Leserstimme zu
Lieber Mr. Salinger

Eine Liebeserklärung an J.D. Salinger

Von: Giirl with the Book
22.08.2019

Jedem läuft irgendwann in seinem Leben der amerikanischen Erfolgsschriftsteller J.D.Salinger über den Weg. Seine Werke "Der Fänger im Roggen" oder "Franny und Zooey" begeistern seit Jahrzehnten die Generationen und auch auf meinem SuB habe ich Bücher von ihm liegen - und das tatsächlich schon seit einigen Jahren. Gelesen habe ich bis heute keins - doch das wird sich ändern, denn der Roman "Lieber Mr. Salinger" hat mich dazu gebracht. Warum? Das erfahrt ihr jetzt! "Lieber Mr. Salinger": Darum geht es Die junge Joanna kommt in den 90er Jahren frisch vom College nach New York, um Karriere in der Literaturszene zu machen. Doch anstatt ihren literarischen Ambitionen nachzugehen, landet sie als Assistentin in einer Agentur für Autoren, in der die Zeit stehen geblieben scheint: Statt Computern arbeitet man hier noch mit Schreibmaschienen und ihre strenge Chefin ermahnt sie, niemals "Jerry" anzurufen. Wer das wirklich ist, begreift Joanna erst mit der Zeit, denn seine Romane hat sie nie gelesen. Dafür muss sie nun Salingers Fanpost beantworten und neugierig geworden, entdeckt sie doch noch die Welt seiner Werke, die so ganz anders sind, als sie es sich vorgestellt hat. Neben Joannas Jobleben, ist da auch noch Don, ihr älterer Freund, mit dem sie nach wenigen Wochen Beziehung in eine kleine schmuddelige Wohnung mit schiefen Boden zieht und bei dem man sich die ganze Zeit nur denkt: "Was für ein Arschloch". Er ist selbst Schriftsteller und wohl einer der unsympathischsten Charaktere, der mir in letzter Zeit untergekommen ist. Jedes Mal habe ich mich gefragt, wie Joanne nur mit diesem Typ zusammen sein kann. Und auch mit ihren Eltern hat sie es nicht leicht. Jetzt, wo sie einen Job hat, drückt ihr Vater ihr ihren Studienkredit aufs Auge und auch die Kreditkartenrechnungen der letzten Jahre, soll sie auf einmal aus eigener Tasche zahlen. Blöd nur, dass sie in der Agentur schlecht verdient und New York ein teures Pflaster ist. "Lieber Mr. Salinger": Mein Fazit Ich liebe Bücher, die von Literatur und der Buchbranche handeln. Ich glaube jeder Buchblogger tut das. Und trotzdem hatte "Lieber Mr. Salinger" noch einmal etwas ganz besonderes. Das Flair von New York, die Aufregung, als Joanna erfährt, welchen Weltstar ihre Agentur doch eigentlich vertritt und der ganz normale Wahnsinn des Arbeitsalltags in der Litarturwelt, liesen mich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Als ich das Buch zu lesen begann, erwartete ich nicht viel und vielleicht gerade deswegen bin ich so begeistert. Der Schreibstil von Joanna Rakoff gefällt mir sehr gut und dass das Buch autobiografisch ist, gibt dem ganzen natürlich noch ein i-Tüpfelchen. Tatsächlich hat es die Geschichte geschafft, mich neugierig auf Salingers Bücher zu machen, denn gekonnt verbindet Joanna Rakoff ihre Geschichte mit Hintergundinformationen über sein Leben und seine Figuren.