Leserstimme zu
Die Wildrosentöchter

Für zwischendurch eine liebliche Abwechslung einem bitteren Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Von: VB00KS
06.04.2019

Meine Zusammenfassung: Es ist nicht leicht für Cassandra jetzt in der Weihnachtszeit. Es ist das erste Weihnachten ohne ihre Ehemann Lorenzo. Sie kann immer noch nicht verstehen, dass sie nun ohne ihn weiterleben muss und er für immer tot sein wird. Die Trauer ist groß, genauso wie bei ihrer Tochter Aurora, die sich seit dem Tod ihres Vaters in sich zurückgezogen hat. In Gegenwart von Fremden spricht sie kein Wort mehr. Die einzigen, bei denen sie noch spricht sind ihre Mutter und ihre Großmutter Mercedes, Cassandras Schwiegermutter. Mercedes setzt alles daran, Aurora trotz dieser schweren Zeit zu unterstützen und ihr den Alltag leichter zu machen. Im Gemeindechor soll auch sie, genau wie ihre Großmutter, ihren Platz finden. Doch ein neuer Chorleiter hat die Stelle übernommen und möchte niemanden in seinem Chor haben, der nicht redet. Ganz zu schweigen von jemanden, der nicht singt. Doch er hatte dabei nicht mit Cassandra gerechnet, die ihre Tochter bis aufs Letzte verteidigt. Womit Cassandra jedoch nicht rechnet ist, dass der Chorleiter, Eneas, ein durchaus charmanter Mann ist, der ihr nur allzu gern seine Hilfe anbietet, den geliebten Weinstock ihres Mannes wieder für sie herzurichten, nachdem sie ihn durch ihre Trauer so sehr vernachlässigt hat. Mit der Zeit scheint sich zwischen den beiden so etwas wie eine Freundschaft zu entwickeln und als Cassandra auf ein altes Geheimnis ihrer Familie stößt ist er der erste, den sie auch dabei um Hilfe bittet, dieses Geheimnis mit ihr zu lüften. Während sie immer mehr aus der Kriegszeit von ihrer verstorbenen Großtante Anita und dessen verbotenen Geliebten, einen deutschen Soldaten namens Hendrik erfährt, tun sich immer mehr Abgründe auf. Ein verlorenes Kind, ein grausamer Großvater, eine unterdrückte Großmutter und ein Schicksal von zwei sich Liebenden, dass Cassandra von ihrer eigenen Trauer um ihren Ehemann abbringt und sie einem anderen Mann viel näher bringt, als sie jemals gedacht hätte … Meine Meinung: Ich stehe ja wirklich auf Bücher, in denen es darum geht, Geheimnisse zu lüften. Besonders wenn es sich dabei um Geheimnisse handelt, über die wirklich niemand reden möchte, weil eine so große Macht dahintersteckt. Ganz besonders auch dann, wenn das Geheimnis aus einer Zeit stammt, die so brutal und grausam war. Die traurige Liebesgeschichte, die sich hinter diesem Geheimnis verborgen hat, war tatsächlich nicht schwer zu erraten. Nichts desto weniger war sie spannend und bitter zu gleich. Der Weg dahin, bis Cassandra und Eneas wirklich das ganze Geheimnis gelüftet hatten, war eher beschwerlich für mich. Cassandra, trotz all ihrer Trauer und dem was sie durchgemacht hat, mit dem Tod ihres Mannes, ging mir doch zumeist ziemlich auf die Nerven. Ich fand sie nicht unsympathisch, im Gegenteil, aber manchmal einfach viel zu wehleidig und lästig. Hin und wieder hat sie sich einfach benommen, als wäre sie die erste und einzige Person, die einen geliebten Menschen verloren hat und als wären alle anderen drum herum, wie ihre Schwiegermutter oder ihre Tochter, überhaupt nicht davon betroffen. Zum Glück waren die Momente, in denen sie mich nervte eher wenig. Dennoch habe ich mich immer wieder dabei erwischt, wie ich die Augen verdreht habe und dachte, sie solle einfach die Klappe halten. Eneas und seinen Cousin Hani, der sich wirklich so super mit Aurora beschäftigt hat und wirklich für sein junges Alter erwachsener wirkte als manch anderer, fand ich tatsächlich durchgehend sympathisch. Auch Mercedes fand ich ganz nett. Sie hatte keine große Rolle und dennoch, hatte sie eigentlich immer die passenden Worte für jede Situation, und das hat sie einfach in diesem Buch so hervorgehoben. Mit ihrer großen Herz und ihrer Einfühlsamkeit gegenüber ihrer Schwiegertochter, hat sie mir mit am besten von allen gefallen. Die Geschichte insgesamt war auch ganz süß, auch wenn ich das Ende schon erahnen konnte und ich immer mal wieder genervt war. Für zwischendurch fand ich es wirklich in Ordnung und Frau Cebeni hat ja nun auch wirklich einen einfachen und gemütlichen Schreibstil, der einen ob man will oder nicht, schnell durch das Buch führt und einen immer abtauchen lässt. Mein Fazit: Für zwischendurch eine liebliche Abwechslung einem bitteren Geheimnis auf die Spur zu kommen. 4 von 5 Sternen.