Leserstimme zu
Tödliche Sonate

Rezension Tödliche Sonate

Von: Ninespo
12.06.2019

Habt ihr schon mal einen Roman an dem Ort gelesen, an dem er spielt? Ich bisher noch nicht. Daher war Tödliche Sonate meine Premiere, da ich den Krimi während meines Italienurlaubs las. Wer meinem Blog eine Weile folgt, weiß, dass Krimis eine seltene, aber gern gesehene Abwechslung in meiner Leseliste darstellen. Als ich Tödliche Sonate auf der Startseite des Bloggerportals sah, war ich direkt angefixt. Doch kaum war mein neuer Buchzuwachs bei mir angekommen, wollte sich einfach nicht die richtige Lesestimmung einstellen. Einer Eingebung folgend, durfte der Krimi mich nach Italien begleiten und wurde an zwei regnerischen Tagen in einem Rutsch weggelesen. Und ich kann euch sagen: Ein Buch zu lesen, kurz nachdem du die Schauplätze nur einen Tag vorher unwissentlich mit eigenen Augen gesehen hast, ist schon etwas Besonderes. Tödliche Sonate ist ein Krimi, der sich im Handumdrehen lesen lässt Leider (oder sollte ich meiner Lesestatistik zu liebe sagen zum Glück?) hatte ich in Italien dank einer Schlechtwetterfront zwei Tage Zeit, um Tödliche Sonate am Stück weglesen zu können. Und in diesem Fall sage ich: zum Glück. Denn hätte ich den Krimi auf dem Weg zur Arbeit gelesen, hätte ich die eine oder andere unkonzentrierte Minute damit verbracht, an die Handlung zu denken. Zwar ist der Plot nicht weltbewegend neu oder überraschend, auch den Mörder hatte ich in der Mitte des Krimis bereits entlarvt, allerdings sorgten die Figuren, allen voran Commissario Di Bernardo sowie die Nebenschauplätze dafür, dass ich einfach weiterlesen musste. Commissario Di Bernardo ist ein Protagonist, den ich gerne begleitet habe Man kennt sie ja aus den alten Fernsehkrimis, diese erfahrenen und etwas raubeinigen Kommissare, die sich bei der Lösung ihres Falls auf ihre Intuition verlassen und markige Sprüche vom Stapel lassen. Und auch Commissario Di Bernardo hat etwas an sich, das meine Begeisterung weckte. Wie bei allen großen Ermittlern, ist auch Di Bernardos Privatleben so gut wie nicht existent. Er lebt für seine Arbeit, was nicht zuletzt durch seinen Chef bedingt ist, der darauf erpicht ist, den prominenten Musik-Mordfall aufgeklärt zu sehen. Was mich an Di Bernardo jedoch am meisten faszinierte, war seine Art. Sorgsam, liebevoll und doch gradlinig kümmert er sich um seine Kollegen und entwirrt einen undurchsichtigen Fall ohne den Leser auf seinen Gedankengängen zu verlieren. So schafft er es schließlich auch, den vertrackten Fall restlos aufzuklären. Und genau diese Aufklärung war in meinen Augen schlüssig und weder zu früh noch zu schnell. Schade fand ich, dass ich bereits nach der Hälfte des Krimis den Mörder und auch sein Motiv enttarnt hatte. Hier haben mich die Nebenschauplätze nicht genug in die Irre führen können – was ich mir rückblickend allerdings gewünscht hätte. Trotz dieser kleinen Kritik hat mir Tödliche Sonate wirklich gut gefallen. Es konnte mich mit seinem Plot, Di Bernardo als Protagonisten und seinen Ortsbeschreibungen für sich begeistern. Ich danke dem Heyne Verlag und dem Randomhouse Bloggerportal herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tödliche Sonate.