Leserstimme zu
Apokalypse Z - Dunkle Tage

Etwas langatmig, aber okay

Von: Tilly Jones
02.04.2015

Meinung „Apokalypse Z – Dunkle Tage“ ist der zweite Teil der „Apokalypse Z“ Bücher. Jeder, der den ersten Band nicht gelesen hat, aber noch will, sollte hier nicht weiterlesen, denn es kann zu inhaltlichen Spoilern kommen. Der erste Band konnte mich ja mehr oder weniger von sich überzeugen. Es war ein Einstieg und die sind nun mal wie sind. Im zweiten Band erwartete ich Veränderungen, Weiterentwicklungen. Es musste mehr passieren, als im ersten! War das auch so? Finden wir es heraus! Mein erster Kritikpunkt kommt gleich am Anfang. Über 14 ½ Seiten wird der komplette (!!) erste Band noch einmal zusammengefasst. Weder subtil noch in die Geschichte eingewoben, wird einfach wiedergegeben, was vorher geschah, nur um dann an der Stelle weiter zu machen, an der wir im ersten Band aufgehört haben. Dass Autor noch mal einen kleinen Rückblick gibt finde ich gut, aber muss es denn wirklich ganz ganz gaaaanz vorne anfangen? Also quasi im Urschleim? Meiner Meinung nach nicht. Das fand ich ziemlich zäh und da hab ich auch das meiste überlesen. Dann geht die Geschichte endlich los. Wir fliegen mit den Protagonisten in dem gefunden Flugzeug nach Teneriffa. Dort soll das Paradies sein und die Protagonisten erhoffen sich natürlich irgendwas, Hauptsache es enthält keine Zombies. Kann ich nachvollziehen, auch wenn ich finde, dass sie ein bisschen zu viel erwartet haben. Nachdem sie einige Wochen unter Quarantäne standen, dürfen unsere „Helden“ nun also die Insel der Hoffnung betreten. Wir erinnern uns, es waren vier, die dort ankamen: Unser junger Anwalt, der zum Zombiekiller mutiert. Der Ukrainer Prit, eine junge Frau und eine Nonne. Die Nonne wird gleich zu Anfang erstmal ins Koma geschlagen. Damit fällt sie für die ganze Geschichte aus. Zwar war das wohl nötig, um das Dilemma der jungen Frau voran zu treiben, wirkte auf mich aber eher so, als wüsste Autor nicht, was er mit dieser Figur anfangen sollte, nachdem er sie in die Geschichte geworfen hatte. Also weg damit. Natürlich ist auf Teneriffa nicht alles so toll, wie gedacht. War ja klar, oder? Unser junger Anwalt (dessen Namen ich noch immer nicht kenne, oder hat da jemand andere Infos?) ist so eine Art Superzombiekillerheld, weil er und Prit fast 1 Jahr auf dem Festland überlebt haben und die letzten Überlebenden von dort sind, die sich auf die Insel retten konnten. Dass der Anwalt mehr Glück wie Verstand hat ist keinem klar. Die sehen, was sie sehen wollen, oder suchen einfach nur einen Dummen, für ihre dreckige Arbeit. Wie man es nimmt. Nachdem also die „Regierung“ der Insel beschlossen hat, den guten Mann samt Prit wieder aufs Festland zu schicken, sind sie natürlich auch die einzigen, die diesen Ausflug überleben. Ist auch klar, oder? Während also unsere Superzombieheldenkiller von einem Zufall in den nächsten Stolpern, ist die junge Frau, die auf unseren jungen Anwalt steht (warum wird das eigentlich so betont?) allein auf Teneriffa. Sie muss sich dort mit Spionen, aufdringlichen Männern und Verrückten herumschlagen. Anscheinend wird die Insel nicht so geführt, wie gesagt wurde, denn die Regierung ist gespalten und bekriegt sich. Jeder verdächtigt jeden, zur „anderen“ Seite zu gehören und all das endet natürlich so, wie es enden muss. Die junge Frau Lucía landet letztendlich an einem Ort, an dem sie nichts verloren hat und muss nun um ihr Leben bangen. Aber keine Sorge, der Superzombieanwaltsheldkillertötungsmaschine kommt. Schließlich kann er nicht mal ordentlich schießen und hat nichts außer seinen Neoprenanzug. McGyver für Zombies also. Am Ende gabs zu den ganzen Zufällen dann auch noch einen riesen Cliffhanger, der so ziemlich alles offen lässt, was man offen lassen kann. Die Gruppe vom Anfang kam auf Teneriffa an und geht, nachdem sie alles niedergemäht haben. Jedenfalls drängte sich mir dieser Eindruck auf. Das Buch ist schnell gelesen, da sich nach kurzer Zeit die Handlung aufspaltet. Einmal unser Megahulkheldzombiekiller und auf der anderen Seite die junge Frau. Der zweite Band weißt keine tiefgreifende Charakterentwicklung auf, keine vollkommen sinnvolle Handlung (Medikamente sind wichtig! Gehen wir in die am dichtesten bewohnte Gegend und holen sie aus einem überlaufenen Krankenhaus raus! Soldaten können nicht gegen Zombies kämpfen, aber Anwälte! Ja, ne is klar!) und das einzige gute: Endlich war der Kater nicht mehr mit dabei! Der streunt anscheinend auch einfach so über die Insel, obwohl gesagt wurde, dass man ihm zum Essen haben will. Muss man also nicht dafür sorgen, dass er nicht in fremde Hände gerät. Pff, wozu auch? Ich weiß gar nicht, was diese Geschichte hat, aber ich war binnen kürzester Zeit damit durch. Es geht schlag auf schlag, es gibt keine ruhige Minute und kommt grundsätzlich schlimmer, als man denkt. Es war nicht alles schlecht, denn der Autor kann schreiben! Die Welt ist zerstört, kaputt und er bringt das wirklich sehr gut rüber. Auch das die Zombies nicht immer das schlimmste in der Apokalypse sind. Und dennoch komme ich mit dem Protagonisten nicht klar. Wir werden keine Freunde. Fazit „Apokalypse Z – Dunkle Tage“ ist ein Buch, dass man lesen kann. Aber nicht muss. Es zog sich nicht so, wie der erste Band, dafür waren viele Handlungen für mich nicht nachvollziehbar. Für eingefleischte Zombiefans sicherlich empfehlenswert. Aber es gibt bessere Zombiegeschichten. Bewertung Hmpf. Das ist nicht leicht. Ich vergebe ganz gaaanz knappe 3 von 5 Marken. Für 2 fand ich die Welt einfach zu interessant und richtig klasse beschrieben. Und für mehr… da müsste dann wohl der Protagonist ersetzt werden. :-D