Leserstimme zu
Die Bestimmung

Der Film hat mir besser gefallen

Von: Aleshanee
19.03.2015

Zum Inhalt Beatrice Prior hat ihren großen Tag. Die Zeremonie der Bestimmung für eine der fünf Fraktionen steht bevor und heute findet der Eignungstest dafür statt. 16 Jahre lang ist sie darauf vorbereitet worden – doch nicht auf das, was dann tatsächlich bei ihrem Test herauskommt. Jede der Fraktionen steht für ein anderes Übel, das die Menschheit zu Kriegen veranlasst hat. Durch Bildung der einzelnen Fraktionen will die Gesellschaft diese schlechten Eigenschaften ausmerzen. Beatrice ist eine Altruin. Diese Fraktion, der ihre Eltern und ihr Bruder angehören, ist die der Selbstlosen, die Entsagung geschworen haben und die auch die uneigennützigen Führer der Regierung stellen. Sie stehen gegen den Egoismus. Dann gibt es noch die Candor, die Freimütigen, sie sind die Verfechter der Wahrheit und die vertrauenswürdigen Kenner des Rechts. Sie stehen gegen die Lüge. Die Ken sind die Gelehrten, die nach Wissen streben und für das Lehren und Forschen zuständig sind. Sie stehen gegen die Unwissenheit. Die friedvollen Amite haben sich der Freundschaft gewidmet, sie bilden die verständnisvollen Berater und Verwalter. Sie stehen gegen die Aggression. Und schließlich die Ferox, die Furchtlosen, ihr Mut scheint grenzenlos und sie sind für die Bewachung des Zaunes und für die Sicherheit verantwortlich. Sie stehen gegen die Feigheit. Nach dem „großen Frieden“ haben sich diese Gruppen gebildet, regiert von einem Rat der Altruan, da diese als unbestechlich gelten. Doch es gibt auch noch die „Fraktionslosen“. Sie gehören nirgends dazu, verrichten niedere Arbeit und werden dafür mit Nahrung und Kleidung belohnt. Aber was Beatrice Prior bevorsteht, ist eine Prüfung ganz anderer Art, denn sie ist eine der wenigen, die aus dem Raster fallen – keine der Fraktionen scheint für sie die richtige zu sein: sie ist eine Unbestimmte. Meine Meinung Ich habe etwas gemischte Gefühle bei diesem Buch und hab mich bei dieser Rezi etwas schwer getan - deshalb ist sie wohl auch so lang geworden :) Der Schreibstil ist in der Ich-Form in der Gegenwart gehalten, was einen näher an das Geschehen heranbringen soll. Gerade die erste Hälfte war mir aber recht eintönig geschrieben, trotzdem hat die Geschichte einen gewissen Sog entwickelt, so dass ich wissen wollte, wie es weitergeht. Es gibt keine Zeit- oder Ortsangaben. Die Stadt, oder das Gebiet in dem Beatrice lebt, ist einer strikten Gesellschaftsordnung unterworfen, die mir ähnlich einer Sekte erscheint. Schließlich sollen alle Menschen ihre Gefühle und Eindrücke einem einzigen Credo unterwerfen, je nachdem, zu welcher Fraktion sie gehören. Bis zum 16. Lebensjahr werden sie gezwungen so zu leben wie ihre Eltern gewählt haben und müssen dann eine Entscheidung fällen, deren Auswirkungen sie überhaupt nicht kennen können. Diese ganze Gesellschaftsordnung fand ich sehr interessant, hätte man aber etwas aufregender und lockerer schreiben können. Auch war sie mir nicht ganz durchdacht, obwohl sich das in den Folgebänden natürlich noch aufklären kann. Beatrice Prior ist als Altruan aufgewachsen, kommt aber mit dieser Art nicht wirklich zurecht. Sie wählt einen „schändlichen“ Schritt und wechselt bei der Zeremonie ihre Fraktion und wird zur Ferox. Allein schon die Tatsache, dass ein Wechsel der Fraktion allgemein nicht gern gesehen ist, passt mir nicht in das Konzept. Schließlich werden alle Gruppen hoch gelobt und als wichtig erachtet, also warum sollte man nicht, wenn man schon selbst entscheiden darf, zu einer anderen gehen? Beatrice wählt sich für die Ferox den neuen Namen Tris. Die Initiation bei den Ferox, den Furchtlosen, ist brutal, grausam, fast schon lebensbedrohlich und ihr sogenannter Mut grenzt an tödlichen Leichtsinn. Vor allem der Ausbilder Eric scheint eine sadistische Ader zu haben und Tris und die anderen Initianten haben viel unter ihm zu leiden. Ihr anderer Trainer, Four, scheint noch die alten Werte der Ferox zu kennen … Four ist mir noch am meisten ans Herz gewachsen, auch wenn er selbst eine brutale Art an den Tag legt, spürt man bei ihm immer noch ein gewisses Mitgefühl und ein Gewissen. Durch seine Launen ist er schwer einzuschätzen, was mich aber bei dem Umfeld nicht verwundert. Die Entwicklung von Tris gefällt mir leider gar nicht. Einerseits ist es nachvollziehbar, dass sie durch die Aufgaben der Ferox so unbeständig in ihren Gefühlen ist, andererseits wirkt es auf mich unglaubwürdig. Viel zu schnell lässt sie alte Muster fallen und ihre gewissenlose Gewaltbereitschaft hat mich irritiert. Die ganze Botschaft und die Gefühle, die die Handlung bei mir hinterlässt, gefallen mir nicht. Diese grobe Brutalität, Gewalt als Lösung für jedwedes Problem – da ist die selbstlose Ader von Tris gar nicht mehr spürbar. Auch so ein Moment, in der eine Waffe in der Hand als Macht und gut empfunden wird, ist für mich in dem Kontext irgendwie grenzwertig. Die eigentliche Aussage, dass man Gefühle nicht trennen kann und wir alle diese positiven und negativen Aspekte vereinen, ist mir zu sehr untergegangen. Fazit Eine sehr interessante Gesellschaftsform, die noch Unstimmigkeiten aufweist und mich durch ihre widersprüchliche Art nicht ganz überzeugen konnte. An die Protagonistin Tris kam ich nicht richtig ran, sie war sehr sprunghaft und unbeständig in ihren Handlungen und viel zu schnell gewaltbereit. Das ganze System wirkt sehr brutal und lässt mich mit einigen offenen Fragen zurück. Die Idee an sich ist spannend und es war wirklich fesselnd, aber einige Stellen wirkten unglaubwürdig. Ich hoffe, dass mich der 2. Band positiv überraschen kann.