Leserstimme zu
Der Klügere denkt nach

Ein Buch, das Kraft gibt!

Von: Eulenmärchen
09.10.2019

In seinem Buch wendet sich Martin Wehrle direkt an introvertierte, (hoch-)sensible Menschen, zu denen er sich auch selbst zählt, spricht über die unterschiedlichsten Themengebiete wie Job und Bewerbung, Alltag und Small-Talk mit Schwätzern und bietet Erklärungen bzw. Anleitungen wie Introversion durchaus als Stärke genutzt werden kann. Dabei gelingt es ihm mit unglaublicher Treffsicherheit Situationen und Charaktere zu beschreiben, denen man als Introvertierter immer wieder gegenübersteht und tatsächlich dieselben Gedanken hegt. Martin Wehrle hat mich mit seiner Fähigkeit, die Gesellschaft zu reflektieren wirklich beeindruckt und immer wieder hat man als Leser diesen Moment, in dem man sich denkt: Ja, genau SO ist es! Als Leser fühlt man sich mehr als verstanden! Die Ansätze, wie man Introversion als vermeintliche Schwäche in eine Stärke umwandeln kann, haben mir alle sehr gut gefallen und nicht nur einmal musste ich über mich selbst den Kopf schütteln, dass ich es noch nie selbst aus dieser (positiven) Perspektive gesehen habe. Je nach Alter und Lebenssituation betreffen einen die verschiedenen Themengebiete natürlich mal mehr, mal weniger, aber insgesamt kann man als Leser aus jedem Kapitel etwas mitnehmen. Nur selten fand ich einige Einschübe wie Interviews etc. etwas zuviel. Nach der Lektüre dieses Buchs fühle mich mit mir selbst im Reinen, habe mich mit meinem Temperament abgefunden und, ja, ich bin sogar stolz darauf, nicht zu den Schwätzern zu gehören. Ich ziehe den Hut vor Martin Wehrle, dass er mit 370 Seiten das schafft, was ich in 24 Jahren selbst nicht geschafft habe. Ich kann das Buch nur allen introvertierten Menschen, die an sich selbst zweifeln, empfehlen!