Leserstimme zu
Ramones

Hey ho, let's go!!

Von: Exlibris JMalula
14.12.2018

„Nach kurzer Beratung (...) einigen sich Colvin und Erdélyi auf einen Namen, den sich Colvin als neues Alias verpasst hatte: Ramone – in Anlehnung an Beatles-Bassist Paul McCartney, der sich für die einwöchige Schottland-Tour seiner Band The Silver Beetles im Mai 1960 ein französisch anmutendes Pseudonym zulegte und sich fortan Paul Ramon nannte, weil das so schön „exotisch und nach Showbiz“ klang. So wird Doug Colvin zu Dee Dee Ramone, aus John Cummings wird Johnny Ramone, und aus Jeff Hyman aka Jeff Starship wird Schlagzeuger Joey Ramone – drei blutsunverwandte „Brüder“, so wie die Walker Brothers.“ Der ersten desaströsen Auftritt am 30. März 74 bringt zwei wesentliche Erkenntnisse – Dee Dee Ramone kann nicht singen und Joey kann nicht Schlagzeug spielen. Also wechselt Joey zum Gesang und das Schlagzeug übernimmt das Mastermind hinter der neu formierten Band, Tamás Erdélyi - fortan Tommy Ramone, dem es gelingt „die schwankende Fregatte aus Kurs zu bringen und den Songs der Ramones eine Struktur zu geben.“ Flo Hayler, der Autor von „Ramones – Eine Lebensgeschichte“, sieht die Ramones 1990 zum ersten Mal live – es folgen 100 weitere Konzerte rund um den Globus. „Meist sind wir zwischen zwei und zwölf Personen. Ein buntes, aber in seiner Zusammensetzung halbwegs stabiles Fan-Karussell, auf das mal mehr, mal weniger Leute aufspringen.“ Fans, die auch mal „ihre“ Band nach Hause einladen, wo sie dann - wie beim italienischen Fanclub-Chef Paolo geschehen - eine selbstgemachte Bolognese vorgesetzt bekommen. Oder die Belgierin Leslie, die in einem nächtlichen Waschgang dafür sorgt, dass C.J. Ramone am nächsten Tag mit frisch geschleuderten Hosen auf der Bühne steht. Es ist die Besessenheit, das Nerdtum Haylers, der 2005 das weltweit erste Ramones Museum in Berlin eröffnet, die dieses Buch prägen. 640 Seiten über die Band, die als Prototyp der Punkmusik gilt, deren Songs durch extreme Geschwindigkeit, extreme Lautstärke, sowie einfache Strukturen, Harmonien und Texte stilprägend waren - eine Band die Generationen von Musikern beeinflusste und ohne deren Einfluss sich Musikrichtung wie Grunge eventuell nie entwickelt hätten. 640 Seiten Insiderwissen, Fotos, Flyer, Poster, Briefe, Originaldokumente, Tickets, Setlists. 640 Seiten Liebe. Ein Muss, nicht nur für Ramones-Fans, sondern für alle, für die Musik mehr ist, als das alltägliche Gedudel aus dem Radio.