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SPECIAL zu Jenny Nelson »Küssen al dente«

Interview mit Jenny Nelson

MIT ANMUT UND HUMOR IN DER KULINARISCHEN WELT

© Yuliya Livchak

Sie haben für Vogue.com und insgesamt viel in der Modebranche gearbeitet. Dann wurden Sie Restaurantkritikerin. Wann haben Sie sich denn dazu entschlossen, einen Roman rund um das Thema Essen zu schreiben?
Jenny Nelson: Als Redakteurin und Aufnahmeleiterin für Unternehmen wie Style.com und iVillage.com konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die Themen Mode, Schönheit und Gesundheit. Gleichzeitig war ich jedoch schon immer daran interessiert, wie Gastronomie von innen betrachtet funktionieren. Hier in New York haben wir das große Glück, über alle möglichen erstklassigen Restaurants zu verfügen. Und neben den wahnsinnigen Gerüchen, Anblicken und natürlich Geschmacksrichtungen gibt es in einer professionellen Küche ja auch immer das nervenaufreibende Drama von miteinander konkurrierenden Egos und der gewissen Anspannung, die dann entstehen, wenn man Abend für Abend fantastische Geschmacks- erlebnisse hervorzaubern muss. Das ist doch die perfekte Kulisse für einen Roman.
Nach der Geburt meiner Zwillingsmädchen Ava und Flora, beschloss ich, fürs Erste zuhause zu bleiben statt zu meinem Bürojob zurückzukehren. Als mir die Idee kam, einen Roman zu schreiben, wusste ich von der ersten Sekunde an, dass er sich um das Restaurantbusiness drehen würde. Je länger ich mir Georgia ausmalte, desto klarer wurde mir, dass sie eine Chefköchin sein muss – eine kluge und begabte Küchenchefin, die sich mit viel Anmut und Humor in der kulinarischen Welt nach oben arbeitet.

Ihre Protagonistin Georgia ist die Küchenchefin eines schicken New Yorker Restaurants. Doch obwohl es heute ziemlich viele Chefköchinnen gibt, scheint die Haute Cuisine immer noch fest in männlicher Hand zu sein.
Jenny Nelson: Es gibt einfach diese schon so lange bestehende Tradition männlicher Chefköche in der Haute Cuisine – man denke nur an die berühmten französischen Meisterköche – dass die Frauen ein wenig Zeit brauchen werden, um diese festgefahrenen Strukturen zu sprengen. Aber die kulinarische Welt entwickelt und verändert sich ja pausenlos – warum sollte sich das also nicht mit verändern. Georgia mag die Haute Cuisine ja auch sehr, kreiert ihre fabelhaften Gerichte jedoch lieber auf der Grundlage wunderbarer, saisonaler Zutaten statt richtig haute zu kochen. Ich glaube, die damit einhergehende Kleinlichkeit würde ihr auf die Nerven fallen.

Was würden Sie beim Dessert vorziehen: einen intensiv scharfen Stilton-Käse mit Ecken und Kanten oder eine wundervoll sahnige Crème Brulée? Ach, und haben Sie eigentlich schon das perfekte Crème Brulée-Rezept gefunden? Ich bin nämlich immer noch auf der Suche …
Jenny Nelson: Eine schwierige Frage – das hängt definitiv von meiner Stimmung ab. Auf der einen Seite bin ich die Käse-Fanatikerin schlechthin, doch auf der anderen Seite habe ich auch eine Vorliebe für Süßes, vor allem nach einer leckeren und absolut befriedigenden Mahlzeit. Ich denke, ich würde die Crème Brulée wählen - und dafür sorgen, dass sich mein Mann für den Käse entscheidet. Was das perfekte Crème Brulée-Rezept betrifft: Nein, die ganze Angelegenheit mit dem Gasbrenner und dem Karamellisieren der Zuckerschicht schreckt mich etwas ab. Meine französische Stiefschwiegermutter macht eine unglaubliche Crème Caramel und das ist wesentlich einfacher.

Was für eine Bedeutung hat das Essen für Sie?
Jenny Nelson: Spass, Familie, Behaglichkeit, Gelächter, Tradition, Kreativität, Zufriedenheit und manchmal auch ein zu voller Magen.

Wer durfte Ihren Roman zuerst lesen?
Jenny Nelson: Die erste Person, die mein fertiges Manuskript gelesen hat, war mein Ehemann Warren. Eigentlich liest er vor allem Sachbücher, und doch mochte er „Küssen al dente“ auf Anhieb. Da war mir klar, dass daraus mehr werden könnte!

Würde man „Küssen al dente“ verfilmen, wie würde Ihre perfekte Besetzung aussehen?
Jenny Nelson: Was für eine lustige Frage. Zu Georgia würden Drew Barrymore oder Rachel McAdams wunderbar passen. Glenn könnte Ryan Philippe sein. Monica Bellucci wäre perfekt für Claudia, oder vielleicht die Fernsehköchin Giada De Laurentiis, sollte Sie jemals mit der Schauspielerei anfangen. Patricia Clarkson aus „Julia und ihre Liebhaber“ wäre ein wenig zu jung, aber ich denke, dass sie sich wirklich gut in Dorothys Eigenheiten einfühlen könnte. Gael Garcia Bernal aus Filmen wie „Babel“ oder „Stadt der Blinden“ wäre ein großartiger Gianni (vielleicht auch zu großartig – wie könnte ihn Georgia jemals ablehnen?), oder vielleicht James Franco aus „Milk“. Javier Bardem, der beispielsweise in „Vicky Christina Barcelona“ zu sehen war, wäre ideal als Sergio. Aber das ist Schummeln, denn im Roman sage ich ja schon, dass Sergio ihm ähnlich sieht. Für Andrew hätte ich gerne Tobey Maguire.

Küssen al dente Blick ins Buch

Jenny Nelson

Küssen al dente

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