Leserstimme zu
Nemesis - Verräterisches Herz

Spannend, jedoch nicht ganz so gut wie Band 1

Von: Lena R.
06.01.2019

Nachdem sich die Ereignisse am Ende von Band 1 ziemlich überschlagen haben, setzt Verräterisches Herz genau dort wieder an, anfangs jedoch in gemäßigtem Tempo. Sepora ist wieder in Theoria, jedoch ist die Stimmung zwischen ihr und Tarik mehr als frostig. Eine arrangierte Ehe ist da gerade das Letzte, was Sepora will und obwohl ihre Gefühle für Tarik immer noch da sind, möchte sie erstmal nichts mit ihm zu tun haben. Tarik dagegen muss sich nicht nur mit einer abweisenden Verlobten herumschlagen, sondern auch immer noch dringend ein Heilmittel für die Seuche finden. Dazu kommt auch noch die ständige Gefahr, die Seporas Vater - der König von Serubel - für sein Land darstellen könnte. Erzählt wird wieder abwechselnd aus der Sicht von Sepora und Tarik. Sepora ist immer noch die kluge und mutige Kämpferin, die ich auch schon in Band 1 in ihr gesehen habe. Trotzdem ist sie weiterhin zerrissen zwischen ihrer Heimat Serubel, ihrer Pflicht als zukünftige König von Theoria und ihren Gefühlen für Tarik. Trotzdem finde ich, dass sie diesen Spagat zwischen Pflicht und eigenen Wünschen gut meistert, so dass ihr Verhalten für mich durchaus nachvollziehbar war. Tarik dagegen macht es sich oftmals selber schwer. Zwar lastet ungemein viel Verantwortung auf seinen Schultern, trotzdem scheint er Seporas Bemühungen gar nicht anzuerkennen, sondern vielmehr auf ihren vergangenen Fehlern herumzuhacken – obwohl er selbst auch nicht ganz unschuldig ist an ihrem Streit. Trotz Seporas Anstrengungen eine gute Königin zu sein, scheint er nicht einmal zu versuchen, sich in ihre Lage hineinzuversetzen. In diesem Punkt hat mich sein Verhalten gestört, denn hätte er etwas mehr Einsicht gezeigt, hätte die Beziehung der beiden nicht so leiden müssen und auch das ständige Hin und Her zwischen ihnen hätte vermieden werden können. Stattdessen hatte ich meist das Gefühl, dass er selbst nicht so genau weiß, was er will und mit seiner Unentschlossenheit nur Sepora und auch sich selbst verletzt. Zwar hat er seinen Fehler schlussendlich doch noch eingesehen, jedoch hätte man sich hier viel unnötiges Drama und nerviges Hin und Her sparen können. Neben dem ganzen Liebesdrama spitzen sich jedoch auch die Konflikte zwischen den Königreichen zu, so dass es durchgehend spannend bleibt. Anfangs mag das Tempo zwar noch gemächlich sein, nimmt dann jedoch immer mehr an Fahrt auf. Am Ende ging es mir dann zwischenzeitlich fast schon zu schnell, hier hätte die Autorin sich ruhig etwas mehr Zeit lassen können. Insgesamt hat mich das Ende aber zufrieden zurückgelassen, auch wenn ich ein bisschen traurig bin, dass die Dilogie nun schon zu Ende ist und ich mich von den Charakteren verabschieden muss. Fazit: Nemesis - Verräterisches Herz ist ein gelungener Abschluss dieser Dilogie, auch wenn er nicht ganz an Band 1 heranreicht. Das Hin und Her zwischen Sepora und Tarik habe ich meist eher als störend und nicht notwendig empfunden und wurde vor allem von Tariks unentschlossenem und uneinsichtigem Verhalten verursacht. Die Handlung dagegen ist durchgehen spannend, auch wenn es mir gegen Ende fast schon ein wenig zu schnell ging.