Leserstimme zu
Schmetterlinge im Winter

Wunderschön und berührend

Von: gedankenchaotiin aus Einbeck
02.10.2018

Kailey ist glücklich. Mit Ryan hat sie einen Mann an ihrer Seite, mit dem sie glücklich ist und mit dem sie sich gerade erst verlobt hat. Als sie mit Ryan nach einem Restaurantbesuch wieder auf die Strasse tritt, begegnet sie einem Obdachlosen. Sofort, als dieser sich zu ihr umdreht und sie anblickt, erkennt sie in ihm ihre erste große Liebe: Cade. Dieser verschwand vor mehreren Jahren spurlos und brach ihr damit das Herz. Kailey fühlt sich ihm gegenüber nicht nur irgendwie schuldig, sondern er weckt auch wieder Gefühle für ihn, die sie tief unter der Oberfläche vergraben hat. Erinnerungen, die sie nicht mehr zulassen kann. Oder doch? Der Schreibstil der Autorin ist wirklich toll. Man befindet sich sofort bei Kailey und ihrer ersten Begegnung mit Cade. Diese Begegnung, die eine Reise in die Vergangenheit mit sich bringt und nicht nur Kaileys Leben auf den Kopf stellt. Passenderweise schreibt Kailey gerade eine Kolume über die Obdachlosen dieser Stadt und so beginnt sie, Cade zu helfen. Obwohl diese Hilfe auch sie selbst betrifft und einen großen Schritt in ihre Vergangenheit bedeutet, möchte sie ihm helfen. Allein schon aus dem Grund, weil dieser Mann auch diesmal wieder Gefühle wieder in ihr weckt, die eigentlich nur ihrem Mann Ryan gehören sollten. Ryan, den sie sogar belügt, um Zeit mit Cade verbringen zu können. Ich muss gestehen, dass ich manche Handlungen, die Kailey betrafen, einfach nicht richtig nachvollziehen konnte. Gerade in Bezug auf Ryan. Natürlich konnte ich verstehen, dass sie Cade helfen wollte, einen Weg aus der Obdachlosigkeit zu finden, aber dass sie dafür ihre eigene Beziehung so sehr aufs Spiel setzt, war manchmal nicht ganz nachvollziehbar. Meine bildliche Vorstellung hat bei dieser Geschichte aber dazu beigetragen, dass ich mich oft zusammen mit den Protagnisten zusammen an den jeweiligen Orten befunden habe. Sei es in der Wohnung Kaileys, oder in den Gegenden, in denen sie Cade verzweifelt sucht, wenn er mal das Weite gesucht hat. Oder in Momenten, die sie mit Ryan oder ihrer besten Freundin verbringt. Cade war ein Charakter, den ich von der ersten Sekunde mochte. Einfach diese Art, wie Sarah Jio ihn beschrieben hat. Anfangs denkt man, dass er ein ziemlicher Mistkerl gewesen sein muss, da er Kailey das Herz gebrochen hat. Wenn man aber erst einmal hinter den Menschen blickt, ist er einem einfach nur sympatisch und ein Mann mit unglaublich viel Gefühl und Verstand. Ryan, der momentane Mann in Kaileys Leben war ihr stets der Fels in der Brandung. Er hat dafür gesorgt, dass sie wieder lieben kann und manchmal tat er mir einfach nur leid. Sarah Jio hat das Thema Obdachlosigkeit in ihrem Buch sehr gut aufgeriffen und der Part, der den teilweise doch recht großen Riss zwischen "Arm und Reich" beschreibt, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Obwohl ich manche Handlungen von Kailey, wie gesagt, nicht nachvollziehen konnte, hat Sarah Ji mir wirklich ein paar schöne Lesestunden bereitet. Mit kleinen Botschaften, die sich jeder zu Herzen nehmen könnte. Mit Humor und Leidenschaft, aber auch mit schmerzhaften Erinnerungen an die Vergangenheit, hat sie das Buch zu einem kleinen Leseerlebnis gemacht. Und eine Botschaft bleibt dabei besonders wichtig: Kämpfe, für das was du liebst!