Leserstimme zu
Die Geschichte der Bienen

Enttäuschung

Von: Eva Niemeyer aus Balingen
03.05.2019

So viele Vorschusslorbeeren wecken hohe Erwartungen, die jedoch für mich in kleinster Weise auch nur annähernd erfüllt wurden: Der Schreibstil ähnelt dem eines ordentlichen Schülers, der im Unterricht aufmerksam war, alle Übungen gemacht hat und seine Hausaufgaben gewissenhaft erledigte : korrekt in der Grammatik, bescheiden in der Wortwahl, einfallslos und reichlich monoton im Satzbau; Wiederholungen , Stereotypen und gleichartige Muster bilden die Grundlage. Die Idee der zeitlich auf verschiedenen Ebenen verlaufenden Erzählstränge klingt interessant, ist es aber nicht per se und auch nicht, wenn Maja Lunde sich daran versucht. Der Spannungsbogen wird kaum aufgebaut und dann zu wenig gehalten. Nachgereichte Erläuterungen, Erklärungen und Kommentare durch die ich- Erzähler selbst ersetzen niemals , was eine Romanfigur selber verkörpern muss, um zu überzeugen! Viele Sprünge oder im Gegensatz dazu unnötige Fülltexte lassen Langeweile entstehen oder klischeehaft voraussagen wie es weitergeht . Zwischendurch eingesetzte emotional dick aufgetragene Handlungsabschnitte wirken konstruiert und fügen sich wenig geschmeidig in den Erzählstrang. Anerkennung für den Versuch, sich dieses wichtigen Themas anzunehmen . Unverständnis für den Hype, den dieses literarisch äußerst schwache Buch bei einer großen ( unkritischen) Leserschaft ausgelöst hat