Leserstimme zu
Am Abgrund

Anregend, aber auch in Teilen zu gemächlich verfasst

Von: Michael Lehmann-Pape
29.10.2018

Sprechende Delphine und ein Gerät (ISIS), das als Dolmetscher zwischen Delphinen und Menschen seinen Dienst einigermaßen verrichtet. Stephen Caesare auf harter Mission direkt zu Beginn des neuen Abenteuers der Gruppe von Ermittlern und Wissenschaftlern der „Breakthru-Reihe“, deren dritter Band hier vorliegt. Die Mafia mischt mit, Super-Reiche sind auf dem Weg, eine besondere Affenart zu finden, von der man sich ein zumindest stark verlängertes Leben verspricht. Chinesische Kriegsschiffe in der Nähe des Ortes, an dem man eine Population dieser Affenart vermutet. Ein versenktes Forschungsschiff, dass diesem Ort zur falschen Zeit wohl zu nahekam. Und neben diesen Action-Sequenzen, gefolterten Opfern und grübelnden Offizieren dann auch Szenen wie jene mit dem überaus kranken Mädchen, dass engen Kontakt zu den beiden Delphinen erhält. Und ein gut versteckter und gesicherter Raum übervoll mit Samenkapseln, die für längere Zeit zunächst nur Rätsel aufgeben und wohl nicht von „dieser Welt“ sind (oder doch?). Durchaus abwechslungsreich gestaltete Crumley seinen neuen Science-Thriller, in dem einerseits vieles über Evolution und Gentechnik, über Neurowissenschaften und einem tieferen Verständnis der Tierwelt neben Action und Spannung. Wobei der temporeiche Zug, den der Anfang des Thrillers vermittelt, sich nicht durch die gesamte Lektüre zieht. Breiten Raum räumt Crumwell sowohl der vertiefenden Charakterisierung seiner Protagonisten ein (obwohl diese aus den Vorgängerbänden bereits durchaus auch differenziert bekannt sein dürften) und bietet ebenso teils zu lange Passagen, um das Tempo hochzuhalten, über die wissenschaftlichen Hintergründe. So wirkt insgesamt die Handlung dieses dritten Teils der Reihe doch auch breit ausgezogen, Was am Ende aufgrund der realistischen Schilderungen und einiger überraschender Wendungen dennoch eine sprachlich gut erzählte, anregende Unterhaltung bietet.