Leserstimme zu
Bird Box - Schließe deine Augen

Ein Thriller abseits vom Mainstream

Von: Literaturblogsaarland
22.01.2019

Öffne deinen Augen, und du bist tot! Dieses Mantra hat Malorie ihren beiden Kindern von Geburt an eingeimpft. Sie verlassen das Haus so selten wie möglich und wenn doch, dann nur mit verbundenen Augen. Denn irgendetwas ist dort draußen, dessen Anblick jeden in den Wahnsinn treibt. Da klingelt das Telefon, und der unbekannte Anrufer bietet ihr einen sicheren Ort, nur ein paar Meilen den Fluss hinab. Kein weiter Weg, wenn man ihn sehen kann. Doch mit verbundenen Augen unmöglich. Dennoch steigt Malorie mit den Kindern in ein kleines Boot, der Hoffnung entgegen – oder dem Tod! Vita : Josh Malerman ist ein großer Fan von Gruselliteratur und zählt mehr als 500 Horrorfilme zu seinen Favoriten. Er schrieb zunächst Gedichte und Kurzgeschichten, doch seine professionelle Karriere startete er mit Songtexten, bevor er sich ganz seinem Debüt »Bird Box« widmete. Josh Malerman ist Sänger und Chef der gefeierten Indie-Band The High Strung, mit der er bereits zweimal in Guantanamo Bay aufgetreten ist. Er lebt heute mit seiner Verlobten in Royal Oak, Michigan. Was für ein Schreckensszenario. In einer nicht näher bestimmten Zeit gibt es die Welt, wie wir sie kannten, nicht mehr. Die Menschen, die irgendetwas "Schlimmes" draussen sehen verlieren den Verstand und verletzten und töten sich selbst und andere. Unsere Protagonistin Malorie erfährt zu Beginn der Katastrophe, dass sie schwanger ist. Sie und ihre Schwester messen zu Anfang den Schreckensmeldungen keinerlei Bedeutung zu, nach und nach gewinnt die Angst aber die Oberhand. Malorie und Shannon fangen an, sich in ihrem Haus zu verbarrikadieren und verdecken Türen und Fenster. In einer zweiten Zeitschien sind mittlerweile vier Jahre vergangen. Malorie und ihre beiden kleinen Kinder haben nur einen winzig kleinen Bewegungsradius um ihr Haus. Die Kinder haben ihre Umwelt noch nie ohne Augenbinden gesehen, deshalb ist ihr Gehör umso sensibler. Jetzt plant Malorie die Flucht. Sie hat vier Jahre zuvor telefonischen Kontakt mit einem Mann gehabt, der ihr einen Weg aufgezeigt hat zu einer Stelle, an der es angeblich Sicherheit vor diesen Wesen gibt. Dazu muss sie zwanzig Meilen in einem Boot den Fluss hinabrudern und das mit verbundenen Augen. Was für ein gefährliches Unterfangen. Abwechseln begleiten wir Malorie in ihrem Leben direkt nach der Katastrophe während ihrer Schwangerschaft und vier Jahre später während ihrer Flucht mit den zwei Kindern. Die "Wesen" sind ständig präsent, auch wenn niemand sagen kann, um was es sich genau handelt. Sind sie real oder handelt es sich um das Phänomen der Massenhysterie oder etwas ganz anderes ? Die allgegenwärtige Angst ist in diesem Buch fast mit Händen greifbar. Wir als Leser sehen diese neue Welt nur durch Malories Augenbinde. Auch die Kinder, die zu Beginn nur "Junge" und "Mädchen" genannt werden, haben durch jahrelanges Training seitens Malorie extrem geschärfte Sinne. Wir als Leser fiebern mit Malorie und den Kindern mit und hoffen, dass sie an einen besseren und geschützten Ort gelangen und die Kinder endlich einmal die Natur mit all ihren Farben erleben dürfen. Ein bisschen schade fand ich den Schluss. Da hätte ich mir etwas mehr Aufklärung von Seiten des Autoren gewünscht, trotzdem ist dies der Spannung in keiner Weise abträglich. Ein spannendes Buch mit einer komplett neuen Grundidee, welches mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte und Raum für eigene Schlussfolgerungen lässt. Ich vergebe hier die Höchstpunktzahl von 5 Sternen. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.