Leserstimme zu
Deutsche Autolegenden

Ein Überblick über die deutsche Automobil-Geschichte

Von: autobuch.guru
25.08.2019

Die deutsche Automobil-Industrie genießt international ein hohes Ansehen, das Zertifikat "Made in Germany" steht auch bei den Automobilen für sehr gute Qualität. Einen Überblick über die deutschen Autolegenden möchte dieses Buch liefern. Hier erwarten den Leser eine Auswahl der interessantesten Automobile aus der Geschichte … So zeigt sich schon auf dem Titel mit dem Mercedes-Benz 300 SL eine wahre Legende, ohne Frage. Die Frontaufnahme zeigt sich auf einem schlichten schwarzen Hintergrund und wird durch eine Glanzlackierung noch hervorgehoben. Auf der Rückseite zeigt sich dann noch ein Grand Prix-Rennwagen der Auto Union und ein kurzer Klappentext. Das Buch ist generell recht groß im Hochformat umgesetzt und bietet somit durchaus eine Plattform, um die Fahrzeuge auch großformatig abzubilden. Diese Möglichkeit zeigen dann auch gleich die ersten Seiten, auf denen sich gleich vier Sportwagen von Porsche, Audi, BMW und Mercedes-Benz wiederfinden. Jeweils eine Doppelseite zeigt die Fahrzeugen in bekannten Stil der amerikanischen Ron Kimball Studios. Das Inhaltsverzeichnis wird auch geschmückt von einem großflächigen Foto, welches einen klassischen Mercedes-Benz zeigt. Das Buch teilt sich neben der vorgelagerten Einleitung und den nachgelagerten Biografie, Danksagung und Register in neun Kapitel. Diese führen den Leser in logischer, weil chronologischer, Reihenfolge durch die Geschichte des deutschen Automobils. Die Einleitung macht leider deutlich, dass der Titel schon ein wenig älter ist, denn hier wird noch vom Rennen um den größten Hersteller zwischen Toyota und General Motors berichtet. Auch gehört Opel noch zu GM und BMW fährt noch in der Formel 1, heute scheinbar längst vergangene Zeiten. Das ursprüngliche Original-Buch mit englischen Text erschien schon 2009 im italienischen White Star Verlag. Nach vier weiteren, doppelseitig abgebildeten, deutschen Klassikern startet aber schließlich das erste Kapitel. In den Kinderschuhen lautet die Überschrift und beginnt die Story mit dem ersten Automobil aus dem Jahr 1885, welches von Carl Benz gebaut wurde Auch die früheren, internationalen Erfindungen und Versuche einen fahrbaren Untersatz zu realisieren bleiben nicht unerwähnt. Die noch sehr kutschenhafte Automobile zeigen sich auch in vielen Bildern und das Buch liefert dazu auch Einblicke in die damalige Produktion. Man kann auch erste Wagen von Ferdinand Porsche oder von Opel entdecken, wobei selbst der Motorsport nicht ausgeklammert wird. Qualität als Markenzeichen war eine der Erfolgsformel der deutschen Automobilbauer und gleichzeitig auch die Überschrift zum zweiten Kapitel. Immer im Bezug auf die unterschiedlichen, wirtschaftlichen Lage der jeweilige Zeit gelang es den Deutschen immer wieder zuverlässige Automobile zu bauen. Elitäre Marken wie Maybach oder Adler platzierten ihre Modell zumeist in der Oberklasse und konnten hier oftmals überzeugen. Der Blick geht aber auch abermals auf die damaligen, motorsportlichen Veranstaltungen wie das Rennen New York-Paris über 19.000 km. Hier stellten auch die deutsche Hersteller ihre Qualität unter Beweis. Schon früh sicherten sich die deutsche Hersteller so ihren guten Ruf. Mit dem Blitzen-Benz gelangen auch internationale Rekorde und das Rumpler Tropfenauto war eine aerodynamische Sensation. Schon früh war man auch um höchste Effizienz bemüht. Auch Modelle von Opel, Dixi, Tempo, Hanomag oder Apollo finden sich noch wieder. Kapitel 3 blickt dann auf Jahre im Rampenlicht, düstere Jahre – ein Gegensatz, welcher aber die großen Anstrengungen zur international Anerkennung