Leserstimme zu
Weißt du, warum ich tot bin?

Durchschnittlicher Thriller mit ernstem und interessantem Thema

Von: Mona537
18.12.2018

Auf dieses Buch wurde ich durch den Titel „Weißt du, warum ich tot bin?“ direkt aufmerksam. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, wusste ich: Das Buch muss ich lesen. Leider verrät die Rückseite des Buches schon einen erheblichen Teil mit dem Satz „Wenn die große Liebe zum Alptraum wird“. Ohne diesen wäre es ein wenig spannender gewesen und man hätte mehr rätseln können. Das fand ich ein wenig schade, da es doch einen Teil der Spannung genommen hat. Fairie und Jenna lernen sich schon im Sandkasten kennen, da ihre Mütter nicht nur beste Freundinnen sind, sondern sogar nebeneinander wohnen. Die besten Voraussetzungen also, selbst zu besten Freundinnen zu werden. Obwohl sie äußerlich als auch innerlich grundverschieden sind, teilen sie sich nach der Schule eine Wohnung und arbeiten später im gleichen Krankenhaus zusammen. Sie sind einfach die allerbesten Freunde. Das geht so lange gut, bis Jenna Ark kennenlernt. Es ist Liebe auf den ersten Blick, und nachdem die beiden schon nach wenigen Monaten zusammenziehen, heiraten und einen Sohn bekommen, verändert sich die Freundschaft zwischen den Freundinnen merklich. Der Kontakt wird weniger und Fairie weiß gar nicht so richtig warum, auch wenn sie vermutet, dass das an Ark liegt. Als Ark eines Tages bei Fairie anruft, um ihr mitzuteilen, dass Jenna tot ist, gerät Fairies Leben völlig aus den Fugen. Warum hat sich ihre beste Freundin umgebracht? Das Buch besteht aus insgesamt 24 Kapiteln, die wiederum nochmals in römische Ziffern unterteilt sind. Aus diesem Grund sind die Kapitel zwar ziemlich lang, durch die Abschnitte jedoch leicht zu lesen. Wir folgen zum einen Jenna, die uns ihre Geschichte in der Vergangenheitsform näherbringt, während Fairie die Geschehnisse nach Jennas Tod erzählt. Zwischendurch sind immer mal wieder Briefe von Jennas Mutter Evelyn vorhanden. Dieser Mix wäre für mich interessant gewesen, da wir so gleich allerhand erfahren hätten müssen – dem war aber nicht so, denn die Handlung plätscherte lange Zeit nur so dahin. Auf die Briefe von Jennas Mutter hätte ich teilweise verzichten können, da zumeist keine Spannung aufkam und man sich fragt, warum die Briefe überhaupt enthalten sind. Gegen Ende werden die Inhalte in diesen Briefen jedoch interessanter und teilweise wichtig, aber auch nicht so richtig, weil es „lediglich“ um den Streit zwischen Mutter Evelyn und Jenna geht. Sie tragen somit nicht zur Auflösung rund um Jennas Tod bei, sondern geben nur Hinweise auf den Streit, der zur Entfremdung von Mutter und Tochter führte. Somit handelt es sich hiermit um einen 2. Handlungsstrang. Die ersten 160 Seiten hatte ich Probleme, mich auf die Geschichte einzulassen. Das lag vor allem an dem Schreibstil, der ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Ich empfehle, die Leseprobe vorab zu lesen, um sicher zu gehen, dass der Schreibstil zusagt. Einen Minuspunkt vergebe ich noch, weil das Buch komplett in der 3. Person geschrieben wurde. Auf diese Weise kommen viele Emotionen, insbesondere von Jenna, nicht so klar rüber. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Das Thema häusliche Gewalt, egal ob auf psychischer oder physischer Ebene, ist ein großes und wichtiges Thema, und anhand der Rückseite des Buches (nicht den offiziellen Klappentext) konnte man sich vorstellen, auf was das Ganze hinausläuft. Ark ist dominant und krankhaft eifersüchtig, er weiß jedoch nur zu gut, wie er die Menschen um sich herum manipulieren kann. Dass Jenna auf ihn reingefallen ist, kann ich ihr daher gar nicht übelnehmen, sehr wohl aber, dass sie sich keinerlei Hilfe bei ihrer besten Freundin gesucht hat. Das war für mich nicht nachvollziehbar, da sie immer füreinander einstanden, und sie sogar mehrmals vor Fairies Tür stand, weil sie sich trennen wollte. Das passt meiner Meinung nach nicht ganz zusammen. Das Ende war für mich zufriedenstellend, wenn auch zu positiv. Hier hätte ich mir weniger zu Fairies Herkunft und einen Fokus auf die Auswirkungen von Jennas Tod gewünscht. Das kam mir zu kurz. Ich habe nun gut 24 Stunden überlegt, wie ich das Buch einstufe. Schon lange ist es mir nicht mehr so schwergefallen, mich zwischen zwei Bewertungen zu entscheiden. Ich tendiere zu 3 bis 4 Sternen. Ich hatte zwar einen schweren Einstieg, die Geschichte konnte mich dann aber ab dem 2. Drittel doch noch in seinen Bann ziehen. Aus diesem Grund vergebe ich 3,5 (aufgerundet auf 4) Sterne! Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.