Leserstimme zu
Wie wir kochen

Was Blogger kochen

Von: Benedikt Bögle
07.05.2019

Ungewöhnlich ist es tatsächlich nicht mehr: Menschen, die ihr Essen fotografieren und über die sozialen Medien mit der ganzen Welt teilen. Foodblogger fotografieren und kommentieren das Essen aus dem Restaurant, der Imbiss-Bude oder ganz einfach das, was sie zu Hause gekocht haben. "Bekanntlich hat Essen in unserer Gesellschaft den Status einer Ersatzreligion angenommen. Weniger dramatisch formuliert ist vielen Menschen heute nicht mehr egal, was sie ihrem Körper zuführen, und das ist gut so", schreibt die Journalistin Eva Biringer im Vorwort zu "Wie wir kochen. Die besten Foodblogs und ihre leckersten Rezepte", herausgegeben von Julia Stelzner, erschienen bei Prestel. Die freie Journalistin stellt in ihrem Buch die wichtigsten Foodblogs des deutschsprachigen Raums zusammen: Die Betreiber von 27 Blogs finden Platz im schön aufgemachten Buch. Jeder einzelne Blogger - in mehreren Fällen kochen auch zwei Personen zusammen - stellt sich den Fragen der Journalistin. Der Leser erfährt, was die begeisterten Köche essen, wenn es ihnen schlecht geht, wie sauber so eine Küche nach dem großen Kochen ist oder ganz einfach, was das ausgefallenste Essen ist, das die Blogger je gegessen haben. Jeder Food-Blog wird vorgestellt, kurz und knapp schildert Julia Stelzner die Geschichte des Blogs und schreibt über Schwerpunkte der Köche. Dann haben die selbst das Wort und stellen ausgewählte Rezepte vor. Entstanden ist ein sehr buntes Kochbuch, in dem Essen jeglicher Art einen schönen Platz findet: Pesto-Tortellini wie rohe Artischocken als Salat, Rote-Bete-Brownies oder Grünkohl-Pasta. Ein sehr bunter Mix, in dem - nicht, das es erstaunen würde - Fleisch keine große Rolle mehr zu spielen scheint; muss es wohl auch nicht angesichts der vegetarischen Konkurrenz von Kartoffeln, Käse und immer wieder: Rote Bete. "Wie wir kochen" ist ein sehr gelungenes Buch, in dem man gerne blättert, das Hunger macht und eine gute Vorlage für eigene Kochideen ist.