Leserstimme zu
HOW TO - Wie man's hinkriegt

Kann man so machen ...

Von: Uwe
11.09.2019

Was kann den Leser wohl erwarten, wenn ein Buch mit einem Warnhinweis beginnt und einer ausdrücklichen Entschuldigung, dass dieses Buch "voller schlechter Ideen" steckt? Falls doch ein paar gute dabei wären … bittet der Autor auch noch um Entschuldigung. Wer Randall Munroe, dessen Hintergrund oder gar sein bisheriges Schaffen schon kennt, der grinst sich direkt eins. Wer nicht … der mag eine Augenbraue hochziehen und in Richtung desjenigen schauen, der ihm dieses Buch geschenkt hat. Selbst gekauft wird es in dem Fall eher nicht sein. Ich neige dazu, den ersten mir in den Kopf kommenden Lösungsweg zu verfolgen, wenns Probleme gibt. Oftmals stellt sich am Ende … oder mittendrin schon … heraus, dass es viel einfacher und leichter hätte gehen können ... aber hey, ich hatte wenigstens eine Idee. Grad bei PC-Problemen schreibe ich mir dann für jedes gelöste Problem eine Textdatei, deren Name tatsächlich auch mit "HOW TO" beginnt, damit ich bei nochmaligem Auftreten schneller problemlos bin. Im Grunde kann man so auch die in diesem Buch geschilderten Anleitungen betrachten. Alles getreu dem Motto "Kann man so machen … durchaus … aber OH MEIN GOTT!". Den Warnhinweis am Anfang hätte es nicht gebraucht, denn nur die wenigsten Leser könnten die Tipps hier tatsächlich umsetzen … aus verschiedensten Gründen, die sich dem Leser aber erschließen. Die einfachen Strichzeichnungen, die jeder Gebrauchsanleitung beiliegen, sind nicht nur witzig, sie erklären tatsächlich das, was der Autor uns vorschlagen möchte. Wie es ginge, wenn wir es so machten. In diesem Buch finden wir 28 HOW TOs für Lebenslagen, von denen sicher nicht alle Leser wussten, dass es sie überhaupt gibt. Das letzte HOW TO beschreibt dann, wie man mit dem Buch nach dem Lesen verfahren könnte … was … wie erwartet … auch ausufert und aberwitzig, aber wissenschaftlich fundiert, in verschiedenen Möglichkeiten ausführlich erörtert wird. Möchtet ihr einfach nur ein Loch graben, Klavier spielen, Dinge werfen … oder, für viele Nerds sicher eine schwere Aufgabe … einfach nur neue Freunde finden? Hier gibts Hilfe. So fundiert und so detailliert, dass man manchmal nicht weiß, ob man lachen, grübeln oder es trotz Warnung irgendwie nachmachen möchte. Mein Fazit: Ob wir nun einfach nur hoch springen, spielen, werfen, verschicken oder gar einen Lavagraben anlegen wollen (Sicher, wer ist noch nicht auf diese Idee gekommen, um sich die lästigen Nachbarskatzen vom Leib zu halten?), der Autor bietet seinen sicher (hoffentlich) nicht ernst gemeinten Rat an, wie mans hinkriegt. Schmunzeln, Lachen, aber vor allem drüber nachdenken kann und wird der geneigte Leser ob der schieren Ideenflut, die ihn hier erwartet. Es gibt viel zu lesen, viel zu recherchieren ... unglaublich viele Fußnoten zu überprüfen und immer wieder lustige Strichmännchenzeichnungen zu betrachten. Ein Buch, für dessen Konsum der Leser nicht selbst Raketenwissenschaft studiert haben muss (auch wenns hilft), aber dennoch jede Menge Gehirnfutter bekommt. Wenn zwei Wissenschaftler sich einen Joint teilen, während sie nachts in den wolkenlosen, lichtunverschmutzten Himmel starren, einer hochschreckt und "Dude! …" ruft, dann kommt so was hier raus. Nur mit dem Unterschied, dass es hier nur einer ist, mutmaßlich keine Drogen im Spiel waren und der Autor sich "danach" noch an die genialen Einfälle erinnern konnte. Zum Glück für den Leser.