John Grogan »Marley & ich«

SPECIAL zu John Grogan »Marley & ich«

Das einzig wahre Hundehörbuch!

John und Jenny Grogan beginnen gerade ihr Leben zu zweit. Sie sind jung und verliebt als sie nach ihrer Hochzeit in ihr Traumhaus in Miami ziehen. Dann beschließt das junge Paar, bevor sie ein Baby bekommen, das Familienleben zunächst mit einem Hund zu üben. An einem Januarabend 1991 setzen sie ihr Vorhaben in die Tat um. In ihrer Lokalzeitung, der Palm Beach Post, ist ihnen eine Kleinanzeige ins Auge gestochen: „Reinrassige Labradorwelpen, hellbraun. Nur in gute Hände abzugeben.“

Die Anzeige führt sie zu einem Haus in der Vorstadt, wo Hündin Lily eben einen Wurf von neun Welpen zur Welt gebracht hat. „Sie war genau das, was wir uns unter einem Labrador vorstellten – gutmütig, liebenswert, sanft und atemberaubend schön“, heißt es über diese Begegnung.

Der Eindruck des Vaters der Welpen bleibt eher schemenhaft; der Rüde stromert draußen in der Umgebung herum. Lori, die Hundehalterin, verliert nur wenige Worte über ihn und lenkt die Aufmerksamkeit des Paares schnell wieder auf das Knäuel aus winzigen goldgelben Welpen. John und Jenny sind hingerissen.
00:00
00:00

Der Sonderangebotswelpe

Alle fünf Weibchen sind schon verkauft, obwohl ihr Preis deutlich über dem der kleinen Labradorrüden liegt. „Einer der Rüden schien besonders verliebt in uns zu sein. Er war der Verspielteste von allen, rannte auf uns zu, purzelte auf unseren Schoß und kletterte an unseren Pullovern bis zum Gesicht hinauf, um uns abzuschlabbern. Er nagte mit erstaunlich scharfen Babyzähnen an unseren Fingern und tapste in schiefen Kreisen auf riesigen, lohfarbenen Pfoten um uns herum, die für den Rest seines Körpers viel zu groß waren. 'Den da können Sie für 350 Dollar haben', sagte Lori.“ Und natürlich greifen John und Jenny zu und erwerben den Knirps zum Schnäppchenpreis.

Noch drei Wochen muss der Welpe bei seiner Mutter bleiben. Erst dann ist er entwöhnt. Nach dem Kauf kehren die Grogans also erst einmal mit leeren Händen zum Auto zurück. Genau in dem Moment sehen sie, wie ein sehr großes, ungestümes und vor Dreck starrendes Kraftpaket in der hellbraunen Tönung eines Labradors auf Loris Haus zurast. Das junge Paar ahnt, dass es sich um den Erzeuger ihres Hundebabys handelt. Bleibt ihnen nur noch zu hoffen, dass der Kleine mehr auf seine sanfte und schöne Mutter kommt ...

Bob Marley stand Pate

In dieser Hoffnung einigen sie sich bald auf einen Namen und beschließen ihren familiären Zuwachs nach der Reggae-Ikone Marley zu nennen. Sein schmeichelnd-melodisches Stück im Radio, “Is this love that I`m feeling?“ hatte sie dazu inspiriert. Was genau es bedeutet, sich einen Labrador zuzulegen, damit haben John und Jenny eben erst begonnen, sich auseinander zu setzen. Die Rasse gefällt ihnen, von ihren Eigenarten haben sie zum Zeitpunkt ihrer Kaufentscheidung keine Vorstellung.

Endlich ist der große Tag da, Marley nach Hause zu holen. Das Hundebaby hat seit der ersten Begegnung ordentlich zugelegt und seine Größe etwa verdoppelt. Dem erschrockenen John geht rasch durch den Kopf, was er zwischenzeitlich über Labradore gelesen hat: intelligent, ausdauernd und temperamentvoll sollen sie sein, kräftig, leicht erregbar und – je nach Temperament der Eltern – sogar für erfahrene Hundebesitzer nicht immer leicht zu kontrollieren ...

Ein Bulldozer mit Hundeschnauze

Der aufmerksame Hörer ahnt hier natürlich schon, in welche Richtung sich die wahre Geschichte um John und Jenny Grogan und ihren Hund Marley entwickeln wird. Von sanftem Reggaefeeling keine Spur, denn rasch zeigt sich, dass ihr Labrador ein ganzer Kerl ist, genauso wie sein Erzeuger. Er entwickelt einen eigenwilligen Charakter und ungeahnte Energie.

