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Lars Lenth im Interview zu seinem Buch »Der Lärm der Fische beim Fliegen«

Wussten Sie, dass Lars Lenth der wohl bekannteste Angler Norwegens ist?

Lars Lenth und seine Leidenschaft das Fliegenfischen.

Eine kurze Biografie:
1993 machte ich meinen Bachelor an der Universität von Oslo in Englisch, Philosophie und Anthropologie, 1995 dann meinen Master an der UCL London in Lateinamerikastudien und Internationalen Beziehungen. 1998 schrieb ich mein erstes Buch, ein humorvolles Reisememoir über Südamerika und die USA. Das Buch basiert auf Going Fishing with Bård and Lars, meiner Comedyshow übers Reisen und Fliegenfischen, die von 1996 bis 2004 im norwegischen Fernsehen lief. Seither arbeite ich als Schriftsteller, Berater, Übersetzer und Lektor. Zusätzlich produziere ich immer noch Fernsehsendungen über das Fliegenfischen. In den 1980ern und 90ern war ich Gitarrist und Sänger in verschiedenen Rockbands in Oslo. Ich liebe Sport, spiele so oft es geht Fußball, Golf und Tennis – Hauptsache es ist irgendwie ein Ball involviert. Ich lebe in Oslo mit meiner Freundin Eirill, mit der ich seit 26 Jahren zusammen bin. Wir haben zwei Töchter, die ältere, Elida, hat eben mit einem Studium in Berlin begonnen. Die jüngere, Filippa, ist gerade im letzten Schuljahr.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Mir ist irgendwann aufgefallen, dass sehr vieles, was ich gelesen habe – im allgemeinen, aber besonders über das Fliegenfischen – voller Klischees war, übermäßig romantisiert, wie aus einem Disney-Film. Ich wollte über die dunkle Seite schreiben, über die schlimmen Dinge, die wirklich interessanten Sachen. Was bringt einen Mann dazu, ein Jahr alleine im Wald zu leben? Das macht er nicht, weil die Bäume so schön sind und der Himmel so blau. Er rennt vor irgendwas weg. Wovor versteckt er sich? Über solche Dinge wollte ich schreiben.

Wo finden Sie die Inspiration für Ihre Romane?
Im täglichen Leben, der norwegischen Gesellschaft, der Politik, in echten Menschen die in echte Skandale verwickelt sind und Menschen, die sich selbst überschätzen. Außerdem finde ich oft Ideen in Zeitungen und Magazinen.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Momentan schreibe ich an einer Geschichte über einen Familienzwist in einer abgelegenen Region an der Westküste Norwegens. Ich verrate nur so viel: Es geht um riesige Windmühlen, tote Adler und die 81-jährige, psychopatische Matriarchin der Familie.

Wer zählt zu Ihren Lieblingsautoren? Und warum?
Elmore Leonard – wegen seiner witzigen und genau beobachteten Dialoge.
James Lee Burke – wegen seiner wunderschönen Beschreibungen der Natur im Süden der USA, der Menschen und ihren moralischen Dilemmas.
Ernst Hemingway – natürlich wegen seiner sparsamen und präzisen Schreibweise.
Carl Hiaasen – ich liebe seine Verrücktheit und seine lustigen Einfälle.
Knut Hamsun – einfach, weil er Knut Hamsun ist.

Welche Bücher haben Sie zuletzt gelesen?
Wahrheit von PeterTemple und Razor Girl von Carl Hiassen

Haben Sie ein Lebensmotto?
Ich versuche, mich selbst immer wieder daran zu erinnern, dass nichts auf dieser Welt wirklich wichtig ist. Das hilft manchmal.

Lars Lenth und einer seiner Fänge.
So sieht es aus, wenn Lars Lenth fischend unterwegs ist.
Und immer schön für die Kamera lächeln - egal wie das Wetter ist.

