Leserstimme zu
Die Reise

Tolles und außergewöhnliches Buch nicht nur für Fans des Genres

Von: Katharina Bachmann
10.04.2019

Über das Buch: Im 22. Jahrhundert entdeckt Mr. Reginald „Reggie“ Straifer eine auffällige Konstruktion bei einem weit entfernten Stern. Doch es lässt sich nicht bestimmen was er da genau entdeckt hat. So startet die Jahrhunderte andauernde Reise der Figuren dieses Buches zum Stern LQ Pyxidis. Um ein solches Unterfangen überhaupt möglich zu machen werden alle paar Jahrzehnte Klone der Besatzung erschaffen. Jeder neue Klon bringt aber natürlich auch seine eigenen Eigenschaften mit sich. Zwischen der ihnen ohne ihren Zuspruch aufgezwungenen Rolle und den Veränderungen die in der Gemeinschaft an Bord des Konvois eintreten müssen die verschiedenen Hauptpersonen der Handlung sich in ihrem eigenen Leben zurecht finden. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die als eigene Kurzgeschichten jeweils mit einer anderen Hauptfigur die Geschichte des Konvois erzählen. Die Figuren aus vorherigen Geschichten werden in anderen Geschichten als Randfiguren aufgegriffen, als Kinder einer Person erwähnt etc. Zwischen den Geschichten liegen oft Zeitsprünge in die Zukunft, auf diese Weise werden mehrere Jahrhunderte der Forschungsreise erzählt. Meine Meinung: Die Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Endlich sind die Menschen in einem Sciences Fiktion Roman keine kriegerische, schlecht entwickelte oder durch die eigenen Fehler beinahe zerstörte Rasse, sondern eine Einheit wie wir es uns nur wünschen können. Forschung wird um des Wissens Willen und nicht ALLEIN aus Profitgier betrieben. Außerdem gefällt mir die weise mit der die Autorin Gesellschaftskritische Ansätze in die Handlung einfließen lässt, ohne jedoch zu belehrend zu werden. Die Entwicklung die die Klone der ursprünglichen Personen durchlaufen und die verschiedenen Richtungen in die sich die Gesellschaft an Bord der Raumschiff Kolone entwickelt sind gut durchdacht. Natürlich haben mir manche der Geschichten besser gefallen als andere aber jede war für sich gesehen interessant. Das Ende der Geschichte hat mich auf jeden Fall sehr überrascht. Das Buch war auf jeden Fall anders als ich es zuerst erwartet hatte, aber in der besten Weise. Aber das mit Abstand beste am Buch ist die KI genannt C. C erscheint an in manchen Situationen menschlicher als einige der Personen und ist eine wunderbar geschriebene Konstante durch die gesamte Handlung hinweg. Das Buch enthält zwar viele technische Details, ist durch seinen Fokus auf das Zwischenmenschliche aber nicht nur für Harde Core Fans geeignet. Aber auch alle Fans des Genres, die erschöpft sind von dem Einheitsbrei ist dieses Buch eine tolle Empfehlung.