Leserstimme zu
Wunder warten gleich ums Eck

Einfach wunderbar!

Von: Tahsin Ocak (ARTandCRITIC.com)
20.11.2018

Über "Wunder warten gleich ums Eck" “Wunder“. Wie soll man diesen Begriff definieren? So wie jeder für sich die Begriffe “Liebe“, “Glück“ oder “Reichtum“ unterschiedlich charakterisiert, so unterschiedlich ist auch die persönliche Definition des Begriffs “Wunder“. Einige Ereignisse sind als “Wunder“ bezeichnet worden, wie z.B. Deutschlands unerwarteter Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern: “Das Wunder von Bern“. Eine aussichtslose Situation, die unerwartet eine große positive Wende nimmt und zum Vorteil aller Beteiligten endet. Siehe dazu auch den Fall: “Das Wunder von Lengede“. Das Lebewesen mit Intelligenz, der Mensch, will unterhalten werden, will staunen können und ein wundervolles Ereignis ist ein unterhaltungsvolles Staunen. Daher wundert es mich nicht, dass die sogenannten “Heiligen Bücher“ voll mit Versen über Wunder sind, die den Gläubigen an ihre Religion fesseln sollen. Barbara Pachl-Eberharts Buch: “Wunder warten gleich ums Eck“ hat mit “dem Leser nur zu unterhalten“ oder nur “in Staunen zu versetzen“ nichts zu tun. Es ist eher ein sanfte Einladung, die Umgebung mit anderen Augen zu betrachten, es “bewusster“ wahrzunehmen. Neben dem Begriff “Wahrnehmung“ muss man auch die “Wachsamkeit“ erwähnen, die in diesem Buch nicht als esoterischer Aspekt benutzt wird. Beim Lesen musste ich an das Kinderbuch: “Oh wie schön ist Panama“ von Janosch denken. Die Wunder, die wir suchen, sind um uns herum und sogar in uns selbst. Barbara Pachl-Eberhart erwähnt in ihrem Buch auch die nötigen Werkzeuge, um dies erkennen zu können: “Zwei Augen, die sehen, zwei Ohren, die hören und ein paar Füße, die dich vorwärtstragen, um die nächste Ecke.“ In 35 kleinen Geschichten á la Tagebuchseiten erzählt sie kleine Erlebnisse aus ihrem Alltag und beschreibt darin die kleinen Wunder, die darauf warten, entdeckt zu werden, die durch Wachsamkeit erkennbar werden. In ihrem Kalender bezeichnet sie diese Tage als “Wundertage“, weil an jedem Tag ein Wunder stattfindet. Was für eine einzigartige Vorstellung, genauso wie ihre Definition von Wunder: “Ein Wunder, das ist ein Moment der wahrhaftigen Begegnung zwischen mir und der Welt, ein Moment, in dem ich zulasse, dass irgendwas aus dieser Welt mich tatsächlich berührt, überrascht und auf ganz neue Gedanken bringt.“ Der Leser, der dieses lebensbejahende, positive Buch in den Händen hält, könnte denken, dass die Autorin in ihrem Leben nur Positives erlebt hat und daher nur über die positive Sichtweise schreibt, mit der Gefahr, dass sie unter Realitätsverlust leidet. Als ich im Umschlag den Text über die Autorin gelesen habe, wusste ich, dass dies nicht zutraf. Im Gegenteil. Sie hatte zu viel negative Realität erlebt. Bei einem Verkehrsunfall hatte sie ihre zwei kleinen Kinder und den Ehemann verloren und dabei all ihren Halt im Leben. Wie würde ich weiter leben, wenn ich sie wäre, fragt man sich? Resignieren und in einer Ecke verstecken, bis die Uhr nicht mehr tickt? Dafür zu sorgen, dass das Leben in diesem Moment, was als nicht lebenswert aussieht, nicht in die Länge gezogen wird? Was wäre die einfachste Lösung? Barbara Pachl-Eberhart entschied sich nicht für die leichte, sondern für die bessere Lösung. Sie machte die Augen auf und sah die kleinen Wunder im Alltag, um uns darüber zu berichten und uns einzuladen, sie auch zu sehen. Das schafft sie mit ihrem Buch meisterhaft. Wenn man mit seinem PC Probleme hat, drückt man auf den “Hilfe“-Botten und bekommt die nötige Hilfe. Und wenn Sie, als Leser, im Leben die Schönheit nicht erkennen können, dann nehmen Sie dieses Buch zur Hand und lesen Sie eine der Geschichten. Das wird Ihre Hilfe sein und Ihrem Gesicht ein Lächeln schenken. So werden Sie Ihren persönlichen Wundertag erleben. Ein Buch mit Tiefgang und positiver Energie. Unbedingt LESENSWERT