Leserstimme zu
Das rote Adressbuch

Lesehighlight 2018

Von: dieflo aus Bautzen
21.10.2018

Wo fange ich an? Ich habe es bereits mit meinem Titel ausgedrückt, dieses Buch ist mein Highlight. Dieses Buch ist alles und noch viel mehr. Das rote Adressbuch kam zufällig zu mir und doch muss es Bestimmung sein. Es ist ein Buch, das in keinem Regal stehen wird. Es ist ein Buch, über dessen Seiten ich immer wieder streicheln möchte, weil es mich so berührt hat. Es ist ein Buch, das uns erinnert, dass das Leben so viel mehr ist. Es ist ein Buch, dass mir jetzt beim Tippen noch Tränen über die Wangen rennen lässt. Es berührt und geht unter die Haut, denn es zeigt uns, wie viel mehr Leben ist. Mehr als diese Hetze durch den Alltag, mehr als Oberflächlichkeit und es beweist, wahre Liebe endet nie. Beginnen möchte ich mit einem Zitat: ""Ich wünsche dir von allem genug", flüsterte sie mir ins Ohr."Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du aich die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du Abschiede besser verkraftest." (S. 46) Die Geschichte von Doris spielt in Schweden zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als Leser gelangt man mit ihr nach Paris, reist über den Ozean nach Amerika. Am Ende zurück in Schweden. Immer ist sie irgendwie am falschen Ort und doch macht sie das Beste daraus. Trotzdem ist sie glücklich, glücklich dieses Leben gehabt zu haben und erinnert sich an all die Menschen, denen sie begegnen durfte. Denn sie ist die Letzte: " Jahrelang waren Beerdigungen die einzigen Feierlichkeiten, an denen ich teilgenommen habe. Jetzt finden nicht einmal mehr die statt. Ich werde mich wohl langsam mit meiner eigenen beschäftigen müssen."......"Was für eine Musik wünschen Sie sich denn?" "Jazz. Ich liebe Jazz." Doris lächelt. " Ich wünsche mir, dass fröhlicher Jazz gespielt wird. Damit die Gäste wissen, dass es der alten Schrulle dort oben im Himmel gut geht, weil sie endlich ihre alten Freunde wiedersieht."( S. 84) Doris wird nicht allein sterben, es gibt jemanden,der für sie nach Schweden reist und der sich für sie auf die Suche macht. Auf die Suche nach Antworten. Doris hat immer wieder aufgeschrieben, was in ihrem Leben passierte, sie hat alte Briefe gesammelt und gibt diese und ihr altes Adressbuch in liebevolle Hände. Aber Doris erinnert diesen Menschen auch daran, dass es nur dieses eine Leben gibt. Ermutigt, Träume anzupacken und so endet dieses wunderbare Buch mit den Worten: "Hast du genug geliebt?" Meine Hände werden dieses buch immer wieder suchen und bestimmte Seiten aufschlagen lassen. Meine Gedanken werden oft Doris ihre Worte hören! Danke, danke Sofia Lundberg für Tränen an einem Sonntag Mittag! Absolutes Lesehighlight und absolute Empfehlung!