Leserstimme zu
Traum des Lebens

Ein Leben in New York oder doch in London?

Von: Ella.liest
10.07.2019

Traum des Lebens ist mein erster Roman von Jeffrey Archer. Ich hatte vorher noch nie von ihm gehört und habe beim Recherchieren schnell gemerkt, dass sich die Meinungen wirklich stark spalten, was seine Bücher angeht. Ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Ich bin selbst sehr Zwiegestalten was diesen Roman angeht. Die Sowjetunion im 20. Jdh.: Eine Familie, die den KGB verachtet. Der Vater will eine Gewerkschaft gründen und stirbt kurz daraufhin an seinem Arbeitsplatz. Zufall? Mutter und Sohn sehen sich gezwungen zu flüchten. Am Hafen angekommen, nun die alles entscheidende Frage: die rechte Kiste oder die linke Kiste, in welche sollen sie steigen? Geht es für die nach Amerika oder nach England? Anstatt bewusst eine Wahl zu treffen wird eine Münze geworfen. Ab hier spaltet sich der Roman und spinnt beide Fäden Stück für Stück abwechselnd in einem Kapitel. Mal folgt man Alex und Elena in Amerika und mal Sascha und Elena in England. Der Anfang der Geschichte gefiel mir wirklich super gut. Ich wollte ursprünglich nur kurz rein lesen und plötzlich waren 2 Stunden um und ich war an der Stelle mit dem Münzwurf angekommen. Mein erster Eindruck war simple: WOW. Großartiger Schreibstil und unglaublich realistische Charaktere. Und dann begann so ein bisschen mein Problem. Während ich große Sympathie für Sascha und Elena (Storyline England) habe, kann ich Alex und Elena (Storyline Amerka) so gar nicht leiden. Ich habe kurz überlegt nur noch die Kapitel rund um Sascha zu lesen, da diese mich wirklich interessieren und ich sie einfach Klasse finde, währenddessen mich Alex wirklich von Kapitel zu Kapitel mehr nervt und ich ihn manchmal gern anschreien möchte. Ich kann einfach keine seiner Entscheidungen richtig nachvollziehen und komm mit seiner Art nicht klar. Jedoch lebt dieses Buch davon diese zwei komplett Unterschiedlichen Charaktere darzustellen, aufgrund einer einzigen Entscheidung. Ich finde es teilweise jedoch unrealistisch, denn wie kann ein und dieselbe Person (so wie es zuerst dargestellt wird) so unterschiedliche Charakterzüge aufweisen und das obwohl die gleiche Vergangenheit zugrunde liegt. Ob man dies nun positiv oder negativ sieht, ist jedem selbst überlassen. Ich fand es ab und an wundervoll, weil es mich bewegt hat und an anderen Stellen hat es mich einfach nur aufgeregt. Fazit: Die unglaubliche Dynamik durch die zwei Storylines und die damit einhergehende Spannung sind für mich bisher einmalig. Der Schreibstil und die (zu 50%) mir lieb gewonnen Charaktere sind Grund genug dieses Buch zu lesen. Es nimmt einen mit auf eine authentische Reise und ermöglicht es dem Leser an vielen Punkten anzusetzen und tiefgründiger über das Gelesene nachzudenken.