ebenso behandelt wie die dunkle Zeit des zweiten Weltkrieges. Besonders im Motorsport förderte das deutsche Regime die Automobil-Industrie und so waren bei den Duellen von Mercedes-Benz gegen die Auto Union die Gegner zumeist chancenlos. Viele prunkvolle Automobile, zumeist von Mercedes-Benz finden sich auch immer wieder in vielen Abbildungen wieder. Ein Wunder beginnt zeigt dann den raschen Wiederaufstieg der deutsche Automobil-Historie nach dem verheerenden Krieg. Ausgerechnet eine Projekt zur Massenmobilisierung welches von Hitler vorangetrieben wurde blühte erst jetzt richtig auf. Der Käfer von Volkswagen war ein durchschlagender Erfolg und konnte durch die günstige aber gleichfalls unverwüstliche Konstruktion glänzen. Auch der Export lief sehr gut und so mobilisierte der Käfer schnell die Welt. Für den gewerblichen Einsatz brachte Volkswagen dann noch den Typ 2 heraus, der als Bulli bekannt wurde und ebenfalls zum vollen Erfolg wurde. Sein Nachfolger ist bis heute erhältlich und weiterhin hoch angesehen. Neben Volkswagen konnten schnell auch Ford und Opel wieder mit passenden Modellen auf den Markt kommen. Schließlich waren hier im Hintergrund die Amerikaner aktiv. Borgward war eine Erfolgsstory für sich und BMW tat sich zunächst noch schwer und hatte einen falsche Modellpolitik. Neben einigen Luxuswagen bot man die kleine Isetta an und dazwischen konnte man seinen Kunden lange nichts arbeiten. Auch Erfolge im Motorsport, die vor allem Mercedes-Benz zu verdanken waren, sorgten wieder für ein großes internationales Ansehen und hohe Anerkennung für die Leistung der deutsche Ingenieure. Auch Porsche startete seine Erfolgsgeschichte mit dem ersten Modell 356. Die sechziger Jahre folgen dann im vierten Kapitel unter dem Titel Große Träume und heiße Zeiten. Hier findet man auch ein Amphicar wieder, welches als ungewöhnliches Schwimmauto zwar für Aufsehen sorgte. Ein Erfolg wurde der Amphicar aber nicht, auch der vielverspechene Wankelmotor konnte sich nicht durchsetzen. Vielmehr führt er gar die Marke NSU in den Ruin. Opel begeisterte die Welt mit dem GT und Mercedes-Benz sorgte mit dem beeindruckenden 600 für viel Aufsehen. Selbst die Autoindustrie in der DDR mit dem Trabant wird hier vorgestellt. Die folgenden vier Kapitel blickt jeweils auf ein Jahrzehnt zeigen dann die stetige Entwicklung der deutsche Automobile und wie diese auch international oftmals eine Spitzenposition einnahmen. Sei es mit dem ersten Volkswagen Golf, einem längst überflüssigen Nachfolger des Käfer oder dem ersten Porsche 911 Turbo der Porsche mit in die Klasse der Supersportwagen heben konnte. Auch einige Exoten wie die Modelle von BMW Alpina, Loremo oder Apollo werden vorgestellt und zeugen von ihrer speziellen Ausrichtung. Die ersten Schritten zur Elektromobilität finden sich ebenfalls wieder und passenderweise endet das Buch mit dem BMW i8. Fazit: Eine durchaus interessante Zeitreise durch die deutsche Autogeschichte liefert das Buch aus dem Bassermann Verlag. Für Einsteiger lohnt sich der Titel in jedem Fall, denn im Text finden sich erstaunlich viele bekannte Anekdoten wieder. Die Mischung von Bild- und Test-Anteilen ist hier durchaus gelungen und zeigen auch unterschiedliche Szenarien auf. Natürlich kann ein Buch nicht die komplette Geschichte der deutsche Automobil-Industrie wiedergeben, aber die gewählte Auswahl kann als gelungen durchgehen. Zum günstigen Preis von nur 25 Euro kann man nichts falsch machen und erhält einen tollen Blick auf einige der deutschen Autolegenden. Kenner werden zwar wenig Neues entdecken, aber eventuell war das ein oder andere Detail doch noch nicht bekannt. Für Neulinge stellt das Buch dagegen fast schon eine Schatztruhe dar.