Hat der Chef nicht gerade komisch geguckt? Neulich auch schon mal? Aber er kann mich ohnehin nicht leiden ... Sie kennen das? Negative Gedankenkreise? Dann hat ein Grübelvirus wieder zugeschlagen. Diese fiesen Viecher infizieren unsere Wahrnehmung und führen unser Denken auf absonderliche Wege. Banale Beobachtungen und Erlebnisse werden zu Zeichen von kommenden Katastrophen und unausweichlichem Unglück.
Hanne H. Brorson beschreibt kundig und unterhaltsam, welche Grübelviren es gibt und vor allem: mit welchen Gedanken-Vitaminen man sie austricksen kann. Eine kleine Hausapotheke für unser psychologisches Immunsystem – lebensklug und praktisch.

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Grübelvirus

Was ist das Grübelvirus? Wie geht das Grübelvirus vor? Wie gelingt es ihm, deinen Alltag grau in grau zu färben? Wie schafft es das Grübelvirus, systematisch dein Selbstvertrauen anzuknabbern? Und wieso türmt sich Befürchtung über Befürchtung? All das und noch viel mehr haben wir dem Grübelvirus zu verdanken!

grübelvirus

Grübelviren sind kaum wahrnehmbare mentale Mechanismen, die dein Denken angreifen. Die infizierten Gedanken beruhen auf tatsächlichen Sachverhalten und erscheinen oftmals ganz folgerichtig. Sie sind es aber nicht, weil sie die Sachverhalte, um die es geht, allzu negativ beurteilen. Wir werden uns im Folgenden mit den wichtigsten Grübelviren, dreizehn an der Zahl, vertraut machen, indem wir Mäuschen spielen und einen Tag in Annas Leben mitverfolgen.
Es ist Freitagmorgen. Anna hat gerade die Vorhänge zur Seite gezogen und sieht, dass es draußen regnet. Sie weiß es selbst noch nicht, aber dies wird der beste Tag in ihrem 38-jährigen Leben werden.
Anna stellt ihre Füße auf den kalten Holzboden des schiefen Hauses, das sie vor einigen Jahren von ihrer Großmutter geerbt hat. Seinerzeit war sie mit zwei Freunden eingezogen. Die beiden Freunde wurden ein Paar und machten das, was die meisten Paare tun: Sie kauften sich eine eigene Wohnung und zogen aus. Daraufhin wohnte Anna fast ein Jahr lang alleine in ihrem Haus, danach zwei Jahre lang mit ihrem Freund, den sie danach aber schnell wieder vergessen hat. Und seitdem lebt sie alleine.
Als sie aus der Dusche steigt, bleibt Anna vor dem Spiegel stehen und schaut sich an. Immer wieder sagen ihr Menschen, dass sie jemand anderem ähnlich sieht. Anna legt einen Finger unters Kinn und denkt darüber nach, welche Züge sie wohl mit so vielen anderen teilt.
Anna Gram hat strohblondes, schulterlanges Haar, einen frechen kleinen Mund und fröhliche blaue Augen.
Seit gestern trägt sie Kontaktlinsen. Und wenn die neuen Kontaktlinsen gerade nicht verrutschen, sieht sie, dass es eine hervorragende Idee war, die Brille gegen die Kontaktlinsen auszutauschen. Anna zwinkert ihrem Spiegelbild zu und lächelt. Hoffentlich sieht sie genauso gut aus, wenn sie auf dem Weg in ihr Büro an dem neuen Rezeptionisten vorbeikommt.
Auf dem Weg zu ihrem Auto bückt Anna sich und hebt die Zeitung auf, die tropfnass auf dem Rasen vor ihrem Haus liegt. Vor einer Weile hatte sie sich in den Kopf gesetzt, dass sie der Typ Mensch sei, der mit einem Espresso und einer intellektuellen Zeitung in den Tag
startet. Darum hat sie ein Jahresabonnement abgeschlossen, doch ein halbes Jahr später hat sie noch nicht ein einziges Mal in die Zeitung geschaut. Sie sollte früher aufstehen, denkt sie, damit sie es schafft, die schlaue Zeitung zu lesen. Das schlechte Gewissen versetzt ihr einen Stich und sie gelobt hoch und heilig, ab morgen früher aus den Federn zu kommen. Es ist noch nicht einmal acht Uhr morgens und schon lernen wir das erste Grübelvirus kennen, das Sei-Perfekt-Virus.

brorson

Dieses Virus ist ein Meister darin, uns ein schlechtes Gewissen einzureden. Du solltest weniger fernsehen, du könntest mehr Sport treiben, du müsstest früher aufstehen, zischelt das Sei-Perfekt-Virus. Oder eben: Du solltest die Zeitung lesen. Solltest, könntest, müsstest, solltest, könntest, müsstest. Für viele ist dies der immer gleichbleibende Gedankenrhythmus. Und schafft man es an einem Tag, all diese Anforderungen zu erfüllen, dann erlaubt einem dieses Virus trotzdem nicht, zufrieden mit sich selbst zu sein. Es ist wie in der Geschichte von Sisyphus, der von den Göttern dazu verurteilt ist, immer und ewig einen Stein den Berg hinaufzuwälzen: Es gibt immer einen neuen Stein, der hinaufgerollt werden muss, genauso wie immer wieder eine neue Anforderung auftaucht, die erfüllt werden muss.
Anna verwechselt zunächst ihr Auto mit dem des Nachbarn. Das passiert nicht das erste Mal. Zufälligerweise gibt es drei gelbe Fiat Punto in unmittelbarer Nachbarschaft. Mit der nassen Zeitung überm Kopf rennt sie weiter zum nächsten gelben Punto. Das ist glücklicherweise ihr eigener. Sie dreht den Schlüssel im Zündschloss und das Auto springt an. Anna wirft die Zeitung auf den immer größer werdenden Stapel auf dem Rücksitz, schaut nach hinten und stellt fest, dass sie reichlich Platz zum Ausparken hat. Sie legt einen Gang ein – und mit einem Mal macht das Auto einen Satz nach vorne. Anna erschrickt furchtbar. Sie steigt aus und untersucht penibel die Stoßfänger des Autos, das vor ihrem steht. Es ist nichts zu sehen, keine Schramme, nichts. Offenbar hat sie den Wagen nicht wirklich gerammt. Sie steigt wieder ein, macht das Radio an und parkt vorsichtig aus. Hätte sie nicht trotzdem einen Zettel hinterlassen müssen? Was ist, wenn jemand den Beinahe-Zusammenstoß gesehen hat und glaubt, dass sie sich davonstehlen will? Vielleicht ruft sogar jemand die Polizei an. Anna merkt, wie sich ihr Magen zusammenzieht.
Das Katastrophenvirus schleicht sich an.

katastrophe
Hanne H. Brorson
© Steinar Sande

Die Autorin

Hanne Helene Brorson, geboren 1981, ist Psychologin und Forscherin. Sie hat ihren Abschluss in klinischer Psychologie an der Universität Oslo/Norwegen gemacht. Dort sammelte sie auch Erfahrungen in der Behandlung von Suchtpatienten und Psychosen.

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