Leserstimme zu
Königsschwur

Königsschwur von Joe Abercrombie

Von: Bou
09.04.2015

Königsschwur hat mir mal wieder gezeigt, dass man oft selbst ein Buch lesen muss, um sich eine Meinung zu bilden. Das Buch stand seit seiner Ankündigung auf meiner Wunschliste, rutschte von dieser schnell aber wieder runter aufgrund vieler schlechter Rezensionen. Größtenteils handelte es sich hierbei aber um Leser, die sein vorherige Reihe gelesen hatten und wahrscheinlich mit hohen Erwartungen an sein neustes Werk herangetreten sind. Was jedoch immer wieder vergessen wird ist die Tatsache, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt. Ich bin zwar kein Freund davon den Schreibstil einer Altersgruppe entsprechend anzupassen, bei Joe Abercrombie - ohne seine vorherige Reihe zu kenne - konnte ich aber solche Maßnahmen kaum erkennen. Im Gegenteil, ich war nach anfänglicher Skepsis von dem Buch wirklich positiv überrascht und mir hat es sogar Spaß gemacht zusammen mit Yarvis und seinen Freunden ein richtiges Abenteuer zu erleben. Das Buch beginnt dabei gleich an einen sehr spannenden Punkt und lässt dem Leser kaum Zeit so richtig in Gettland anzukommen. Hier könnte man vielleicht die Kritik üben, dass eine kurze Einwöhnungsphase in die fremde Welt nett gewesen wäre. Aber so wie Yarvis kaum Zeit hat sich auf seine Rolle als König vorzubereiten, so wird mir auch nur wenig Zeit gewährt Gettland und die umliegenden Länder genauer kennen zulernen. Denn schon nach in kürzester Zeit werde ich mit Yarvi verraten, versklavt und landen als Ruderer auf einem Schiff. An dieser Stelle wuchs mir das Buch mit seinen tollen Charakter so richtig ans Herz. Die gesamte Schiffscrew ist zwar nicht die sympatischste Gruppe, dennoch bieten sich hier tolle Dialoge, die mich immer wieder zum schmunzeln brachten. An den Charakteren hab ich nur wenig auszusetzen. Hier und da vielleicht ein wenig mehr Tiefgang und weniger Action, aber das sind so Kleinigkeiten, die dem Buch nichts nehmen. Joe Abercrombie gönnt den Lesern so gut wie gar keine Ruhe und hier liegt sicher die größte Stärke des Buches. Einmal vom Schiff runter, versucht Yarvi zu flüchten und ich lerne, wie hart es ist in diesem Land, dass von einem Hochkönig regiert wird, überhaupt zu überleben. Es bleibt stetig spannend und kaum gibt es Momente, die ich als zu lang empfunden habe. Die Krönung waren aber definitiv die letzten 100 Seiten, die viele Überraschungen bereit hielten und von Yarvi nochmal einiges abverlangten. Glücklich bin ich darüber, dass, obwohl es sich hierbei eigentlich um eine Trilogie handelt, die Teile an sich alle abgeschlossen sind. Yarvi erhält sein persönliches Happy End und auch ich bin glücklich über dieses schöne abgeschlossene Ende. Dennoch war das sicher nicht mein letzter Abstecher in Yarvis Welt. Joe Abercrombie hat mich voll und ganz überzeugt und ich warte schon begierig auf den nächsten Teil. (der im August erscheint).