Leserstimme zu
Provenzalischer Rosenkrieg

Interessanter Ausflug in die Welt der Düfte

Von: sommerlese
22.05.2019

In diesen Krimi kann man wieder richtig eintauchen, die gute Französische Küche genießen und erfährt noch einiges rund um die Parfümindustrie und die Rosenblütenernte der Rosenbauern in der Gegend um Grasse. Diese Gegend ist nicht mehr führend in Sachen Parfümölgewinnung, längst kommen die Öle überwiegend aus Marokko und Bulgarien. Auch in diesem Markt herrscht ein ständiger Kampf ums Überleben, die Suche nach synthetischen Düften macht den Blumenbauern das Leben schwer. Bisher hat die Beziehung zwischen Charlotte und Pierre in den vorangegangenen Krimis entscheidend für eine private und unterhaltsame Note gesorgt, dieses Mal ist ihr Zusammenleben schon Gewohnheit und spielt keine große Rolle. Dasselbe gilt auch für den bisher intensiv gepflegten Lokalkolorit, dieser ist in diesem Band nicht mehr so ausgeprägt dargestellt wie gewohnt. Das finde ich schade, dennoch ist dieser Krimi nicht knochentrocken und voller Recherche-Arbeit. Es ist Pierres Lebensart zu verdanken, dass sich zwischen den Ermittlungen immer immer genügend Zeit für eine leckere Mahlzeit findet. Durch die afrikanische Haushaltshilfe Aminata, die ohne Arbeitserlaubnis in Frankreich arbeitet, reißt Sophie Bonnet ein weiteres aktuelles Problem an, doch sie führt es im Krimi nicht weiter aus. Gerade wegen dieser aktuellen Themenbezüge mag ich die Krimireihe immer wieder gern lesen und freue mich auch auf den nächsten Band. Interessanter Ausflug in die Welt der Düfte und ein flüssig zu lesender Provence-Krimi mit sympathischen Charakteren macht weiterhin Lesevergnügen.