten zehn Jahre in der Film- und Fernsehindustrie gearbeitet, hauptsächlich im Bereich der Post Production. Ich wollte Regisseur werden, aber mit Ende zwanzig erreichte mich die nicht ungewöhnliche Erkenntnis, dass daraus nichts werden würde. Also beschloss ich, mir die Welt anzusehen. Ich verbrachte vier Jahre in Kalifornien, dann eine kurze Zeit in Vancouver, und landete schließlich als Englischlehrer in Tokio. Ich hatte immer schon einen Roman schreiben wollen, und als ich dort ankam, wusste ich, dass ich einen großartigen Schauplatz gefunden hatte. Nach einem Jahr in Japan kehrte ich nach England zurück und fing an, abends und an den Wochenenden zu schreiben, soweit meine Arbeit es zuließ. Das Ergebnis ist »Endstation Tokio«.

Was wünschen Sie sich für Ihre schriftstellerische Karriere?

Ich möchte gern aktuelle Thriller mit exotischen Schauplätzen schreiben. Ich glaube, das reizt mich am meisten. Wahrscheinlich liegt es an meiner Vorgeschichte, dass ich sehr filmische Bücher mag; deshalb sind die meisten meiner Ideen ziemlich actionbeherrscht und temporeich. »Zeigen« ist mir lieber als »erzählen«, und ich entwickle gern unterhaltsame Szenarien und Dialoge, aber zugleich bemühe ich mich, dafür zu sorgen, dass jede »action« realistisch und begründet ist. Über Auftragskiller und mordende Geheimagenten könnte ich nicht schreiben, weil ich nie welchen begegnet bin. Ich schreibe gern über gewöhnliche Menschen in außergewöhnlichen Situationen.

Und was haben Sie geschrieben?

»Endstation Tokio« ist mein erster Roman. Ich hatte ein paar Filmscripte und einige Kurzgeschichten geschrieben, aber dies ist meine erste Arbeit, die das Tageslicht sieht. Ich kann nur schwer ausdrücken, wie aufregend sich das anfühlt. Zurzeit schreibe ich an einem Roman, der auf der grönländischen Eiskappe spielt und von einem Wissenschaftler handelt, der den Klimawandel und den Rückzug der Gletscher erforscht. Er arbeitet in einer Forschungsstation oberhalb des Polarkreises und findet heraus, dass ein paar seiner Kollegen finstere und verborgene Motive verfolgen. Was ich anstrebe, ist der Geist der klassischen Abenteuergeschichten im Stil von Jack London, die ich in meiner Jugend gelesen habe.

Erzählen Sie uns etwas über die Hauptfigur von »Endstation Tokio«. Was ist so besonders an dem, was er tut?

Alex Malloy ist ein junger Londoner, dem man vorwirft, einen schrecklichen Unfall verursacht zu haben. Er beschließt, davonzulaufen, um den Konsequenzen zu entgehen, und fängt in Tokio ein neues Leben an. Er nimmt sich vor, in seiner neuen Umgebung allen Problemen aus dem Weg zu gehen, aber die haben es an sich, ihm zu folgen. Er lernt eine ehrgeizige Karrierefrau kennen, Naoko, und rasch hintereinander gerät er ins Gefängnis und in einen Konflikt mit den yakuza. In aller Schnelle muss er einen Ausweg finden. Alex besitzt keine besonderen Fähigkeiten oder Kräfte, die er in sich finden oder auf die er zählen kann. Über eine solche Figur wollte ich nicht schreiben. Ich wollte sehen, wie ein normaler junger Mann auf diesen außerordentlichen Druck reagiert. Alex muss herausfinden, dass die Ereignisse, mögen sie noch so schlimm sein, immer noch schlimmer werden können.

Wenn Sie der Autor irgendeines Buches hätten sein können, welches wäre es gewesen?

»Haie der Großstadt« von Walter Tevis ist eins meiner Lieblingsbücher. Sicher haben die meisten Leute den Film mit Paul Newman gesehen, aber das Buch ist ebenfalls großartig. Der Stil ist karg und clean, und die Story ist nüchtern und unsentimental. Mir gefällt, wie »Fast Eddie« Felson erfährt, dass sein arrogantes Vertrauen auf sein natürliches Talent sein Untergang und zugleich ein Segen sein kann. Er ruiniert das Leben vieler Leute auf dem Weg zu dieser Entdeckung, unter anderm sein eigenes.

Welchen Rat geben Sie angehenden Schriftstellern?

Ich bin viel zu neu in diesem Geschäft, um irgendjemandem einen Rat zu geben, aber ich würde die Ermutigung weitergeben, die ich bekommen habe: Bleib dabei und gib nicht auf. Jede Story muss ein paarmal geschrieben werden, um das Beste herauszuholen, also lass dich nicht entmutigen. Außerdem lassen sich alle Probleme beim Schreiben lösen, indem man mehr liest. Wenn du in deiner Story auf etwas stößt, das nicht funktioniert und repariert werden muss, kannst du sicher sein, dass jemand anders es schon vor dir getan hat.


Quelle: PAGETURNERSNOOK
pageturnersnook.wordpress.com

Endstation Tokio Blick ins Buch

James Buckler

Endstation Tokio

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