Leserstimme zu
Prophet der sechs Provinzen

Einfach nur grandios

Von: Der Büchernarr Frank
02.11.2018

Es ist wirklich außerordentlich beachtlich, wie Robin Hobb ihre Erzählung im zweiten Band von “Das Erbe der Weitseher” weiter steigern kann. Fitz erzählt seine Geschichte weiter, wie er als Tom Dachsenbless in die Geschicke rund um Bocksburg verflochten ist. +++ Fortsetzung +++ Der zweite Teil knüpft mehr oder weniger nahtlos an den ersten Band “Diener der alten Macht an“, so dass der Leser wieder direkt in die Geschichte eintaucht. Wie die bisherigen Bände des Weitseher-Epos besticht Hobb durch ihre grandiose Erzählweise, die den Leser in seinen Bann schlagen kann. Geschickt schlägt sie immer wieder zeitliche Haken innerhalb der Erzählung, so dass dem Leser nach und nach das Leben offenbart wird, dass Fitz nun als Tom in der Burg führt. Wieder gibt es zahlreiche Intrigen und interessante Verstrickungen. Die Beziehungen von Fitz zu den anderen Protagonisten spitzen sich in diesem zweiten Band fulminant zu. Und wieder sind es keine großen Schlachten, mit denen Hobb ihre Leser anspricht, sondern die schillernden Charaktere. +++ Erzählung +++ Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie Fitz alle Geschehnisse in der Burg mitbekommt. Und wie Hobb das erzählerisch darstellt. Fitz, der eben nicht in erster Reihe auftritt und dennoch viele Handlungselemente zusammen mit dem Leser in Erfahrung bringt. Toll! Mit einigen erzählerischen Kniffen wird dem Leser der Mund wässrig gemacht, denn er erahnt, in welche Richtung sich der dritte Band entwickeln wird. So endet der zweite Band naturgemäß offen, aber nicht mit einem Cliffhanger, der den Leser unbefriedigt, sondern in freudiger Erwartung auf den Abschlussband zurücklässt. +++ Fazit +++ Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sich Robin Hobb Band für Band in ihrer Erzählung steigern kann. Die Atmosphäre verdichtet sich zusehends, die Charaktere hinterlassen einen bleibenden Eindruck und die Erzählweise ist wie bei den anderen Bänden einfach nur grandios.