Leserstimme zu
Suche mich nicht

Harlan Coben ist IMMER lesenswert, auch, wenn sein neuster Roman mich nicht ganz überzeugt hat

Von: AUSGEbuchT - Petra Molitor
09.07.2019

Das Buch/Der Autor: „Suche mich nicht“, der neue Thriller des US-amerikanischen Autors Harlan Coben, ist Mitte Juni 2019 auf Deutsch im Goldmann-Verlag erschienen. Die Übersetzung aus dem Original stammt von Gunnar Kwisinski. Erhältlich sind das Taschenbuch mit 480 Seiten für 15 Euro, sowie das E-Book und eine Hörbuchversion. Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er hat bislang fünfzehn Thriller geschrieben, die in über dreißig Sprachen übersetzt wurden. Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award. Harlan Coben gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey. Wie es aussieht: Typisch „Harlan-Coben-Goldmann-Style“ natürlich. Der Verlag setzt auf die gewohnten Gestaltungsmerkmale mit hohem Wiedererkennungswert. Dieses Cover hier gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingen, ich fand andere deutlich besser. Aber es erfüllt seinen Zweck. Um was es geht (Klappentext des Verlages und Pressestimmen): Für Simon wird ein Alptraum wahr, als seine Tochter Paige von einem Tag auf den anderen verschwindet. Hinterlassen hat sie eine Botschaft, in der sie klar macht, dass sie nicht gefunden werden will. Panisch begibt sich Simon auf die Suche, und als er Paige im Central Park tatsächlich entdeckt, erkennt er seine Tochter nicht wieder. Denn diese junge Frau ist völlig verstört und voller Angst. Sie flieht vor ihm, und Simon hat nur eine Chance, wenn er sie retten will: Er muss ihr in die dunkle und gefährliche Welt folgen, in deren Sog sie verloren ging. Und was er dort entdeckt, reißt ihn und seine gesamte Familie in einen Abgrund … „Coben ist einfach einer der ganz, ganz Großen.“ (Gillian Flynn, Autorin von "Gone Girl") „Das Genie dieses amerikanischen Schriftstellers liegt darin, Thriller zu schreiben, die sowohl hoch spannend als auch emotional sind.“ (Heat) „Harlan Coben ist einer der Größten seiner Zunft und einer wahrer Zauberer mit Worten.“ (The Huffington Post) „Seine Romane sind Meisterwerke der Spannung.“ (Sebastian Fitzek) Wie es mir gefallen hat: Vorab möchte ich festhalten, dass ich wirklich ein großer Fan von Harlan Coben und seinem Schreib-/Erzählstil bin. Alle Bücher, die ich bis jetzt von ihm gelesen habe – und es waren viele – haben mir gut gefallen und sind für mich absolut lesens- und empfehlenswert. Es ist aber wie bei jedem anderen Leser so, dass es bei aller Begeisterung für einen Lieblingsautor doch Romane gibt, die einem besser gefallen als andere. Leider ist das bei mir bei „Suche mich nicht“ der Fall. Es gibt Geschichten des Autors, die mich deutlich mehr „abgeholt“ haben als diese. Das hat keinesfalls etwas mit fehlender Spannung zu tun, die ist wie immer von Anfang bis Ende auf hohem Niveau vorhanden. Auch diesen Pageturner konnte ich wieder kaum zur Seite legen und habe ihn innerhalb weniger Stunden weggesuchtet. Auch die meisten handelnden Charaktere haben mir recht gut gefallen, auch wenn Simon für mich bei allem Einsatz für seine Familie doch auch etwas farblos bleibt. Trotzdem habe ich natürlich mit ihm mitgefiebert, ob er Paige fnden und retten kann. Und ebenso seine Ehe und den Rest der Familie, nachdem er dunkle, ihm bisher unbekannte, Geheimnisse aufdecken konnte. Sehr schön beschrieben fand ich die Liebesgeschichte zwischen ihm und Ingrid, das hat Harlan Coben für einen Thrillerautor echt gut ausgearbeitet, man konnte das Band zwischen den beiden deutlich nachspüren. Nun zu meiner Kritik: Es tut mir wirklich leid, aber die Geschichte war ab einem bestimmten Zeitpunkt an einfach zu weit hergeholt, recht abstrus und stark konstruiert. Ich möchte hier nicht spoilern, aber die Story hat sich für mich in eine recht unrealistische Richtung entwickelt. Natürlich handelt es sich hier um eine Fiktion, das ist mir durchaus klar, aber auch mit künstlerischer Freiheit war es mir einfach too much. Auch blieben bei mir bei der „Auflösung“ einige Fragen offen. Ich wundere mich, dass andere Rezensenten das wohl nicht bemängeln. Komisch, aber ich schildere ja hier ausschließlich meine persönlichen Empfindungen. Mein Fazit: „Suche mich nicht“ wird sicherlich ganz viele begeisterte Fans bekommen. Mir hat das Buch ja auch gut gefallen – gut, aber leider eben nicht mehr. Trotzdem bin und bleibe ich einer der größten Anhänger von Harlan Coben, das schmälert meine Begeisterung und Verehrung nicht. Ich vergebe immer noch anständige 4 von 5 Sternen.