Leserstimme zu
Die Erbin

Die Erbin

Von: Baroness
14.04.2015

„Vorsicht Spoiler!“ Seth Hubbard hat von den Schmerzen die Nase voll und setzt seinem Leben ein Ende. Allerdings hat er seinen Tod vorher akkurat geplant, denn nichts hat er dem Zufall überlassen. Keiner ahnt, dass mit seinem Testament seine Haushälterin Millionen erhalten soll. Seine Kinder und Enkelkinder sollen leer ausgehen. Der Anwalt Jake Brigance soll dafür sorgen, dass sein neues handgeschriebenes Testament genau so vollstreckt werden soll. Das Testament wird von seinen Kindern angefochten und die Debatte vor Gericht beginnt. Anwälte reiben sich die Hände, denn es ist viel Geld im Spiel. Lettie Lang, seine schwarze Haushälterin, hat bei der Auseinandersetzung vor Gericht wenig Chancen. Als jedoch ein Video vorgeführt wird, wo der Bruder von Seth Hubbard eine Zeugenaussage beglaubigt hatte, ändert sich die Sachlage gewaltig. „Sie fanden Seth Hubbard an der vereinbarten Stelle, allerdings anders als erwartet. Er hing am Ende eines Seils zwei Meter über dem Boden und schwang leicht im Wind.“ So beginnt die Geschichte um einen Rechtsstreit eines millionenschweren Nachlasses. Erst am Ende gibt das Testament einen Sinn, denn der Tote versucht damit Gerechtigkeit zu üben. Eine Wiedergutmachung für das Vergehen seiner Familie. Der Autor hat die Problematik der damaligen Zeit gut eingearbeitet. Gerade im Süden war die Rassenhetze weit verbreitet. Dies hätte ruhig noch mehr ausgearbeitet sein können, denn das ist der Aufhänger des Buches. Man merkt in seinen Büchern, dass John Grisham Jurist ist, denn die Vorgehensweise und die Beschreibungen bei der Aufnahme des Prozesses oder im Gerichtssaal sind detailbezogen. Durch die juristischen Erläuterungen wird die Geschichte etwas monoton. Die Charaktere der Protagonisten sind gut herausgearbeitet, am besten hat mir die Darstellung von Lucien gefallen, der aus dem Rahmen fällt. Dieses Buch ist die Fortsetzung von dem Buch „Die Jury.“ Fazit: Ein effektives Gerichtsdrama, wo die Aufarbeitung von Schuld und Sühne eine große Rolle spielt.