Leserstimme zu
Mein Sommer auf dem Mond

Popescu Wohlfühligkeit

Von: Fantasie und Träumerei
09.09.2019

Adrianas Bücher mag ich so gerne. Sie gehören für mich zu den Wohlfühlromanen, die mich immer wieder in Herzlichkeit und Freundschaft einbetten. In Abenteuer und Ankommen. Auch "Mein Sommer auf dem Mond" hat etwas mit Abenteuer und Ankommen zu tun. Dem Abenteuer sich einer psychischen Erkrankung zu stellen (was oftmals sehr, sehr schwierig ist) und dort anzukommen, wo man sich selbst wiederfindet. Dort anzukommen wo man in sich selbst Kraft findet der Krankheit auch weiterhin die Stirn zu bieten. Fritzi, Bastian, Tim und Sarah sind vier sehr unterschiedliche Jugendliche, die mit unterschiedlichen Krankheitsbildern in einer psychiatrischen Rehaklinik ihre Therapie bestreiten. Unverhofft geraten sie in eine Situation, die alles von ihnen abverlangt, aber auch viel zurückgibt. Mut, Freundschaft, Liebe, Selbstvertrauen. Wieder hat Adriana Popescu Figuren geschaffen, die Identifikationspotential bieten und die sympathisch und nahbar sind. Ihre Krankheitsbilder bleiben lange Zeit geheim, was ich sehr gut finde, denn so bietet die Autorin Zeit, um die einzelnen Persönlichkeiten kennenzulernen und wahrzunehmen und nicht die Krankheit vor den Charakter zu schieben. Die Schreibe ist gewohnt locker und flüssig, eine Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. Ich muss allerdings sagen, dass mir in "Mein Sommer auf dem Mond" etwas an Tiefe fehlt, die ich eigentlich von Popescu kennen. Außerdem werden viele Nerd-Insider aneinander gereiht, deren Häufigkeit mir ein wenig zu viel war. Nichtsdestotrotz ist "Mein Sommer auf dem Mond" ein ebenso lesenswerter und unterhaltsamer Jugendroman wie alle anderen Bücher der sympathischen Autorin.