Leserstimme zu
Der Alte muss weg

Eine bitterböse Kriminalkomödie

Von: Thea
17.12.2019

Jenseits der Fünfzig ist in vielen Ehen nicht mehr viel los. Die einst aufregende Zweisamkeit ist zu einer Zweckgemeinschaft mutiert und im Bett gibt es nur noch das wöchentliche Standardprogramm. Denn während sie in Erledigung ihrer ehelichen Pflichten ein E-Book liest, versucht er noch irgendwie auf seine Kosten zu kommen. Eine unhaltbare Situation, die geändert werden muss. Davon jedenfalls sind Steffi und ihre Freundinnen felsenfest überzeugt und schmieden im Brauhaus einen bitterbösen Plan. "Der Alte muss weg" ist ein amüsanter Roman, der aus der Feder der Krimiautorin Carla Berling stammt, die ihr Faible für Mord und Humor in einem nur wenig ernst zu nehmenden Plot verarbeitet hat. Lediglich die Botschaft, die dem teilweise recht makabren Geschehen innewohnt, regt zum Nachdenken an. Schließlich hat nicht nur der inzwischen langweilig gewordene Ehemann seinen einstigen Glanz verloren, sondern auch die mit ihm zusammen alternde Ehefrau, die ihre Unvollkommenheit gerne verdrängt. Erzählt werden die turbulenten und teilweise wunderbar schrägen Ereignisse von Steffi selbst, die zunächst einen Einblick in ihre öde Ehe gibt, später dann von ihren Freundinnen und deren plötzlich dahinscheidenden Ehemännern berichtet. Nur ihre eigenen Versuche, den überflüssig gewordenen Gatten aus dem Weg zu räumen, scheitern gnadenlos. Und die ganze Zeit über wird der Leser bestens unterhalten, kommt aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus und weidet sich am Einfallsreichtum der Autorin, die bei der Auswahl der Ehegattenberäumungsmethoden nicht zimperlich ist.. Fazit: Eine bitterböse Kriminalkomödie, die mit passenden Klischees und verblüffenden Wendungen amüsante Lesestunden verspricht.