Leserstimme zu
Zamonien

Zamonien kompakt

Von: Frollein von Kunterbunt
15.05.2019

Ich verspreche euch hiermit hoch und heilig: ich stelle euch demnächst wieder Bücher vor, die nicht in Zamonien spielen. Die Betonung liegt dabei aber auf ‚demnächst‘, denn noch bin ich ganz und gar im Zamonien Fieber gefangen und glücklicherweise gibt es immer noch Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Da ich aber mittlerweile sehr viele der Romane von Walter Moers in meinem Bücherregal zu stehen habe fing ich ein wenig an den Überblick über all die Zusammenhänge zwischen den Charakteren und den Schauplätzen der einzelnen Bücher zu verlieren. Die Tatsache, dass ich die Zamonien Romane auch nicht in chronologischer Reihenfolge gelesen habe könnte eventuell ebenfalls damit zusammenhängen. Dem Knaus Verlag sei Dank ist deshalb vor einigen Wochen „Zamonien“ bei mir eingezogen, ein Buch, das weitaus mehr als ein Lexikon über die Welt von Walter Moers ist. Klappentext Alles, was man über Walter Moers‘ fantastischen Kontinent Zamonien wissen sollte: Über Buchheim und Brummli, Hel und Haifischmaden, Kakertratten und Kometenwein, Orm und Olz, Schrecksen und Stollentrolle, Untenwelt, Unvorhandene Winzlinge und vieles mehr… Über 150 Artikel, verschwenderisch illustriert. Ihr habt richtig gelesen: „Zamonien“ ist ein Lexikon und damit das Nachschlagewerk zum zamonischen Kontinent schlechthin. Und ja, ich habe es komplett gelesen. Normalerweise sind Lexika nicht dafür prädestiniert sie wie einen Roman von vorne bis hinten durchzulesen. Mit diesem wunderbaren Buch könnt ihr das allerdings durchaus machen und seid anschließend nicht nur schlauer, sondern darüber hinaus auch noch sehr gut unterhalten. In moers’scher Manier ist dieses Nachschlagewerk nämlich nicht nur wortreich und witzig geschrieben, sondern wie im Klappentext bereits steht verschwenderisch illustriert. Ihr findet in diesem Buch wirklich so gut wie alles: Charaktere, Orte, Begebenheiten, sogar Einträge über die zamonische Post und beliebte Speisen sind zu finden. Es gibt fast nichts, was ihr dort nicht findet. Und falls doch, dann gibt es einen E-Mail-Adresse an die ihr schreiben könnt. Dort werden Wünsche gesammelt und wer weiß, vielleicht gibt es ja einen zweiten Band wenn genügend Vorschläge zusammenkommen. Darüber hinaus ist so gut wie jeder Eintrag bebildert. Diese sind nicht nur so detailliert und wunderschön wie eh und je, sondern alle in schwarz/weiß und orange gehalten, sodass das gesamte Buch einheitlich erscheint und ein wahrer Augenschmaus ist. Mein persönliches Highlight waren jedoch die kleinen Bildchen zu jedem neuen Buchstaben. Sobald man im Alphabet zu einem neuen Buchstaben vorrückt wird dieser nicht nur bibliophil illustriert, sondern darüber hinaus auch noch von einem Buchling verschönert. Lieber Knaus Verlag, diese 26 kleinen Bildchen sind so zuckersüß, könnt ihr damit nicht noch mehr machen? Ein Poster mit dem kompletten Alphabet kann ich mir gut vorstellen, oder vielleicht sogar Buchstützen. Bitte lasst diese wunderbaren kleinen Kunstwerke nicht in der Schublade versauern. Ihr würdet die Herzen so vieler Zamonien-Fans höher schlagen lassen, wenn ihr damit Merchandise auf den Markt brächtet. Eine kleine Anmerkung habe ich zum Buch aber doch noch: Wenn ihr, so wie ich, noch nicht alle Roman gelesen habt wird es mir hoher Wahrscheinlichkeit passieren, dass ich euch selbst spoilern werdet. Ich habe beispielsweise den Eintrag über Blaubär ausgelassen, da ich den Roman noch nicht gelesen habe. An anderen Stellen werden aber Zusammenhänge aufgegriffen, mit denen man einfach nicht rechnen kann und wird dann mit Infos überrascht, die man vielleicht gar nicht hätte lesen wollen. Anja Dollinger und Walter Moers sind zwar darauf bedacht nicht alles zu verraten, das merkt man eindeutig bei allen Einträgen, aber es bleibt leider nicht aus, dass einige Sachen vorweg genommen werden, die man so noch nicht wusste. Falls ihr also die Romane völlig unvoreingenommen lesen möchtet, so tut euch selbst den Gefallen und lest „Zamonien“ erst nach der Lektüre aller Romane.