Leserstimme zu
Love to share – Liebe ist die halbe Miete

Ein interessanter Debüt-Roman für zwischendurch...

Von: printbalance
02.09.2019

Inhaltsangabe: Als Tiffy von ihrem Ex-Freund Justin aus der gemeinsamen Wohnung rausgeschmissen wird, braucht sie so schnell wie möglich eine neue Bleibe. Doch damit beginnen neben ihrem Liebeskummer auch schon die Probleme: In London sind die Mietpreise entweder so erschreckend hoch oder die noch freien Unterkünfte in einem katastrophalen und nahezu gesundheitsgefährdenden Zustand. Hinzu kommt noch, dass die Mittzwanzigerin als Juniorlektorin eines kleinen Bastel- und DIY-Verlages kaum etwas verdient und ihr Gehalt somit nur für das Allernötigste ausreicht. Zur selben Zeit kämpft auch Leon mit finanziellen Problemen. Sein jüngerer Bruder Richie sitzt derzeit im Gefängnis und braucht dringend Geld für einen guten Anwalt. So kommt dem 27-jährigen die ungewöhnliche Idee, seine kleine Einzimmerwohnung samt Mobiliar stundenweise unterzuvermieten um Richie unterstützen zu können. Da Leon täglich seine Nachtschichten auf der Palliativstation absolviert und an den Wochenenden bei seiner Freundin Kay lebt, bietet er für diese Zeit seine leerstehende Wohnung über ein Zeitungsinserat an. Diese auffallende Annonce sticht Tiffy sofort ins Auge und weckt ihr Interesse. Sofort nimmt sie mit dem Inserenten Kontakt auf und vereinbart mit dem Unbekannten einen Besichtigungstermin. Nicht Leon, sondern seine Freundin Kay übernimmt die vereinbarte Wohnungsvermietung und wickelt die Angelegenheit mit Tiffy ab. Sie unterstützt zwar ihren Freund widerwillig, hält aber nichts von dessen Idee. Nachdem Tiffy den Mietvertrag unterzeichnet hat, bringt sie in Leon's geordnete Wohnung ihren eigenen Charme ein. Die bunten Farben und Dekoideen der Juniorlektorin gefallen dem jungen Mitbewohner überhaupt nicht. Da sich die beiden jedoch nie persönlich begegnen, beginnen Tiffy und Leon sich über Post-it-Botschaften zu verständigen. Was anfangs mit völlig belanglosen Notizen startet, endet mit einer richtigen "Brief-Freundschaft". Dies soll sich schon bald ändern, als Tiffy eines Tages zu früh nach Hause kommt und Leon zum ersten Mal persönlich begegnet. Sofort verspüren sie eine tiefe Verbundenheit und plötzlich gerät die Welt der beiden ins Wanken... Eigene Meinung: "LOVE TO SHARE" ist der Debüt-Roman von Beth O'Leary. Dieses Buch wurde bereits in 35 Ländern veröffentlicht und ist derzeit in aller Munde. Protagonistin ist zum einen Tiffy, die durch ihre quirlige, schillernde und kindliche Art einem Paradiesvogel gleicht. Durch ihr Faible für Selbstgemachtes unterstreicht sie ihre peppige Persönlichkeit. Und zum anderen ist da der 27-jährige Leon. Er ist ein ruhiger, introvertierter junger Mann, der die Situationen nüchtern betrachtet und somit hin- und wieder auf den Leser unnahbar wirkt. Diese beiden ungleichen Personen teilen sich ab sofort eine Einzimmerwohnung, genauer gesagt sogar das Bett, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Dass dies auf Dauer aber nicht gut gehen kann, ahnt der Leser bereits im Vorfeld. Dies sorgt natürlich für viele amüsante Szenen und aberwitzige Dialoge. Zu Beginn empfand ich das Buch schwierig zu lesen, denn ich hatte etwas Anlaufschwierigkeiten den Einstieg in die Geschichte zu finden. Doch nach und nach nahm die Handlung rasant fahrt auf und die Seiten flogen nur noch so dahin. Der Schreibstil der Autorin ist etwas ungewohnt, doch genau das ist der Kick in diesem Buch. Beth O'Leary behandelt zwei aktuelle Themen: Freundschaften und die große Liebe. Die beiden Sparten bieten einen großen Spielraum für weitere Handlungsstränge an, die die junge Schriftstellerin ausnützt um dem Buch eine gewisse Tiefe zu verleihen. An manchen Stellen war es mir aber ein wenig zu viel des Guten. Fazit: Ein witziger Roman für zwischendurch. Er beinhaltet viele aktuelle Themen die unterhaltsam sind, dennoch wurde das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft. Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen