Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer ergründen Ängste, die jeder kennt, indem sie sich ihren eigenen Ängsten stellen: Nichts Besonderes zu sein, gefeuert, verlassen oder kritisiert zu werden. Zu versagen oder sich selbst zu verlieren. Flugangst, Hypochondrie, Zukunftsangst – auf der Suche nach Ursachen durchforsten die Autoren in abwechselnden Kapiteln ihre Kindheit und nehmen Schlüsselmomente ihres Lebens in den Blick. Charmant und selbstironisch fördert das Ehepaar universale Ängste, soziale Phobien und hartnäckige Sorgen zutage, um zu verstehen, wie Angst unseren Alltag, unser Handeln, unsere Beziehungen bestimmt, und um davon frei zu werden. In ihren Geschichten steckt die optimistische Überzeugung, dass wir unseren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert sind. Wenn einem die eigene Paranoia das Leben ruiniert - warum nicht entscheiden, dass es reicht? Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu mehr Vertrauen und Mut. Und vor allem zu mehr Humor. Ein Buch für Frauen und für Männer, denen die eigenen Ängste und die des anderen bisher ein Rätsel waren.

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Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, ist Schriftstellerin und Kolumnistin. Sie ist Bestsellerautorin und wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Marcus Jauer, geboren 1974, ist Journalist. Er arbeitete im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und schreibt heute als Autor für die Süddeutsche Zeitung. Das Ehepaar lebt gemeinsam mit seinen fünf Kindern in Berlin.

VORWORT VON JULIA SCHAAF

»Ängste gehören zur emotionalen Grundausstattung des Menschen, und eigentlich handelt es sich dabei um einen großartigen Mechanismus, der uns vor akuten Gefahren retten und in Sicherheit bringen soll. Sobald wir uns bedroht fühlen, spult unser Stammhirn ein archaisches Programm ab, das alle unsere Kräfte für den Kampf oder die Flucht mobilisiert, Schnappatmung und Herzrasen inklusive. So jedenfalls erklärt die Evolutionsbiologie, was für den Steinzeitmenschen äußerst praktisch war. Schließlich konnte jedes Knacken im Unterholz bedeuten, dass sich dort gerade ein ausgehungerter Säbelzahntiger anschlich. »Leider knackt es bei den meisten von uns Menschen ziemlich oft im Unterholz«, wie Alexa Hennig von Lange schreibt: »Und zwar regelrecht grundlos.« In der bundesdeutschen
Zivilisation des 21. Jahrhunderts, in der es deutlich weniger Säbelzahntiger gibt als Zahnzusatz-, Handy-Glasbruch- und Reiserücktrittsversicherungen, hat sich die Funktion der Angst in ihr Gegenteil verkehrt: Anstatt uns zu beschützen, macht sie uns das Leben schwer.
Bei Flugangst und Klaustrophobie sind wir uns im Klaren, dass wir Angst haben, im Zweifelsfall lassen wir uns verhaltenstherapeutisch behandeln. Die meisten Ängste sind weniger konkret. Verlustangst. Existenzangst. Versagensangst. Wie ein innerer Kompass beeinflussen sie unseren Alltag, obwohl die zu vermeidende Katastrophe nur in unserem Kopf existiert. Manche Ängste sind uns so peinlich, dass wir nicht einmal darüber reden. Andere sind uns gar nicht erst bewusst. Wie prägt es das Sicherheitsgefühl eines Kindes, wenn der Vater so besessen seinem Selbstbild als Abenteurer frönt, dass die Mutter ihm regelmäßig das Leben retten muss, und er immer noch findet, sie schiebe zu viel Panik? Wann wird Angst zum hilfreichen Impuls, um Herausforderungen zu meistern, und wann blockiert sie einen? Haben Männer und Frauen eigentlich vor denselben Dingen Angst?
Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer ergründen Ängste, die jeder kennt, indem sie sich ihren eigenen Ängsten stellen. Auf der Suche nach Ursachen durchforsten sie ihre Kindheit und nehmen Schlüsselmomente ihres Lebens in den Blick. Sie fördern universale Ängste und individuellen Irrsinn zutage, berechtigte Furcht und krankhaften Wahn, soziale Phobien und hartnäckige Sorgen. Weil sie genau verstehen wollen, wie Angst ihr Handeln und ihre Beziehungen bestimmt, sprechen sie aus, was man normalerweise lieber für sich behält. Dabei erzählen sie abwechselnd, jeder aus seiner Perspektive, und schon daraus entstehen überraschende Erkenntnisse über das jeweils eigene und andere Geschlecht. Selten hat ein Mann anrührender gebeichtet, wie er sich in einen desinteressierten Kotzbrocken verwandelt hat aus Angst, das Mädchen seines Herzens könnte ihn verschmähen. Selten hat sich eine Frau so unterhaltsam über die eigene Hypochondrie lustig gemacht. Wer das gemeinsam liest, als Paar, kann aufhören, sich voreinander zu verstellen. Ganz nebenbei erfährt man, dass es Ängste gibt, die objektiven Argumenten zugänglich sind, während andere sich durch keinen Fakt der Welt bekämpfen lassen. Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer haben keinen Ratgeber geschrieben, ihr Buch ist keine Anleitung zur Konfrontationstherapie. Angesichts des verbreiteten Selbstoptimierungswahns ist es vielmehr tröstlich, wie auch die Autoren sich im Laufe ihres Lebens immer wieder selbst im Weg stehen. Weil es einem die schönsten Toskana-Ferien verdirbt, wenn man sich als Jugendliche in die Panik hineinsteigert, der Freund könne einen verlassen. Weil es jeden Spaß an der Arbeit raubt, wenn Perfektionismus einen lähmt. Trotzdem steckt in ihren Geschichten die optimistische Überzeugung, dass wir unseren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert sind. Nicht, dass sie ein komplett angstfreies Dasein propagierten. Aber wenn einem die eigene Paranoia das Leben ruiniert – warum nicht entscheiden, dass es reicht? Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu mehr Vertrauen und Mut. Und vor allem zu mehr Humor. Denn es ist nie zu spät, über die eigenen Spleens zu lachen. Dann kann die Angst einpacken.«

Die Autorin arbeitet im Ressort Leben der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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