Leserstimme zu
Wunder warten gleich ums Eck

Zwei Wege

Von: Sago
09.12.2018

Wie Einstein bemerkte, gibt es zwei Wege, durchs Leben zu gehen: Als wäre nichts ein Wunder oder als wäre alles ein Wunder. Natürlich ist Letzteres weitaus schöner, und dafür möchte sich auch die Autorin mit dem vorliegenden Buch einsetzen. Dabei ist das wahre Wunder, dass sie noch so positiv fühlt, da sie Mann und Kinder bei einem Unfall verlor. Anstatt dauerhaft in der Depression zu versinken, hat sie mit neuem Partner und neuem Kind ein zweites Lebensglück gefunden. Dabei geholfen hat ihr ihr christlicher Glaube, das Schreiben und nichts mehr für selbstverständlich zu nehmen. In zahlreichen kleinen Alltagsbegegnungen vermag sie das Wunderbare zu entdecken. Daher strahlt das Buch große Wärme aus und man fühlt sich schon durchs bloße Lesen besser. Der Leser erhält viel Einblick in den Alltag von Frau Pachl-Eberhart. Das war für mich manchmal etwas verwirrend, da mir ihre Biographie vorher nicht geläufig war und ich manchmal raten musste, ob sie von ihrer ersten oder ihrer zweiten Familie spricht. Das Christentum nimmt im Buch keinen allzu großen Raum ein, aber es hilft sicher, wenn man an eine irgendwie geartete höhere Macht glaubt, um sich an manchen Begebenheiten nicht zu reiben. Insgesamt sind die geschilderten Begebenheiten sehr kinderlastig, was viele Frauen ansprechen dürfte, aber manchmal etwas beliebig und leicht klischeehaft wirkt. Etwas mehr Originalität hätte mich hier mehr berührt. Einen Wunder-Theorieteil sucht man vergebens, denn es handelt sich nicht um einen Ratgeber. Mich hat das Buch vor allem angeregt, meine Augen noch mehr für das alltägliche Glück offenzuhalten. Und das ist schon viel wert.