Leserstimme zu
So geht Liebe

REZENSION | Katie Cotugno | "So geht Liebe"

Von: Fraencis Daencis
17.04.2015

Reena ist schon seit sie denken kann in den Sohn eines mit der Familie befreundeten Ehepaars verliebt. Doch Sawyer macht den Anschein, als würde er sie gar nicht wahrnehmen. Dann geschieht das Wunder und die beiden kommen zusammen. Doch Sawyer geht es in der Zeit nicht sehr gut und eines Tages verschwindet er einfach. Was die beiden zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen: Reena ist schwanger. Zwei Jahre, nachdem er abgehauen ist, kommt er plötzlich wieder zurück in ihre Heimat - doch nichts ist mehr so, wie es mal war. Immer abwechselnd erzählt die Autorin die Geschichte vor dem Zusammentreffen (vorher) und danach (nachher) aus der Sicht der Protagonistin. Diese Erzählweise kann mich manchmal bei der Lektüre eines Buches irritieren, so aber nicht hier. Die Autorin hat die Handlung perfekt darauf abgestimmt und es hat sehr gut gepasst. Generell fand ich den Schreibstil von Katie Cotugno sehr gut. Der Roman beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem Reena einkaufen geht und Sawyer nach zwei Jahren völlig unvorbereitet wiedersieht. Für mich war das ein guter Ausgangspunkt für die Geschichte, denn von dort aus ergeben die Rückblenden auch Sinn. Reena ist eine sehr starke, junge Frau und schafft es mit ihren 18 Jahren erstaunlich gut, das Leben als Mutter, Collegestudentin und Kellnerin im Familienrestaurant unter einen Hut zu bekommen. Doch wenn von der Vergangenheit erzählt wird, wird schnell klar, dass Reena einen langen und beschwerlichen Weg gehen musste, um die Frau zu werden, die sie nun ist. Es liegen viele Schicksalsschläge hinter ihr und sie konnte nicht immer auf Unterstützung hoffen. Die Entwicklung, die sie durchgemacht hat in den Jahren, ist bemerkenswert. Sawyer mochte ich zuerst nicht so, da es ihm eigentlich so gut geht und er es durch Drogenkonsum und falschem Stolz kaputt macht. Aber auch er durchlebt einige Veränderungen, die jedoch nicht so gravierend sind wie die von Reena. Der Blick zurück in die Vergangenheit ist in diesem Roman fast wichtiger als die eigentliche Handlung. Dennoch habe ich natürlich auch in der Gegenwart mitgefiebert und war auch ein wenig enttäuscht, als sich das Buch stellenweise anders weiterentwickelt hat, als ich es mir erhofft hatte. Trotzdem konnte ich alles gut nachvollziehen und habe auch das ein oder andere Mal ein paar Tränen vergossen. "So geht Liebe" ist in meinen Augen ein eher irreführend, denn das Buch ist keineswegs nur ein Liebesroman. Es ist eher eine emotionale Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, das schon einiges durchgemacht hat und sich immer weiter durch das Leben kämpft.