Er bleibt nicht allein, braucht dauernd Beschäftigung und jede Menge Auslauf. Dazu verfügt er über einen überwältigenden Appetit: „Als ich ihn abgeholt hatte, hatte er neuneinhalb Kilo gewogen, nach wenigen Wochen brachte er schon zweiundzwanzig auf die Waage. Seine Pfoten waren enorm, seine Flanken bereits gut bemuskelt und seine Brust beinahe so breit wie ein Bulldozer.“ Und an Marleys Schwanz erinnert sich John Grogan als „wild wedelnde Waffe“, die alles niedermäht, was im Weg liegt, und sogar in der Lage ist, eine Türscheibe zu durchschlagen.

Viel Herz, viel Appetit aber wenig Manieren

„Sitz“ und „Platz“ bleiben Fremdworte für ihn. Auch die Hundeschule zeigt keinerlei Wirkung auf Marley, wie die beschämten Hundehalter bald leidvoll feststellen müssen. Sogar die Beruhigungsmittel, die der Tierarzt gegen seine Hyperaktivität verschreibt, bleiben ohne Effekt. Der riesige Hund hätte einen idealen Wächter abgeben können, doch seine verspielte und freundliche Art, mit der er jeden Besucher überschwänglich begrüßt, machte derlei Hoffnungen zunichte. Das Einzige, was Marley Respekt einflößt, sind Gewitter.

John Grogan schildert detailgenau, wie sich sein und Jennys Leben dank Marley verändert. Ganz allmählich gibt es einzelne Kommandos, die auf ihn eine gewisse Wirkung haben. Manche seltsame Fressgewohnheiten behält er jedoch bei: Marley frisst Handtücher, Badeschwämme, Socken, gebrauchte Taschentücher und besonders gerne Geschirrspüllappen.

Jenny wird schwanger

Schließlich wird der Traum der Grogans vom Familienleben tatsächlich wahr und sie bekommen ihr erstes Kind. Was für eine spannende Situation, als sie mit ihrem Neugeborenen aus der Klinik nach Hause kommen! Ob in ihrem Riesenlabrador wohl der Jagdinstinkt erwachen wird? Doch Marley hat gar kein Problem das neue Familienmitglied zu akzeptieren. Zumal es doch neues Material mitbringt, für seine absonderlichen Fressvorlieben: gebrauchte Windeln!

Klar, dass das Leben mit Marley noch zahlreiche weitere Überraschungen mit sich bringt. John Grogan wusste sie zu nutzen. Der Journalist beschrieb seine Erlebnisse mit Marley in Zeitungskolumnen und beglückte zahlreiche Hundeliebhaber mit den wundersamen Angewohnheiten und Verhaltensweisen seines Labradors. Wofür es Fanpost hagelte – für beide.

Zwei Seelen in Marleys Brust

Neben seiner zerstörerischen Ader zeigt der Rüde aber auch ganz andere Seiten. Er ist durchaus umsichtig und behutsam, anhänglich und behütend. Weitere zwei Kinder bringt Jenny zur Welt und immer mehr entwickelt sich Marley zu einem absolut verlässlichen Familienhund.

Doch natürlich gibt es auch Krisen. Da ist nicht nur Marleys Kastration zur nennen, das Verschwinden kostbarer Gegenstände, Unerzogenheit, die für ihn fast zum Rauswurf führt, der Umzug in eine Umgebung ohne Strand aber dafür mit Schnee im Winter ... Marleys langes Hundeleben ist eine Kette von Abenteuern. John Grogan hat sie mit viel Charme und großer Zuneigung aufgeschrieben und landete nicht umsonst einen Bestseller damit.

Das einzig wahre Hundehörbuch

Sein Witz und der liebevolle Unterton, mit dem Marleys Leben verewigt wurde, erschließt sich auch im Hörbuch ausgezeichnet. Denn Heikko Deutschmann ist die passende Verkörperung des charmanten Familienvaters. Und ein excellenter Sprecher ist er dazu, wie er bereits in zahlreichen Hörbüchern unter Beweis stellte. Seine Stimme und seine Interpretation machen die Geschichte um den wunderbar chaotischen aber auch einnehmend großherzigen Hund der Familie Grogan zu einem ausgesprochenen Vergnügen.

Ab dem 5. März 2009 ist die Verfilmung von „Marley und Ich“ in den deutschen Kinos zu sehen. John und Jenny wurden mit Owen Wilson und Jennifer Aniston besetzt. Schon der Trailer ist hinreißend und herzerwärmend und zeigt deutlich, wer die Hauptrolle in diesem Familienfilm spielt.
Petra Metzger