Leserstimme zu
Das Lied von Eis und Feuer 07

Gebt euch nicht nur mit der Serie zufrieden, die Bücher sind unfassbar gut!

Von: Die VOR-Leser
28.10.2018

Die Geschichte des siebten Bands: Im Gegensatz zu den letzten beiden Bänden gibt es neue Handlungsorte, neue Erzählperspektiven und dadurch einige neue Erzählstränge. Aber eins ist natürlich gleich geblieben, es geht immer noch um das Spiel um den Thron. „Ich bin versucht zu sagen, dass das hier kein Spiel ist, Tochter, aber natürlich ist es eins. Das Spiel der Throne.“ Ich habe nicht darum gebeten, es zu spielen. Das Spiel war zu gefährlich. Ein falscher Zug, und ich bin tot“. Einer der Schauplätze, an denen um den Thron gerungen wird, sind die Eiseninseln. Dort ist König Balon Graufreud gestorben und nun gibt es Streit um den Thronfolger. Sowohl Asha, seine Tochter, als auch seine Brüder Euron und Victarion erheben Anspruch auf den Thron. Und auch viele Eisenmänner möchten ihr Glück versuchen. Der Priester des Ertrunkenen Gottes hat deswegen beschlossen, ein Königsthing abzuhalten, wo entschieden werden soll, wer der neue König auf dem Meersteinstuhl wird. Anderenorts, in Dorne, herrscht großer Unmut darüber, dass Prinz Oberyn Martell in Königsmund ermordet wurde. Der Fürst von Dorne ist nicht bereit zu handeln und Westeros den Krieg zu erklären. Also schmieden seine Tochter und seine Nichten Rachepläne und überlegen, wie man den Eisernen Thron einnehmen kann. Da kommt es ihnen gelegen, dass sich Prinzessin Myrcella, die Tochter von Cersei, in Dorne aufhält. In Königsmund kämpft die Königinregentin Cersei Lennister mit allen Mitteln darum, den Thron zu halten und für ihren kleinen Sohn Tommen zu verwalten. Jetzt, da ihr Vater Tywin tot ist, hat sie einiges zu bewältigen und den Thron gegen viele Feinde zu schützen. Dafür umgibt sie sich mit allerlei zwielichtigen Gestalten und stößt ihre Familienmitglieder, unter anderem ihren Zwillingsbruder Jaime, von sich. Jaime Lennister hat Brienne ausgesandt um seinen und ihren Eid gegenüber der verstobenen Catelyn Stark zu wahren und die Stark-Schwestern Arya und Sansa zu finden. Der Leser begleitet Brienne auf ihrer Suche nach Sansa, die immer wieder ins Nichts führt. Denn man weiß, dass Sansa sich auf Hohenehr befindet, dem Sitz ihrer verstorbenen Tante. Lord Petyr Baelish gibt sie als seine uneheliche Tochter aus und schmiedet als Protektor des Grünen Tals und Witwer von Lady Lysa seine eigenen Pläne, wie er sich in das Spiel der Throne einmischen kann. Die von allen totgeglaubte Arya ist derweil mit einem Schiff auf dem Weg nach Bravoos um ihrer Heimat zu entfliehen und um dem Ursprung der Münze, die ihr Jaquen Hagar gegeben hat, auf den Grund zu gehen. Wird sie dort zu sich selbst zurückfinden oder als eine ganz andere zurückkehren? Der letzte Erzählstrang beschäftigt sich mit Sam, der Jon zum Posten des Lord Kommandanten der Nachtwache verholfen hat und nun von seinem besten Freund einfach fortgeschickt wird. Er soll gegen seinen Willen die Ausbildung zum Maester machen und Goldy zu ihrem eigenen Schutz mitnehmen. Nie hätte Sam gedacht, dass sich Jon einmal so gegen ihn wenden würde. Doch im Krieg müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden, die meistens schwer wiegende Folgen nach sich ziehen. Meine Meinung: Im siebten Band erwarten uns sehr viele, teilweise unübersichtliche Erzählstränge. Es wird wie gewohnt zwischen mehreren Perspektiven gewechselt, doch diesmal begnügt sich George R. R. Martin nicht einfach mit den Namen der Hauptcharaktere, sondern gibt einigen von ihnen mysteriöse Titel, sodass man teilweise erst im Kapitel erfährt um wen es wirklich geht und wo man sich gerade befindet. Für diejenigen, die sich nicht ganz so gut mit den Namen, Schauplätzen und der ganzen „Wer-mit-wem-verwandt-ist-Sache“ auskennen, kann es kurzfristig zu Verwirrungen kommen. Aber ich kann euch Mut machen: Im achten Band ist es nicht mehr ganz so schlimm und wir erleben die Geschichte wieder gemeinsam mit altbekannten Figuren. Die Protagonisten, die in beiden Teilen vorkommen, sind leider nicht meine Lieblingsfiguren. Die Perspektiven von Jon, Daenerys und Tyrion fehlen zum Beispiel in beiden Bänden. Der Autor erklärt, dass er die verschiedenen Erzählstränge mit Absicht auf zwei Doppelbände verteilt hat und ich kann die Entscheidung nachvollziehen und finde es die beste Lösung. Auch wenn dadurch der siebte Band zum schlechtesten Teil in meinen Augen wird. Es passiert nicht wirklich viel und einige Kapitel sind einfach nur langweilig. Umso schöner ist es, dass mich der achte Teil wieder richtig mitreißen konnte. Die Ereignisse spitzen sich zu und alles dröselt sich immer weiter auf. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie Martin diese unglaublich komplexen Erzählstränge zusammenführt, ineinander überfließen lässt. Als aufmerksamer Leser fallen einem immer wieder Sachen auf, wie zum Beispiel: „Ach, der kam ja schon mal im Band XY vor und wurde kurz erwähnt. Und der ist jetzt also mit ihr zusammen?“ Sowas finde ich einfach faszinierend und das ist auch einer der Gründe, der für mich die „Das Lied von Eis und Feuer“-Reihe lesenswert macht! In diesem Sinne: Lest die Bücher unbedingt und gebt euch nicht nur mit der Film-Serie zufrieden! Klar, sie ist cool, aber die Bücher entwickeln sich besonders jetzt im siebten und achten Band in teilweise ganz andere und neue Richtungen und es lohnt sich, mal einen Blick reinzuwerfen. Carolin Wallraven, 19 Jahre