Leserstimme zu
Sturmzeit

Interessanter historischer Roman mit etwas unsympathischer Hauptfigur

Von: Lasszeilensprechen
21.12.2018

Deutschland 1914: Trotz der sich anbahnenden Ereignisse schaut man auf dem Gut der Degnellys noch positiv in die Zukunft. Doch selbst die so selbstbewusste 18-jährige Tochter Felicia sieht sich schneller mit der Realität konfrontiert, als ihr lieb ist. Der Krieg hält Einzug und beeinflusst das Leben der Familie und Diener auf ungeahnte Weise. Trotz der Wirren des Krieges hält Felicia an der Liebe fest, nur befindet sie sich dabei zwischen zwei Männern. Sie entwickelt sich zur unabhängigen Geschäftsfrau und durchgeht so manch Hoch und Tief, welches prägende Auswirkungen hat. In Erwartung, eine Geschichte ähnlich wie in Downton Abbey zu lesen, habe ich den ersten Band dieser Trilogie begonnen. Die Autorin verflechtet die geschichtlichen Ereignisse mit den Belangen der einzelnen Figuren, wobei Felicia eindeutig die Hauptrolle spielt und die anderen Figuren mehr oder weniger Nebenfiguren sind. Durch immer neue Wendungen wird gegen aufkommende Längen gearbeitet, trotzdem muss ich zugeben, dass vor allem der Anfang eher schleppend verlief. Durch die ständigen historischen Ereignisse und den Einfluss dieser auf die Menschen hat man das Gefühl ganz nah am Geschehen dabei zu sein. Felicia ist nicht auf typische Art und Weise sympathisch, aber es ist spannend, ihr bei ihrer Entwicklung zuzusehen. Sie besitzt Durchsetzungsvermögen und einen eigenen Willen, der sie trotz Umwegen auf den Weg bringt, den sie gehen will. Ein wenig mehr Fokus auf die restlichen Familienmitglieder statt auf den Krieg hätte ich mir gewünscht, daher muss ich nicht unbedingt die Folgebände lesen. Für Liebhaber von historischen Romanen ein Highlight, welches man sich nicht entgehen lassen sollte. Für mich fehlte eine zu Herzen gehende Hauptfigur, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich vergebe 4 Sterne.