SPECIAL zu John Lewis Gaddis »Der kalte Krieg«

Zeittafel

Stationen des Kalten Krieges

1945 Auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam zeigen sich erste Risse in der Koalition der Alliierten; sie zerbricht nach dem Tod Roosevelts endgültig.

1947 Truman-Doktrin: US-Präsident Truman verkündet als neuen außenpolitischen Grundsatz der USA, man werde "allen Völkern, deren Freiheit von militanten Minderheiten oder durch einen äußeren Druck bedroht ist" Beistand leisten - durch militärische und wirtschaftliche Hilfe; die anti-kommunistische Doktrin ist Grundlage der amerikanischen Eindämmungspolitik der kommenden Jahre.

1948 Berliner Blockade: Die Sowjetunion blockiert nach der Währungsunion (die einer politisch-wirtschaftlichen Einheit Deutschlands entgegenläuft) in den Westzonen die Zufahrtswege nach Berlin. Die Versorgung der Stadt wird durch eine Luftbrücke aufrechterhalten.

1949 Gründung der NATO; Vereinigung der drei deutschen "Westzonen" zur BRD, Gründung der DDR.

1950 Korea-Krieg (bis 1953): Angriff nordkoreanischer Truppen, die von der UdSSR und China unterstützt werden, auf Südkorea. Die USA unterstützen daraufhin die südkoreanische Seite.

1953 Tod Stalins; Der Aufstand des 17. Juni in der DDR wird gewaltsam niedergeschlagen.

1955 Gründung des Warschauer Paktes.

1956 Ungarischer Volksaufstand: Wird von sowjetischen Truppen niedergeschlagen.

1957 Sputnikschock: Der Start des Erdsatelliten Sputnik führt dem Westen die technologische Ebenbürtigkeit der Sowjetunion vor Augen; die USA forcieren daraufhin ihr Raketenprogramm.

1958 Nikita Chruschtschow stellt ein Berlin-Ultimatum: Seine Forderung nach Umwandlung Berlins in eine politisch selbstständige "Freie Stadt" und Abzug der Westtruppen; das Ultimatum verstreicht ergebnislos.

1961 Bau der Berliner Mauer.

1962 Kuba-Krise: Die versuchte Stationierung sowjetischer Langstreckenraketen auf Kuba löst fast einen Atomkrieg zwischen den Supermächten aus.

1963 In Reaktion auf die Kuba-Krise wird ein "Heißer Draht" zwischen Moskau und Washington eingerichtet.

1965 Vietnamkrieg (bis 1975): Die USA greifen in den seit 1946 schwelenden Konflikt in Vietnam ein.

1967 Der Atomwaffensperrvertrag (Vertrag über die Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen) wird unterzeichnet.

1968 Prager Frühling: Der Reformkurs der tschechischen KP unter Alexander Dubcek wird durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes unterbunden, Demonstrationen blutig niedergeschlagen.

1969 Gespräche der Großmächte über Atomwaffenkontrollverträge werden eingeleitet; sie münden letztlich in die Unterzeichnung der SALT-Verträge und des ABM-Vertrages.

1972 Vier-Mächte Abkommen: Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs legen den Rechtsstatus Berlins fest; der Sonderstatus von West-Berlin wird festgeschrieben, die Zufahrtswege nach und von der BRD aus sichergestellt.

1973 Erste Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE): Hat die "Schlussakte von Helsinki" (1975) zum Ergebnis, die die Anerkennung der Nachkriegsgrenzen in Europa, verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie eine Stärkung der Menschenrechte in Osteuropa vorsieht.

1979 Nato-Doppelbeschluss (Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Europa) und der sowjetische Einmarsch in Afghanistan beenden die Phase der Entspannung zwischen den Supermächten; erneute Aufrüstungspolitik.

1985 Michail Gorbatschow wird neuer Generalsekretär der KPdSU und schlägt einen Reformkurs ein (Perestroika, Glasnost).

1988 Arbeiterstreiks in Polen führen zu Gesprächen der Regierung mit Vertretern der verbotenen Gewerkschaft Solidarnosc und der Gründung des oppositionellen Bürgerkomitees.

1989 Massenproteste und weitestgehend friedliche Revolutionen führen zu Regierungswechseln in den meisten ehemaligen "Ostblockstaaten"; Fall der Berliner Mauer.

1990 In der Charta von Paris legen die KSZE-Mitglieder den Kalten Krieg offiziell bei; Deutsche Wiedervereinigung.