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Ich gehe zum Fliegenfischen, spiele Golf, schaue TV-Serien (Bloodline, Justified, Fargo, Deckname Quarry), gehe wild feiern mit Freunden, ins Café mit meiner Familie und in unsere Hütte an der Südküste Norwegens.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen
1. Als Kind habe ich zwei Jahre in Afrika gelebt.
2. Ich habe noch eine dritte Tochter, die in London lebt.
3. Ich bin Norwegens größter Fan der TV-Serie Fargo.
4. Ich bin der vielleicht bekannteste Angler Norwegens.
5. Ich bin ziemlich schüchtern und kein Freund von zu viel Aufmerksamkeit.

Wie würden Sie Ihren Roman mit einem Satz beschreiben?
Es ist eine Geschichte voll schwarzem Humor über die Umwelt, die Natur des Menschen, Gier und darüber, wie wirtschaftliche Interessen immer wieder über die Natur gestellt werden – und die Natur doch jedes Mal zurückschlägt.

Was inspirierte Sie zu Ihrem Buch?
Wegen ihrem wirtschaftlichen Potential hat die Fischindustrie in Norwegen einen Freifahrtschein, alles zu verschmutzen und zu zerstören, worauf wir Norweger am stolzesten sind: unsere wunderschönen Fjorde. Das macht mich richtig wütend. Eine Menge des Humors in dem Buch basiert auf schierer Wut.

Wer ist Ihr Lieblingsfigur und warum?
Ich denke, meine Lieblingsfigur ist Torvald Vega, der älteste der Brüder, der sich weigert zu akzeptieren, dass sein jüngerer Bruder völlig verrückt ist und die ganze Dynastie auf direktem Weg in die Hölle ist.

Welche Szene war am schwierigstem zu schreiben?
Ich finde, dass Actionszenen am schwierigsten zu schreiben sind – zum Beispiel die Jagdszene, in der der reiche russische Oligarch getötet wird, während er Jagd auf einen jungen, nackten Norweger macht.

Was meinen Sie – welchen Lesern wird Ihr Buch gefallen?
Hoffentlich jedem, der gute Geschichten mag! Aber vermutlich jungen Männern und Frauen, die Fargo und Breaking Bad mögen und an unserer Umwelt interessiert sind.

Gibt es Bücher, mit denen Sie Ihren Roman vergleichen würden?
Man könnte sagen, dass der Roman eine etwas nüchternere Mischung aus Elmore Leonard und Carl Hiassen ist. Allerdings nicht so übermütig wie Leonard und nicht ganz so absurd und lustig wie Hiassen.

Ein paar Worte an Ihre deutschen Leserinnen und Leser?
Mein Buch ist eine Geschichte voll schwarzem Humor über Gier und die dunkle Seite der scheinbar so glatten und gut funktionierenden norwegischen Gesellschaft. Es geht darum, dass wirtschaftliche Interessen immer wieder über die Natur gestellt werden, wenn nur genug Geld im Spiel ist. Es geht aber auch darum, wie die Natur in Gestalt meines Protagonisten Rino Gulliksen, der vom Auftragsmörder zum exzentrischen Naturschützer wurde, zurückschlägt. Norwegen hat seinen Reichtum gemacht, indem es die natürlichen Ressourcen ausgebeutet hat, vor allem Fisch und Öl. Dabei geben sie vor dem Rest der Welt immer damit an, wie kultviert und interessiert an Nachhaltigkeit sie doch sind. Die norwegische Regierung betont immer wieder, dass die Lachszuchtindustrie zum wichtigsten Wirtschaftszweig werden wird, wenn die Ölreserven aufgebraucht sind. Das Problem ist aber, dass die Lachszucht, wie sie jetzt betrieben wird, unsere Fjorde ruiniert, wenige neue Jobs schafft und das Geld nur in die Taschen einiger weniger Menschen fließt, die damit ganz schnell reich geworden sind. All das sind einfach gute Zutaten für einen Roman. Der ehemalige Minister für Fischerei in Norwegen hat einen Anteil von zehn Prozent des größten Fischzuchtunternehmens – ich denke, das sagt alles.

Der Lärm der Fische beim Fliegen Blick ins Buch

Lars Lenth

Der Lärm der Fische beim Fliegen

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