Leserstimme zu
Ash Princess

Toller Fantasyroman

Von: Janine Gimbel
07.02.2019

Die 16-jährige Thora hat alles verloren, ihre Mutter, ihre Herkunft, ihren eigenen Willen, ja, sogar ihren Namen. Im Königreich ihrer Mutter war sie Theodosia, die Thronerbin. Seitdem ihre Mutter getötet wurde und die Stadt durch eine Belagerung in die Hände des Kaisers gelangte, gehört das alles Vergangenheit an. Thora ist nichts weiter als eine gut gehütete Sklavin. Wenn es dem Kaiser danach ist, holt er sie hervor und lässt sie öffentlich als die Ash Princess auspeitschen. Etwa wenn die ehemaligen Bewohner Astreas in den Minen aufbegehren und einen Protestversuch wagen. Als Thora von Menschen aus ihrer Vergangenheit kontaktiert wird, schöpft sie neue Hoffnung. Die Geschichte rund um die Ash Princess Theo enthält alles, was das Fantasy-Herz begehrt: Prinzen, Regenten, einen Hauch Magie, Göttermythen, Liebe, Intrigen und den ein oder anderen Hinterhalt. Laura Sebastian, ihres Zeichens Amerikanerin, versteht sich bestens darauf, die Geschichte interessant zu erzählen und alles in der genau richtigen Dosis einzufügen. Theo erzählt dabei aus ihrer Perspektive alle Geschehnisse. Sie kennt Astrea vor und nach der Belagerung und erinnert sich teilweise noch recht deutlich an ihre ersten sechs Lebensjahre, als ihre Mutter noch lebte und Astrea in vollem Glanz erstrahlte. Geprägt von einem großen Glauben an die Götter wohnt den meisten Bewohnern von Astrea auch ein Hauch Magie inne. Es gibt Steine, mit denen man diese Magie verstärken kann. Im Königreich Kalovaxia allerdings sind die magischen Steine zu Modeschmuck verkommen und niemand wäre so dumm, Theo einen der Steine in die Hand zu geben. Denn ist er noch so klein, sie könnte damit Großes schaffen. Hinzu kommt Theos innere Zerrissenheit. Über 10 Jahre war sie zwischen den Menschen zu Hause, die für den Tod ihrer Mutter verantwortlich sind. Sich gegen sie zu richten, vor allem gegen ihre beste Freundin, fällt ihr deshalb gar nicht so leicht. Laura Sebastian gelingt es toll, diese Zerrissenheit in Worte zu fassen. Theo als Heldin der Geschichte wird verständlich und greifbar, man beobachtet sie gerne auf ihrem schweren Weg. Für Jugendliche ab 14 Jahren und interessierte erwachsene Leser und Leserinnen kann „Ash Princess“ tolle Unterhaltung bieten. Auf Englisch sorgt die Autorin im Februar 2019 bereits für Nachschub mit dem zweiten Band namens „Lady Smoke“ – mit einer deutschen Übersetzung ist da wohl mehr als zu rechnen!