Leserstimme zu
Reset

..und alle mal auf Strg+Alt+entf

Von: diemudderliest
18.02.2019

Ich habe das Buch von Thomas Hohensee in einem Moment gelesen, in dem ich dringend ein eigenes Reset gebraucht habe. Der Autor hat eine für mich sehr sympathische Sprache gewählt, seine These wiederzugeben, und ließ mich des öfteren beim Lesen schmunzeln. Ich als absoluter Nicht-Computernerd muss allerdings auch gestehen, dass mich die vielen Vergleiche mit dem Menschen zum Computer etwas genervt haben. Wir sind eben KEINE Computer. Nichtsdestotrotz sind viele Ansätze darin, weshalb ein Mensch „falsch programmiert“ ist und deswegen in bestimmte Muster fällt, absolut plausibel und nachvollziehbar. Nur was machen mit der Erkenntnis? Ja, das muss man letzendlich selbst lösen, eine direkte „Umprogrammierung“ findet man nicht vor. Allerdings einige interessante Lösungsansätze zu bestimmten, wiederauftretenden Situationen, wie z.B. des „nicht-Nein-sagen-könnens“ und wie man diese durchbrechen könnte. Es ist ein interessanter Trip zu sich selbst, wo man über seine eigene Geschichte nachdenkt und versucht herauszufinden, wo sich bestimmte Muster finden, in denen man möglicherweise „falsch programmiert“ sein könnte. Die im Plauderton gehaltene, flapsige Sprache des Autors macht das ganze zu einem vergnügten Ausflug zu sich selbst und gibt einen unbemühten Zugang in ein eigentlich ernstes Thema. Oft sind ja solche “Selbsthilfebücher“ entsetzlich langweilig und ernst geschrieben, und der Aufbau ähnelt eher Lernstoff, sodass man es direkt mit Arbeit und Anstrenung assoziiert. Dies ist bei „Reset“ gar nicht der Fall, daher würde ich eine Leseempfehlung abgeben, auch wenn letztendlich jeder seinen Reset-Knopf selbst finden muss.