Leserstimme zu
Codename Rook - Die übernatürlichen Fälle der Agentin Thomas

Ein außergewöhnlicher Stil

Von: Jill von Letterheart
19.02.2019

"Ungewohnter Erzählstil" Stellt euch vor ihr erwacht in einem Körper, der euch völlig unbekannt ist, in einer Situation, die ihr euch nicht erklären könnt und alles, worauf ihr aufbauen könnt, sind die Briefe einer fremden Person, die behauptet ihr zu sein. Trotz der verzwickten Lage hat Daniel O’Malley es doch mit recht viel Klarheit durch diese Situation geschafft und erst einmal jede Menge Neugier bei mir ausgelöst. Myfanwy Thomas scheint nach ihrer „Neuerweckung“ einfach kein Glück zu haben. Als Charakter ans ich fand ich die Protagonisten wirklich ansprechend, ich mochte die ruhige und durchdachte Art, gerade im Kontrast zu ihrem doch eher merkwürdigem Zustand. Der Autor hat hier mit einer besonderen Erzählmethode gepunktet, die mir allerdings nicht immer gefallen hat. Myfanwy lernt die außergewöhnliche Welt von Großbritannien nicht auf herkömmliche Weise kennen, sondern durch Briefe von ihrem alten Ich. An manchen Punkten scheint es zwar sehr informativ, in anderen werden die Zeilen aber doch ziemlich ausschweifend und wiederholen sich, was mich immer wieder aus dem Geschehen gerissen und für einen Abbruch vom Spannungsbogen gesorgt hat. "Jede Menge Potenzial" Die Idee hinter Codename Rook ist geradezu grandios, wenn auch nicht ganz neu, und trifft normalerweise genau meinen Geschmack. Daniel O’Malley hat sich an eienr neuen Umsetzung versucht, jede Menge Fantasy in die verschiedenen Charaktere und auch in das Agentenleben selbst gebracht. Im späteren Verlauf kamen auch immer mal wieder Szenen, die mich gepackt haben, dann allerdings doch immer wieder von den Briefen unterbrochen wurden. Diese haben zwar auch oft durchlebte Situationen geschildert und waren dadurch lebendig, aber eben nicht so, wie wenn der Protagonist seine Abenteuer mit dem Leser gemeinsam beschreitet. Mein ganzer Text hört sich nun viel negativer an, als es die Geschichte wohl verdient hätte. Denn wie schon gesagt, war auch für mich ganz klar die Idee und auch das Potenzial hinter der Geschichte erkennbar. Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich und so wird es auch einige Leser geben, die bereits vom aktuellen Konzept begeistert sein werden. Ich für meinen Teil würde mir allerdings noch mehr Spannung und weniger drumherum wünschen. FAZIT Mit Codename Rook hat Daniel O’Malley eine Geschichte mit viel Potenzial geliefert, das meiner Meinung nach aber leider nicht ausgeschöpft wurde. Der Erzählstil hat zwar durchaus für Abwechslung, leider aber auch für spannungsarme Längen gesorgt. Dennoch, wer auf der Suche nach Geschichten mit Agenten für übernatürliche Fälle ist, der sollte hier definitiv mal einen Blick drauf werfen.