Leserstimme zu
Der Tag, an dem Rose verschwand

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Spannend, mit leisen Tönen.

Von: Gisela Simak
10.04.2015

Zum Inhalt "Der Tag, an dem Rose verschwand" ist ein richtiger Pageturner, ohne dabei laut zu werden. Wenn man den Titel liest, vermutet man einen Thriller. Ein kleines bisschen trifft das auch zu. Es ist eine tragische Familiengeschichte, deren Unglück in den 60iger Jahren ihren Anfang nimmt. Rose und Anna sind ziemlich ungleiche Schwestern. Rose ist eine sehr hübsche junge Frau. Sie weiß das! Sie spielt mit den Herzen, die ihr zufliegen. Ihre Launen kennen oft keine Grenzen. Sie ist künstlerisch begabt. Anna ist ein paar Jahre jünger als Rose und auch hübsch; jedoch weiß sie das nicht. Sie hat die gleiche künstlerische Begabung wie Rose; stellt jedoch auch hier ihr Licht unter den Scheffel. Ihre große Schwester ist ihr Vorbild. Anna bemerkt Rose fieses Verhalten gegenüber Jungs und findet es nicht in Ordnung. Überhaupt, manchmal ist Anna sehr genervt von den Launen ihrer Schwester. Zwei Schwestern, die ziemlich verschieden sind. Zitat aus dem Buch: >> Zusammen waren wir Rose und Anna - Rosanna.<< Dann ist Rose auf einmal weg. Ihre Liege im Garten und das Buch daneben lassen einen denken, sie kommt jeden Moment zurück ....... Knapp 20 Jahre später Rose wird immer noch vermisst. Die Zeit heilt alle Wunden ist ein Spruch, der in Annas Familie keine Gültigkeit hat. Das ganze Leben der Familie wird von Rose beherrscht, obwohl sie nicht mehr da ist. Die Ungewissheit lässt Annas Mutter Sandra sonderbar werden ....... Meine Meinung Diese Geschichte ist von der ersten Silbe an so spannend, das es mir unmöglich war, das Buch zur Seite zu legen. Man erfährt erst ziemlich zum Schluss, was mit Rose passiert ist. Bei Anna hatte ich das Gefühl, dass sie dachte kein Anrecht darauf zu haben, ein glückliches Leben zu führen. Sie wird von Albträumen geplagt. Sie zweifelt an der Liebe zu ihrem Freund Martin. Sie freundet sich mit Martins Exfrau an und verlässt Martin ......ROSE! Immer wieder Rose! Auch ihre Eltern führen ein Leben, dass darauf ausgerichtet ist, Rose könnte jederzeit bei der Türe hereinspazieren. Sandra will in keinen Urlaub fahren. In dieser Zeit könnte ja Rose nach Hause kommen. Bei Sandra hatte ich mehr als einmal das Gefühl, sie verliert den Verstand. Im Lauf der Geschichte erfährt man jedoch mehr über Sandra. In den 60iger Jahren hatte sie ein traumatisches Erlebnis .......... Den Tod ihres Bruders Roland hatte sie auch nie richtig verkraftet. Bis heute ist ungeklärt, ob der Musiker einen Unfall hatte oder freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Rose hat in meinem Kopf ein sehr unsympathisches Bild hinterlassen. Sie ist mir vorgekommen wie eine zickige Diva ohne Tiefgang. Anna fand ich total sympathisch. Ich habe immer gehofft, dass sie mit Martin zusammen bleibt. Seine Exfrau Ruth kam sehr ehrlich rüber. Anna und Ruth haben sich gegenseitig geholfen. Manchmal vermutete ich, Ruth würde Martin gerne wieder als Ehemann in ihrem Leben haben. Ich war sehr gespannt, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege ..... Was mich sehr neugierig gemacht hat: Sandra hat Babyschühchen für ihre Tochter gekauft. Anna war jedoch nicht schwanger ....... Fazit Die Autorin hat die Personen sehr gut beschrieben. Hauptperson in diesem Roman ist ROSE! Obwohl seit Jahren vermisst, führt sie weiterhin Regie, im Leben ihrer Familie. Man kann mit der Familie gut mitfühlen. Es kann kaum Schlimmeres passieren, als die Ungewissheit, was mit einem Familienmitglied passiert ist. Abschied nehmen ist unmöglich. Linda Newbery hat das Thema Verlust sehr sensibel behandelt. Ihre Beschreibungen haben mir ermöglicht, von allen Protagonisten ein klares Bild vor Augen zu haben. Man wusste sehr genau, wie jeder Einzelne tickt. Einzig Sandra wusste ich nicht einzuordnen ........ Wer gerne spannende Familiengeschichten mag, liegt bei diesem Buch goldrichtig. Idee: 5 Sterne Cover: 5 Sterne Schreibstil: 5 Sterne Spannung: 5 Sterne Gefühl: 5 Sterne