Leserstimme zu
Das Haifischhaus

Spannung nach Skepsis

Von: meinFreiraum
26.10.2019

Warum ich das Buch gewählt habe? Es waren simple Gründe: Da kam die Ostsee drin vor, ein Haus in Strandnähe. Das Haus gibt dem Buch zwar seinen Namen, die Lage an der Ostsee spielt eher eine untergeordnete Rolle. Es geht um einen ehemaligen erfolgreichen Tennisspieler, Toto Berger, der es in meiner Wahrnehmung nicht richtig ins „andere“ Leben geschafft hat und an alten Privilegien festhält. Da ist der Alfa, die Aufmerksamkeit in den Medien, die Erwartung oder Befürchtung überall erkannt zu werden oder die Tatsache, dass er mal ebenso nach Amerika jettet …, ein klischeehaftes Promi-Dasein. Eher zufällig ergibt sich die Chance einer letzten Rückkehr in sein altes Leben als die Weltrangenlistennummer 1 ihn herausfordert. Aus dem zunächst daher gesagten Satz wird ein großes Ding, ein Ereignis von Bedeutung, DAS Match schlechthin. Aber irgendwas im Leben von Toto Berger ist doch anders gegenüber der Zeit, als er noch erfolgreicher Tennisprofi war. Ich habe etwas gebraucht, bevor ich mich mit der Geschichte angefreundet habe, mich lange gefragt, ob der Tennissport wirklich so funktioniert. Irgendwann hat der unterhaltende Teil mit einer zunehmend spannenden Komponente überwogen. Es ist dem Autor gelungen, die Charaktere insbesondere um Toto Berger mit einem persönlichen Hintergrund zu versehen, sodass ihre Beziehungen zueinander nicht allein dem Hauptstrang der Geschichte folgen. Gut gelungen ist meines Erachtens die Darstellung von Toto Bergers Gedanken im abschließenden Match zwischen Zweifel, Glaube an sich selbst und einer Ahnung von Fehlbarkeit. Weniger klar ist, was für eine Art Mensch er ist oder sein möchte gegenüber seinem Sohn, seiner Mutter, seinem Team, Liv. Aber vielleicht bringt genau das den Mensch Toto Berger dem Leser etwas näher. Für mich ist das Buch eine gute Urlaubslektüre - unterhaltsam und spannend.