Leserstimme zu
Stachel im Herzen

Täuschung und Liebe nah beieinander

Von: Linda liest
12.01.2019

Shaw und Mickey, beides Auftragskiller, sitzen in einer dunklen Kaschemme und besprechen ihr weiteres Vorgehen. Immerhin will ihr Auftragsgeber Jordie Bennett, die Schwester eines berüchtigten Gangsters, noch heute tot wissen. Doch wie es der Zufall will, platzt ausgerechnet ihr Zielobjekt während des Gesprächs ebenfalls in die Bar und bestellt sitzend auf einem Barhocker ein Glas Weißwein. Mickey will die Gelegenheitsie zu töten nicht verstreichen lassen. Gemeinsam mit Shaw lauert er ihr auf dem Parkplatz auf. Es ertönt ein Schuss und Mickey fällt zu Boden. Noch die Pistole in der Hand stellt Shaw fest: „Und schon hat sich mein Anteil verdoppelt.“ (S. 22.) Obwohl Sandra Brown bereits mehr als 50 Bücher publiziert hat, ist „Stachel im Herzen“ mein erstes Buch von ihr. Warum ich früher noch nichts von ihr mitbekommen habe, kann ich gar nicht sagen. Für mich steht aber fest, dass ich der Autorin in Zukunft mehr Beachtung schenken werde und sicherlich noch das eine oder andere Buch von ihr verschlingen werde. Brown’s Schreibstil ist großartig. Sie schreibt ausgeklügelt, nicht zu detailliert aber doch detailliert genug. Vielen Autoren gelingt das nicht auf diese Art und Weise wie ihr. Auch ihr kreierter Handlungsstrang ist glaubhaft beschrieben. Ich habe keine Logikbrüche wahrgenommen und empfand das Buch durchweg als spannend. Trotzdem enthielt das Buch einige Passagen, die mich nicht ganz so gefesselt haben aber im Blick auf das große Ganze dennoch ununterbrochen zum Weiterlesen animiert haben. Einige Kapitel waren mir persönlich etwas zu langwierig, zum Beispiel beschriebene Liebesszenen. Mir ist aber bewusst, dass manche Leser ausführliche Beschreibungen sehr mögen. Ich hingegen gehöre da eher zu denjenigen, die Action brauchen – eine Schlag-auf-Schlag-Handlung bevorzugen. Die Charaktere mochte ich sehr. Die Verhaltensweisen der Protagonisten haben Sinn ergeben, auch die Lebenswege und Schicksale waren eng und vor allem nachvollziehbar verknüpft. Innerhalb des Buches gab es auch eine größere Wendung, was einen Protagonisten betrifft. Aus Spoilergründen verrate ich diese jetzt natürlich nicht. ;) Mich hat diese Wendung aber leicht heruntergezogen, da es in dem Fall eine Wendung von etwas Bösen hin zu etwas Gutem war und ich an dieser Stelle einfach das Böse präferiert habe. ;) Insgesamt ein solide spannender Thriller, mit dem ein entspanntes Wochenende auf der Couch möglich ist. ;)