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SPECIAL zu Lena Klassen »Magyria«

Die Macht der Liebe gegen die Macht der Finsternis

von Carsten Hansen

Als die 19-jährige Deutsche Hanna in Budapest ankommt, scheint sie am Ziel ihrer Träume. Die Familie, bei der sie für ein Jahr als Au-Pair-Mädchen arbeiten wird, nimmt sie freundlich auf, die Gasteltern sind aufgeschlossen, angenehmerweise auch sehr vermögend, und Sohn Attila taut nach anfänglichem Fremdeln rasch auf. Allein mit Réka, der 14-jährigen Tochter, wird Hanna nicht recht warm. Das Mädchen ist etwas mürrisch und trifft sich heimlich mit ihrem Freund Kunun. Dieses Verhalten eines pubertierenden Mädchens wäre an sich noch nicht besorgniserregend. Aber dass Réka nach jedem ihrer Treffen mit diesem Mann von einer merkwürdigen Amnesie befallen wird, macht Hanna zunehmend misstrauisch.

Ein grausiger Verdacht
Es ist die Enkelin der Putzfrau, die Hanna mit einem unglaublichen Verdacht konfrontiert. Sie ist sich sicher: Kunun ist ein Vampir. Zunächst tut Hanna das als abergläubische Spinnerei ab, aber sie kann sich nicht erklären, warum Réka immer seltsamer wird. In ihren Albträumen jagen Wölfe hinter ihr her, sie wird täglich blasser, und die Ringe um ihre Augen werden immer dunkler. Hanna glaubt, dass Kunun dafür verantwortlich ist, und will ihn zur Rede stellen. Erst als sie ihm leibhaftig gegenübersteht, wird ihr schlagartig klar, dass sie sich verschätzt hat. Seiner dunklen Macht hat sie nichts entgegenzusetzen. Als sie auch noch Zeugin wird, wie Kununs Schwester einen Mann auf einer Parkbank in den Hals beißt, wird der grausige Verdacht zur Gewissheit: Kunun ist ein Vampir – und er ist nicht der einzige, der in Budapest sein Unwesen treibt. Réka ist eines ihrer Opfer, und nun schwebt auch Hanna in größter Gefahr.

Die Parallelwelt
Wäre Hanna alleine, sie hätte keine Chance. Doch sie begegnet Mattim, einem Bruder und Gegenspieler Kununs. Er stammt wie alle Vampire aus einer Parallelwelt, dem sagenhaften Licht-Reich Magyria, dessen Hauptstadt Akink ebenfalls von „Schatten“, wie die Vampire dort heißen, bedroht wird. Um dieses Reich zu retten, ist Mattim als jüngster Sohn des Königspaares freiwillig in die Finsternis gegangen. Er ist Vampir geworden, um die Lebensweise seiner Feinde zu verstehen und um die Pforte zu finden und für immer zu verschließen, durch die sie zwischen den Welten Budapests und Akinks hin und her wechseln. Doch auch wenn Mattim heimlich das Licht in seinem Herzen bewahren konnte – gegen den mörderischen Kunun scheint er zunächst chancenlos.

Eine anrührende Liebesgeschichte
Es ist die Liebe, die ihm ungeahnte Kräfte verleiht. Die Begegnung zwischen Hanna und Mattim gehört zu den Highlights des Buches, obwohl ihre Beziehung bekannten Erzählmustern folgt: Er kämpft mit dem Drang, sie zu beißen, sie ist bereit, alles für ihre Liebe zu tun, auch wenn sie dafür ihr Leben opfern muss. Gemeinsam versuchen sie, die Pforte nach Magyria zu finden. Aber je näher sie ihrem Ziel kommen, desto auswegloser wird die Situation. Kunun hat einen schrecklichen Plan, der Verderben und Vernichtung für beide Welten bedeutet. Rékas Blut macht ihn immun gegen die Kraft des Lichts, und Hanna und Mattim schwindet die Zeit: Kunun beginnt, in Mattim den Verräter zu ahnen…

Spannung bis zum Ende
Autorin Lena Klassen versteht ihr Handwerk. Indem sie die Welten Magyrias und Budapests miteinander verbindet, kann sie auch zwischen verschiedenen Erzählgenres hin und her springen. Das Fantasieland Magyria mit seinem Königreich und den Hütern des Flusses hat seine ganz eigene Faszination, die Schilderungen der Verfolgungsjagden in Budapest lesen sich enorm spannend und verströmen obendrein eine ganze Menge Lokalkolorit. Gleichzeitig erzählt Klassen eine Liebesgeschichte, die ans Herz geht – auch wenn Mattims „Ernährungsgewohnheiten“ immer problematischer werden. Für Fans des Vampirgenres ist Magyria ein Muss, für Liebhaber romantischer Grusel- und Abenteuergeschichten der perfekte Lesestoff.

Carsten Hansen
(Literaturtest)
Berlin, Dezember 2009

Magyria - Das Herz des Schattens Blick ins Buch

Lena Klassen

Magyria - Das Herz des Schattens

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